Rückweg

D 476 Domaine 1872

Johann Baptist Mayrhofer 1787 - 1836

Artistes: Peter Schöne - Baryton | Olga Monakh - Piano

Enregistrement: samedi, 25. août 2012 | Berlin

Paroles

Zum Donaustrom, zur Kaiserstadt
Geh' ich in Bangigkeit:
Denn was das Leben Schönes hat,
Entschwindet weit und weit.

Die Berge weichen allgemach,
Mit ihnen Thal und Fluß;
Der Kühe Glocken läuten nach,
Und Hütten nicken Gruß.

Was starrt dein Auge thränenfeucht
Hinaus in blaue Fern'?
Ach, dorten weilt ich, unerreicht,
Frey unter Freyen gern!

Wo Liebe noch und Treue gilt,
Da öffnet sich das Herz;
Die Frucht an ihren Strahlen schwillt,
Und strebet Himmelwärts.

Zum Donaustrom, zur Kaiserstadt
Geh' ich in Bangigkeit:
Denn was das Leben Schönes hat,
Entschwindet weit und weit.

Die Berge weichen allgemach,
Mit ihnen Thal und Fluß;
Der Kühe Glocken läuten nach,
Und Hütten nicken Gruß.

Was starrt dein Auge thränenfeucht
Hinaus in blaue Fern'?
Ach, dorten weilt ich, unerreicht,
Frey unter Freyen gern!

Wo Liebe noch und Treue gilt,
Da öffnet sich das Herz;
Die Frucht an ihren Strahlen schwillt,
Und strebet Himmelwärts.

Zum Donaustrom, zur Kaiserstadt
Geh' ich in Bangigkeit:
Denn was das Leben Schönes hat,
Entschwindet weit und weit.

Die Berge weichen allgemach,
Mit ihnen Thal und Fluß;
Der Kühe Glocken läuten nach,
Und Hütten nicken Gruß.

Was starrt dein Auge thränenfeucht
Hinaus in blaue Fern'?
Ach, dorten weilt ich, unerreicht,
Frey unter Freyen gern!

Wo Liebe noch und Treue gilt,
Da öffnet sich das Herz;
Die Frucht an ihren Strahlen schwillt,
Und strebet Himmelwärts.

Johann Baptist Mayrhofer
Ergänzte Fotografie nach der Sepiazeichnung in Schwinds 'Schubertabend'
Österreichische Nationalbibliothek - Public domain

À propos du poème

Das Gedicht Rückweg entstand in unmittelbarer zeitlicher Nähe zu den Gedichten Lunz (Abschied D 475), sowie Erlafsee D 586, Rückweg D 476 und besonders Geheimnis (An Franz Schubert) D 491. Diese Gedichte mögen unter dem Eindruck einer Reise entstanden sein, die Mayrhofer im Herbst 1816 mit Hermann, dem Sohn seines Juraprofessors Heinrich Josef Watteroth auf einer Wanderung nach Lilienfeld in Niederösterreich unternommen hatte. Lunz am See liegt in Niederösterreich etwa auf der halben Strecke zwischen Salzburg und Wien. Ganz in der Nähe befindet sich der Wallfahrtsort Mariazell. Vermutlich haben Sie dabei auch viel über Schubert gesprochen. 1.1

Im Jahr 1818 erschien im 6. Jahrgang des Mahlerischen Taschenbuchs für Freunde interessanter Gegenden, Natur- und Kunst-Merkwürdigkeiten der Österreichischen Monarchie eine Beschreibung möglicherweise dieser Reise. Der Herausgeber dieses Taschenbuches war Dr. Franz Sartori, Vorsteher des Zentral-Bücher-Revisions-Amtes und damit Mayrhofers Vorgesetzter. In dieser Veröffentlichung erschien auch als Beilage das erste jemals gedruckte Lied Franz Schuberts Erlafsee D 586. 1.2

Mayrhofer soll auch unglücklich verliebt gewesen sein in Mina (Wilhelmine Watteroth, die Tochter seines Professors Heinrich Josef Watteroth). 1.3 Diese heiratete jedoch später Josef Witteczek, der ebenfalls Jura bei Heinrich Josef Watteroth studiert hatte. 1.4

Schubert erhielt die Gedichte Mayrhofers in der Regel direkt als handschriftliche Vorlagen vom Autor selbst. Ein gedruckter Gedichtband Mayrhofers erschien erst 1824 in der kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien.

