Wandrers Nachtlied (Der du von dem Himmel bist)

D 224 Opus 4 - 3

Johann Wolfgang von Goethe 1749 - 1832

Interpreten: Peter Schöne - Bariton

Aufnahme: |

Liedtext

Der du von dem Himmel bist,
Alles Leid und Schmerzen stillest,
Den, der doppelt elend ist,
Doppelt mit Erquickung füllest,
Ach! ich bin des Treibens müde!
Was soll all der Schmerz und Lust?
Süßer Friede,
Komm, ach komm in meine Brust!

 

Johann Wolfgang von Goethe
Ölgemälde 1834 von Johann Josef Schmeller
Wikimedia.org - Public domain

Zum Text

Goethe schrieb das zugrundeliegende Gedicht Wandrers Nachtlied in einem seiner Briefe an Charlotte von Stein. Das Faksimile kann online abgerufen werden. Es trägt als Unterschrift "Am Hang des Ettersberg, d. 12. Feb. (17)76". Dieses Gedicht gehört zu Goethes berühmtesten Gedichten und ist untrennbar mit dem auf gleicher Seite veröffentlichten und mit Ein gleiches. überschriebenen "Über allen Gipfeln ist Ruh" verbunden. Man geht davon aus, dass es sich um ein autobiografisches Gedicht handelt und Goethe sich selbst mit dem Wandrer meinte. 1.1

Zur Musik

Komponiert: 5. Juli 1815
Veröffentlichung (angezeigt): 29. Mai 1821
Originaltonart:  Ges - Dur
Liedform: durchkomponiert
Aufnahmetonart:  C - Dur
Schuberts Wohnort 1815

Das Verhältnis zwischen Schubert und Goethe war ambivalent. Während Schubert den 48 Jahre älteren Meister verehrte, hat Letzterer ihn kaum beachtet. Obwohl Goethe einige seiner vertonten Gedichte durch eine Sendung Joseph von Spauns erhielt, gelang es Schubert nicht, mit seinen Kompositionen bis zu Goethe durchzudringen. Zu fremd waren den Ohren des alten Meisters der Klassik die neuen Klänge. 2.1
1830, zwei Jahre nach Schuberts Tod, soll Goethe den Erlkönig, gesungen von Wilhelmine Schröder-Devrient gehört haben. Ob ihm tatsächlich die Komposition, oder das junge Mädchen gefallen hat, bleibt dahingestellt. 2.2

Schubert vertonte 62 Texte von Goethe, manche sogar mehrmals. Am Ende liegen uns heute fast 80 Kompositionen vor. Viele davon sind Lieder. Einige für mehrere Stimmen und Instrumente.

Schubert war 18 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Schuberts erstes Liederheft für Goethe enthielt folgende Kompositionen:

Jägers Abendlied D 368
Der König in Thule D 367
Meeres Stille D 216
Schäfers Klagelied D 121, erste Fassung
Die Spinnerin D 247
Heidenröslein D 257
Wonne der Wehmut D 260
Wandrers Nachtlied D 224
Erster Verlust D 226
Der Fischer D 225, zweite Fassung
An Mignon D 161, erste Fassung
Geistes Gruß D 142, zweite Fassung
Nähe des Geliebten D 162, zweite Fassung
Gretchen am Spinnrade D 118
Rastlose Liebe D 138, erste Fassung
Erlkönig D 328, zweite Fassung

Zweites Liederheft für Goethe siehe -> Link zu Nachtgesang D 119

Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Ort des Manuskripts: British Library London

Die Veröffentlichung besorgte 1821 Cappi und Diabelli in Wien als Opus 4 - 3 | Verlagsnummer 773

Ein Manuskript des Liedes liegt in der British Library, London. Das Digitalisat davon kann online studiert werden. Es findet sich in der Perabo-Sammlung Vol. III mit Manuskripten von Beethoven und Schubert auf Seite 42v.
Eine Reinschrift ist in der Staatsbibliothek zu Berlin preußischer Kulturbesitz zu finden. Das Digitalisat dieser Reinschrift kann ebenfalls online studiert werden.

Zur Veröffentlichung

Deckblatt Opus 4 4.1
Deckblatt Wiener Zeitung 29. Mai 1821 4.2

Noten

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 02 № 87
Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 01
Friedlaender Edition  Bd. 2 » 8

Originalversion des Liedes PDF Thumbnail Erstdruck PDF Thumbnail
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