Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Olga Monakh - Klavier
Aufnahme: Mittwoch, 07. August 2013 | Berlin
Liedtext
Auf seinem goldnen Throne
Der graue König sitzt -
Er starret in die Sonne,
Die roth imWesten blitzt.
Der Sänger rührt die Harfe,
Sie rauschet Siegessang;
Der Ernst jedoch, der scharfe,
Er trotzt dem vollen Klang.
Nun stimmt er süße Weisen,
An's Herz sich klammernd an:
Ob er ihn nicht mit leisen
Versuchen mildern kann.
Vergeblich ist sein Mühen,
Erschöpft des Liedes Reich -
Und auf der Stirne ziehen
Die Sorgen wettergleich.
Der Barde, tief erbittert,
Schlägt seine Harf' entzwey,
Und durch die Halle zittert
Der Silbersaiten Schrey.
Doch wie auch Alle beben,
Der Herrscher zürnet nicht;
Der Gnade Strahlen schweben
Auf seinem Angesicht.
»Du wolle mich nicht zeihen
Der Unempfindlichkeit:
In lang verblühten Mayen
Wie hast du mich erfreut!
Wie jede Lust gesteigert,
Die aus der Urne fiel!
Was mir ein Gott verweigert,
Erstattete dein Spiel.
Vom kalten Herzen gleitet
Nun Liedeszauber ab;
Und immer näher schreitet
Vergänglichkeit und Grab.«
Auf seinem goldnen Throne
Der graue König sitzt -
Er starret in die Sonne,
Die roth imWesten blitzt.
Der Sänger rührt die Harfe,
Sie rauschet Siegessang;
Der Ernst jedoch, der scharfe,
Er trotzt dem vollen Klang.
Nun stimmt er süße Weisen,
An's Herz sich klammernd an:
Ob er ihn nicht mit leisen
Versuchen mildern kann.
Vergeblich ist sein Mühen,
Erschöpft des Liedes Reich -
Und auf der Stirne ziehen
Die Sorgen wettergleich.
Der Barde, tief erbittert,
Schlägt seine Harf' entzwey,
Und durch die Halle zittert
Der Silbersaiten Schrey.
Doch wie auch Alle beben,
Der Herrscher zürnet nicht;
Der Gnade Strahlen schweben
Auf seinem Angesicht.
»Du wolle mich nicht zeihen
Der Unempfindlichkeit:
In lang verblühten Mayen
Wie hast du mich erfreut!
Wie jede Lust gesteigert,
Die aus der Urne fiel!
Was mir ein Gott verweigert,
Erstattete dein Spiel.
Vom kalten Herzen gleitet
Nun Liedeszauber ab;
Und immer näher schreitet
Vergänglichkeit und Grab.«
Auf seinem goldnen Throne
Der graue König sitzt -
Er starret in die Sonne,
Die roth imWesten blitzt.
Der Sänger rührt die Harfe,
Sie rauschet Siegessang;
Der Ernst jedoch, der scharfe,
Er trotzt dem vollen Klang.
Nun stimmt er süße Weisen,
An's Herz sich klammernd an:
Ob er ihn nicht mit leisen
Versuchen mildern kann.
Vergeblich ist sein Mühen,
Erschöpft des Liedes Reich -
Und auf der Stirne ziehen
Die Sorgen wettergleich.
Der Barde, tief erbittert,
Schlägt seine Harf' entzwey,
Und durch die Halle zittert
Der Silbersaiten Schrey.
Doch wie auch Alle beben,
Der Herrscher zürnet nicht;
Der Gnade Strahlen schweben
Auf seinem Angesicht.
»Du wolle mich nicht zeihen
Der Unempfindlichkeit:
In lang verblühten Mayen
Wie hast du mich erfreut!
Wie jede Lust gesteigert,
Die aus der Urne fiel!
Was mir ein Gott verweigert,
Erstattete dein Spiel.
Vom kalten Herzen gleitet
Nun Liedeszauber ab;
Und immer näher schreitet
Vergänglichkeit und Grab.«
Zum Text
Schubert erhielt die Gedichte Mayrhofers in der Regel direkt als handschriftliche Vorlagen vom Autor selbst. Ein gedruckter Gedichtband Mayrhofers erschien erst 1824 in der kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien.
Das Gedicht Liedesend von Johann Baptist Mayrhofer wurde veröffentlicht im Jahr 1824 in Gedichte von Johann Mayrhofer.. Es findet sich auf Seite 40f.. -> Digitalisat online
Zur Musik
Schubert war 19 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.
Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:
"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 2.1
Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.
- Abendlied der Fürstin D 495
- Abendstern D 806
- Abschied D 475
- Alte Liebe rostet nie D 477
- Am See – Friedländer-Version D 124
- Am Strome D 539 – Opus 8 - 4
- An die Freunde D 654
- Antigone und Oedip D 542 – Opus 6 - 2
- Auf der Donau D 553 – Opus 21 - 1
- Auflösung D 807
- Augenlied – Zweite Fassung D 297
- Beim Winde D 669
- Der Alpenjäger – Zweite Fassung D 524
- Der Alpenjäger – Dritte Fassung D 524 – Opus 13 - 3
- Der entsühnte Orest D 699
- Der Hirt D 490
- Der Schiffer – Zweite Fassung D 536 – Opus 21 - 2
- Der Sieg D 805
- Der zürnenden Diana – Zweite Fassung D 707 – Opus 36 - 1
- Die Einsamkeit D 620
- Die Sternennächte D 670 – Opus 165 - 2
- Erlafsee D 586 – Opus 8 - 3
- Fahrt zum Hades D 526
- Freiwilliges Versinken D 700
- Geheimnis. An Franz Schubert D 491
- Gondelfahrer – Erste Bearbeitung D 808
- Heliopolis I D 753 – Opus 65 - 3
- Heliopolis II D 754
- Liane D 298
- Lied eines Schiffers an die Dioskuren D 360 – Opus 65 - 1
- Memnon D 541 – Opus 6 - 1
- Nach einem Gewitter D 561
- Nachtstück – Zweite Fassung D 672 – Opus 36 - 2
- Nachtviolen D 752
- Orest auf Tauris D 548
- Philoktet D 540
- Rückweg D 476
- Schlaflied/Schlummerlied – Zweite Fassung D 527 – Opus 24 - 2
- Sehnsucht D 516 – Opus 8 - 2
- Trost D 671
- Uraniens Flucht D 554
- Wie Ulfru fischt – Zweite Fassung D 525 – Opus 21 - 3
- Zum Punsche D 492
Quellenlage
Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch
Ort des Manuskripts: Wienbibliothek im Rathaus der Stadt Wien
Die Veröffentlichung besorgte 1833 A. Diabelli & Co. in Wien als Nachlass - 23 | Verlagsnummer 4271
Noten
Originalversion des Liedes


Quellen
5.1Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Liedesend
6.1Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net
Geschrieben von: Peter Schöne








