Liedesend

Zweite Fassung

D 473 Domaine

Johann Baptist Mayrhofer 1787 - 1836

Artistes: Peter Schöne - Baryton | Olga Monakh - Piano

Enregistrement: mercredi, 07. août 2013 | Berlin

Paroles

Auf seinem goldnen Throne
Der graue König sitzt -
Er starret in die Sonne,
Die roth imWesten blitzt.

Der Sänger rührt die Harfe,
Sie rauschet Siegessang;
Der Ernst jedoch, der scharfe,
Er trotzt dem vollen Klang.

Nun stimmt er süße Weisen,
An's Herz sich klammernd an:
Ob er ihn nicht mit leisen
Versuchen mildern kann.

Vergeblich ist sein Mühen,
Erschöpft des Liedes Reich -
Und auf der Stirne ziehen
Die Sorgen wettergleich.

Der Barde, tief erbittert,
Schlägt seine Harf' entzwey,
Und durch die Halle zittert
Der Silbersaiten Schrey.

Doch wie auch Alle beben,
Der Herrscher zürnet nicht;
Der Gnade Strahlen schweben
Auf seinem Angesicht.

»Du wolle mich nicht zeihen
Der Unempfindlichkeit:
In lang verblühten Mayen
Wie hast du mich erfreut!

Wie jede Lust gesteigert,
Die aus der Urne fiel!
Was mir ein Gott verweigert,
Erstattete dein Spiel.

Vom kalten Herzen gleitet
Nun Liedeszauber ab;
Und immer näher schreitet
Vergänglichkeit und Grab.«

Auf seinem goldnen Throne
Der graue König sitzt -
Er starret in die Sonne,
Die roth imWesten blitzt.

Der Sänger rührt die Harfe,
Sie rauschet Siegessang;
Der Ernst jedoch, der scharfe,
Er trotzt dem vollen Klang.

Nun stimmt er süße Weisen,
An's Herz sich klammernd an:
Ob er ihn nicht mit leisen
Versuchen mildern kann.

Vergeblich ist sein Mühen,
Erschöpft des Liedes Reich -
Und auf der Stirne ziehen
Die Sorgen wettergleich.

Der Barde, tief erbittert,
Schlägt seine Harf' entzwey,
Und durch die Halle zittert
Der Silbersaiten Schrey.

Doch wie auch Alle beben,
Der Herrscher zürnet nicht;
Der Gnade Strahlen schweben
Auf seinem Angesicht.

»Du wolle mich nicht zeihen
Der Unempfindlichkeit:
In lang verblühten Mayen
Wie hast du mich erfreut!

Wie jede Lust gesteigert,
Die aus der Urne fiel!
Was mir ein Gott verweigert,
Erstattete dein Spiel.

Vom kalten Herzen gleitet
Nun Liedeszauber ab;
Und immer näher schreitet
Vergänglichkeit und Grab.«

Auf seinem goldnen Throne
Der graue König sitzt -
Er starret in die Sonne,
Die roth imWesten blitzt.

Der Sänger rührt die Harfe,
Sie rauschet Siegessang;
Der Ernst jedoch, der scharfe,
Er trotzt dem vollen Klang.

Nun stimmt er süße Weisen,
An's Herz sich klammernd an:
Ob er ihn nicht mit leisen
Versuchen mildern kann.

Vergeblich ist sein Mühen,
Erschöpft des Liedes Reich -
Und auf der Stirne ziehen
Die Sorgen wettergleich.

Der Barde, tief erbittert,
Schlägt seine Harf' entzwey,
Und durch die Halle zittert
Der Silbersaiten Schrey.

Doch wie auch Alle beben,
Der Herrscher zürnet nicht;
Der Gnade Strahlen schweben
Auf seinem Angesicht.

»Du wolle mich nicht zeihen
Der Unempfindlichkeit:
In lang verblühten Mayen
Wie hast du mich erfreut!

Wie jede Lust gesteigert,
Die aus der Urne fiel!
Was mir ein Gott verweigert,
Erstattete dein Spiel.

Vom kalten Herzen gleitet
Nun Liedeszauber ab;
Und immer näher schreitet
Vergänglichkeit und Grab.«

Johann Baptist Mayrhofer
Ergänzte Fotografie nach der Sepiazeichnung in Schwinds 'Schubertabend'
Österreichische Nationalbibliothek - Public domain

À propos du poème

Schubert erhielt die Gedichte Mayrhofers in der Regel direkt als handschriftliche Vorlagen vom Autor selbst. Ein gedruckter Gedichtband Mayrhofers erschien erst 1824 in der kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien. 

Le poème Liedesend par Johann Baptist Mayrhofer a été publié en l'année 1824 in Gedichte von Johann Mayrhofer.. Il se trouve à la page 40f.. -> Copie numérique en ligne

Gedichte von Johann Mayrhofer.

© Quelle: Österreichische Nationalbibliothek – Digitalisat eines gemeinfreien Werkes Nutzung des Digitalisats ausschließlich zu nicht-kommerziellen Zwecken (PPP)

À propos de la musique

Écrit:  septembre   1816
Publication (annoncée):  27. Juillet   1833
Tonalité originale :  Mi   mineur
Type de chanson :   chanson en plusieurs parties
Tonalité enregistrée :  Ré   mineur

Schubert was 19 years old when he wrote this song.

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 2.1

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

Ancienne édition Schubert, série  XX, Vol. 04 № 249
Nouvelle édition Schubert  IV, Vol. 10
Édition Friedlaender  Bd. 5 » 139

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Ancienne édition complète

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Première édition

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Situation de la source

Vous trouverez ici quelques informations sur les sources : Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

La publication obtenue 1833 A. Diabelli & Co. in Wien comme Nachlass - 23 | Numéro de l'éditeur 4271

À propos de la publication

Domaine 23 4.1
Wiener Zeitung 27. Juillet 1833 4.2
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