Le poème Rückweg par Johann Baptist Mayrhofer a été publié en l'année 1824 in Gedichte von Johann Mayrhofer.. Il se trouve à la page 24. -> Copie numérique en ligne

Gedichte von Johann Mayrhofer.

© Quelle: Österreichische Nationalbibliothek – Digitalisat eines gemeinfreien Werkes Nutzung des Digitalisats ausschließlich zu nicht-kommerziellen Zwecken (PPP)

À propos de la musique

Écrit:  septembre   1816
Publication (annoncée):  23. novembre   1872
Tonalité originale :  Ré   mineur
Type de chanson :   Chanson strophique
Tonalité enregistrée :  C   majeur

Schubert was 19 years old when he wrote this song.

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 2.1

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

Er schrieb in diesem Jahr unter anderem die verschollene Prometheus-Kantate (o.g. Professor Watteroth gewidmet ... laut Schuberts Tagebuch, seine erste Komposition für Geld), die beiden Sinfonien Nr. 4 c-Moll (die Tragische) und Nr. 5 B-Dur sowie die Messe Nr. 4 C-Dur.

Ancienne édition Schubert, série  XX, Vol. 04 № 252
Nouvelle édition Schubert  IV, Vol. 11

Lien vers le manuscrit

Lien vers le manuscritLien vers le manuscrit sur schubert-online.at

Ancienne édition complète

PDF Thumbnail

Situation de la source

Vous trouverez ici quelques informations sur les sources : Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

La publication obtenue 1872 J. P. Gotthard in Wien comme Nachlass 1872 - 15 | Numéro de l'éditeur 340

Die Veröffentlichung besorgte Johann Peter Gotthard 1872 in Wien, V.N.325-361 als

Neueste Folge nachgelassener Lieder und Gesänge von Franz Schubert

Johann Peter Gotthard schrieb folgende Worte zu seiner Veröffentlichung:

À propos de la publication

4.1
Österreichische Buchhändler-Correspondenz 23. novembre 1872 4.2

Sources

2.1Peter Härtling, Schubert, Verlag Kiepenheuer & Witsch, 2010, Abschnitt 16 sowie Otto Erich Deutsch, Schubert, Die Dokumente seines Lebens, Bärenreiter Kassel, 1964, S. 50

2.2Mahlerisches Taschenbuch für Freunde interessanter Gegenden: Natur- und Kunst-Merkwürdigkeiten der Österreichischen Monarchie, Verlag Doll, Herausg. Franz Sartori, Wien, Jhg. 1818, Signatur: SH.Varia.118.Adl.

2.3Wikipedia: Johann Mayrhofer, Wikipedia contributors, Wikipedia, The Free Encyclopedia. Date of last revision: 28 October 2018 21:11 UTC

2.4WienGeschichteWiki: Heinrich Joseph Watteroth, Personendaten.

2.5Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Gedichte von Johann Mayrhofer, Wien, Verlag Friedrich Volke, 1824, Sig. 71.Bb.5.(Vol.1)

3.1Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Neues Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst, Sig. 392789-C.20.21

4.1Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Erstdruck Nachlass Gotthard, Sig. SH.Schubert.651

4.1 Schubert, Franz. (D 855. 808. 766. 687. 561. 454. 449. 309. 272. 237. 206. 122. 359. 251. 476.579. 937. 545. 528. 752. 371.692. 295. 502. 458. 409. 693. 250. 179. 176. 466. 509. 264. 210. 165. 402. 659 - 662.) Neueste Folge Nachgelassener Lieder Und Gesänge von Franz Schubert. Eigenthum Des Verlegers Für Alle Länder. (Gesang, Klavier.) Erstdruck. Original Ausgabe., J. P. Gotthard, 1872

4.2 Bibliothèque nationale d'Autriche, Anno - Journaux et magazines autrichiens historiques - Österreichische Buchhändler-Correspondenz année de pub. 1872 Numéro de 23. novembre 1872

5.1Source de partition @ imslp.org : Rückweg

6.1Source des paroles et autres compositions : www.lieder.net

7.1Otto E. Deutsch : Schubert. Catalogue thématique de toutes ses œuvres par ordre chronologique - Page 281

Écrit par : Peter Schöne

Retour à la liste des Lieder