Antigone und Oedip

D 542 Opus 6 - 2

Johann Baptist Mayrhofer 1787 - 1836

Artistes: Peter Schöne - Baryton | Dorota Szczepańska - Sopran | Clara Hyerim Byun - Piano

Enregistrement: dimanche, 10. juin 2018 | Hannover

Paroles

Antigone:

Ihr hohen Himmlischen erhöret
Der Tochter herzentströmtes Flehn:
Laßt einen kühlen Hauch des Trostes
In Oedips große Seele wehn.

Genüget, euren Zorn zu sühnen,
Dieß junge Leben - nehmt es hin;
Und eurer Rache Strahl vernichte
Die tief betrübte Dulderin.

Demütig falte ich die Hände -
Das Firmament bleibt glatt und rein,
Und stille ist's, nur laue Lüfte
Durchschauern noch den alten Hain.

Was seufzt und stöhnt der bleiche Vater?
Ich ahn's - ein furchtbares Gesicht
Verscheucht von ihm den leichten Schlummer;
Er springt vom Rasen auf - er spricht:

Oedip:
Ich träumte einen schweren Traum.
Schwang nicht den Zepter diese Rechte?
Doch Hoheit lös'ten starke Mächte
Dir auf, o Greis, in nicht'gen Schaum.

Trank ich in schönen Tagen nicht
In meiner großen Väter Halle,
Beim Heldensang und Hörnerschalle,
O Helios, dein golden Licht,

Das ich nun nimmer schauen kann?
Zerstörung ruft von allen Seiten:
"Zum Tode sollst du dich bereiten;
Dein irdisch Werk ist abgetan."

Antigone:

Ihr hohen Himmlischen erhöret
Der Tochter herzentströmtes Flehn:
Laßt einen kühlen Hauch des Trostes
In Oedips große Seele wehn.

Genüget, euren Zorn zu sühnen,
Dieß junge Leben - nehmt es hin;
Und eurer Rache Strahl vernichte
Die tief betrübte Dulderin.

Demütig falte ich die Hände -
Das Firmament bleibt glatt und rein,
Und stille ist's, nur laue Lüfte
Durchschauern noch den alten Hain.

Was seufzt und stöhnt der bleiche Vater?
Ich ahn's - ein furchtbares Gesicht
Verscheucht von ihm den leichten Schlummer;
Er springt vom Rasen auf - er spricht:

Oedip:
Ich träumte einen schweren Traum.
Schwang nicht den Zepter diese Rechte?
Doch Hoheit lös'ten starke Mächte
Dir auf, o Greis, in nicht'gen Schaum.

Trank ich in schönen Tagen nicht
In meiner großen Väter Halle,
Beim Heldensang und Hörnerschalle,
O Helios, dein golden Licht,

Das ich nun nimmer schauen kann?
Zerstörung ruft von allen Seiten:
"Zum Tode sollst du dich bereiten;
Dein irdisch Werk ist abgetan."

Antigone:

Ihr hohen Himmlischen erhöret
Der Tochter herzentströmtes Flehn:
Laßt einen kühlen Hauch des Trostes
In Oedips große Seele wehn.

Genüget, euren Zorn zu sühnen,
Dieß junge Leben - nehmt es hin;
Und eurer Rache Strahl vernichte
Die tief betrübte Dulderin.

Demütig falte ich die Hände -
Das Firmament bleibt glatt und rein,
Und stille ist's, nur laue Lüfte
Durchschauern noch den alten Hain.

Was seufzt und stöhnt der bleiche Vater?
Ich ahn's - ein furchtbares Gesicht
Verscheucht von ihm den leichten Schlummer;
Er springt vom Rasen auf - er spricht:

Oedip:
Ich träumte einen schweren Traum.
Schwang nicht den Zepter diese Rechte?
Doch Hoheit lös'ten starke Mächte
Dir auf, o Greis, in nicht'gen Schaum.

Trank ich in schönen Tagen nicht
In meiner großen Väter Halle,
Beim Heldensang und Hörnerschalle,
O Helios, dein golden Licht,

Das ich nun nimmer schauen kann?
Zerstörung ruft von allen Seiten:
"Zum Tode sollst du dich bereiten;
Dein irdisch Werk ist abgetan."

Johann Baptist Mayrhofer
Ergänzte Fotografie nach der Sepiazeichnung in Schwinds 'Schubertabend'
Österreichische Nationalbibliothek - Public domain

À propos du poème

Die Geschichte handelt von Antigone, die ihren blinden Vater in die Verbannung nach Kolonos bei Athen begleitet. Antigone ist aus der inzestuösen Beziehung ihres Vaters Ödipus mit seiner Mutter Iokaste hervorgegangen. Über den dazugehörigen Mythos kann man sich beispielsweise bei Wikipedia informieren.

Johann Mayrhofer war 30 Jahre alt, als er dieses Gedicht schrieb. Er veröffentlichte seine Gedichte 1824 bei der eher kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien.  1.1

Le poème Antigone und Oedip par Johann Baptist Mayrhofer a été publié en l'année 1824 in Gedichte von Johann Mayrhofer.. Il se trouve à la page 163f.. -> Copie numérique en ligne

Gedichte von Johann Mayrhofer.

© Quelle: Österreichische Nationalbibliothek – Digitalisat eines gemeinfreien Werkes Nutzung des Digitalisats ausschließlich zu nicht-kommerziellen Zwecken (PPP)

À propos de la musique

Écrit:  mars   1817
Publication (annoncée):  23. Août   1821
Tonalité originale :  C   majeur
Type de chanson :   Cantate
Tonalité enregistrée :  C   majeur
Résidence de Schubert 1817 | Tuchlauben 20 Wien

Schubert was 20 years old when he wrote this song.

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

Mein Verhältnis mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunst machten unser Verhältnis inniger; ich dichtete,er komponirte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt. 2.1

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

Situation de la source

Vous trouverez ici quelques informations sur les sources : Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Emplacement du manuscrit : Bibliothèque nationale de France

La publication obtenue 1821 Cappi und Diabelli in Wien comme Opus 6 - 2 | Numéro de l'éditeur 790

Eine spätere Auflage (die vierte Ausgabe) der Erstveröffentlichung ist mit einer gestochenen Vignette nach Leopold Kupelwiesers Tuschzeichnung zum Liede "Am Grabe Anselmos" geschmückt.

Deckblatt op.06 Kupelwieser

À propos de la publication

Opus 6 4.1
Wiener Zeitung 21. Avril 1821 4.2

Partitions

Ancienne édition Schubert, série  XX, Vol. 05 № 309
Nouvelle édition Schubert  IV, Vol. 01
Édition Friedlaender  Bd. 4 » 3
Édition Urtext Bärenreiter  Bd. 1 » 41

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