Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Olga Monakh - Klavier
Aufnahme: Mittwoch, 28. August 2013 | Berlin
Liedtext
Im Winde, im Sturme befahr' ich den Fluß,
Die Kleider durchweichet der Regen im Guß;
Ich lenke – ich peitsche mit mächtigem Schlag
Die Wellen, erhoffend mir heiteren Tag.
Die Fluten, sie jagen das schwankende Schiff,
Es drohet der Strudel, es drohet der Riff,
Gesteine entkollern den felsigen Höh'n,
Und Fichten, sie sausen wie Geistergestöh'n.
So mußte es kommen – ich hab es gewollt,
Ich hasse ein Leben behäglich entrollt;
Und schlängen die Fluten den dröhnenden Kahn,
Ich priese doch immer die eigene Bahn.
Es tose des Wassers ohnmächtiger Zorn,
Dem Herzen entquillet ein seliger Born,
Die Nerven erfrischend - o himmliche Lust!
Dem Sturme gebiethen mit männlicher Brust.
Im Winde, im Sturme befahr' ich den Fluß,
Die Kleider durchweichet der Regen im Guß;
Ich lenke – ich peitsche mit mächtigem Schlag
Die Wellen, erhoffend mir heiteren Tag.
Die Fluten, sie jagen das schwankende Schiff,
Es drohet der Strudel, es drohet der Riff,
Gesteine entkollern den felsigen Höh'n,
Und Fichten, sie sausen wie Geistergestöh'n.
So mußte es kommen – ich hab es gewollt,
Ich hasse ein Leben behäglich entrollt;
Und schlängen die Fluten den dröhnenden Kahn,
Ich priese doch immer die eigene Bahn.
Es tose des Wassers ohnmächtiger Zorn,
Dem Herzen entquillet ein seliger Born,
Die Nerven erfrischend - o himmliche Lust!
Dem Sturme gebiethen mit männlicher Brust.
Im Winde, im Sturme befahr' ich den Fluß,
Die Kleider durchweichet der Regen im Guß;
Ich lenke – ich peitsche mit mächtigem Schlag
Die Wellen, erhoffend mir heiteren Tag.
Die Fluten, sie jagen das schwankende Schiff,
Es drohet der Strudel, es drohet der Riff,
Gesteine entkollern den felsigen Höh'n,
Und Fichten, sie sausen wie Geistergestöh'n.
So mußte es kommen – ich hab es gewollt,
Ich hasse ein Leben behäglich entrollt;
Und schlängen die Fluten den dröhnenden Kahn,
Ich priese doch immer die eigene Bahn.
Es tose des Wassers ohnmächtiger Zorn,
Dem Herzen entquillet ein seliger Born,
Die Nerven erfrischend - o himmliche Lust!
Dem Sturme gebiethen mit männlicher Brust.
Zum Text
Schubert erhielt Gedichte Mayrhofer's üblicherweise als Handschrift. Dadurch erklären sich auch die vielen Änderungen zur Druckversion des Textes.
Das Gedicht Der Schiffer von Johann Baptist Mayrhofer wurde veröffentlicht im Jahr 1818 in Beyträge zur Bildung für Jünglinge. Zweytes Bändchen.. Es findet sich auf Seite 325. -> Digitalisat online
Weitere Veröffentlichungen:
Gedichte von Johann Mayrhofer., 1824, Seite 106
Zur Musik
Schubert war 20 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.
Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:
"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 2.1
Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.
In der Leipziger "Allgemeinen musikalischen Zeitung" vom 24. Juni 1824 erscheint eine Rezension der Lieder op. 21 - op. 24.
Diese Rezension ist als Digitalisat ist im Münchener Digitalisierungszentrum der Bayerischen Staatsbibliothek online verfügbar.
Der Rezensent Gottfried Wilhelm Fink bemerkt, daß Schubert keine Lieder schreibt und auch keine schreiben will, sondern freie Gesänge, manche so frei, daß man sie allenfalls Kapricen oder Phantasien nennen kann. Er bemängelt bei Schubert die
ungebührlich heftige Neigung, nur immer fort und fort, ruh- und rastlos zu modulieren und wieder zu modulieren, die eine wahre Krankheit der Zeit und bald zur Modulationsmanie geworden ist. 2.2
Er führt dies an einigen Beispielen in op. 21, 22 und 23 aus und spart dabei auch nicht mit Verbesserungsvorschlägen.
Quellenlage
Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch
Die Veröffentlichung besorgte 1823 Sauer & Leidesdorf in Wien als Opus 21 - 2 | Verlagsnummer 276
Das Manuskript in der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz ist zwar nur fragmentarisch erhalten, da lediglich die leicht veränderte Singstimme notiert ist. Dennoch ist dieses Autograph von besonderem Interesse, da sich auf dem Dokument neben Schuberts Notation auch Handschriften von Eusebius Mandyczewski, Otto Erich Deutsch und vermutlich Johann Mayrhofer finden. Die Eintragungen der beiden Musikwissenschaftler beziehen sich auf Fragen der Strophenverteilung.
Quellen
5.1Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Der Schiffer
6.1Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net
Geschrieben von: Peter Schöne






