Der Schiffer

Zweite Fassung

D 536 Opus 21 - 2

Johann Baptist Mayrhofer 1787 - 1836

Artists: Peter Schöne - Baritone | Olga Monakh - Piano

Recording: Wednesday, 28. August 2013 | Berlin

Lyrics

Im Winde, im Sturme befahr' ich den Fluß,
Die Kleider durchweichet der Regen im Guß;
Ich lenke – ich peitsche mit mächtigem Schlag
Die Wellen, erhoffend mir heiteren Tag.

Die Fluten, sie jagen das schwankende Schiff,
Es drohet der Strudel, es drohet der Riff,
Gesteine entkollern den felsigen Höh'n,
Und Fichten, sie sausen wie Geistergestöh'n.

So mußte es kommen – ich hab es gewollt,
Ich hasse ein Leben behäglich entrollt;
Und schlängen die Fluten den dröhnenden Kahn,
Ich priese doch immer die eigene Bahn.

Es tose des Wassers ohnmächtiger Zorn,
Dem Herzen entquillet ein seliger Born,
Die Nerven erfrischend - o himmliche Lust!
Dem Sturme gebiethen mit männlicher Brust.

Im Winde, im Sturme befahr' ich den Fluß,
Die Kleider durchweichet der Regen im Guß;
Ich lenke – ich peitsche mit mächtigem Schlag
Die Wellen, erhoffend mir heiteren Tag.

Die Fluten, sie jagen das schwankende Schiff,
Es drohet der Strudel, es drohet der Riff,
Gesteine entkollern den felsigen Höh'n,
Und Fichten, sie sausen wie Geistergestöh'n.

So mußte es kommen – ich hab es gewollt,
Ich hasse ein Leben behäglich entrollt;
Und schlängen die Fluten den dröhnenden Kahn,
Ich priese doch immer die eigene Bahn.

Es tose des Wassers ohnmächtiger Zorn,
Dem Herzen entquillet ein seliger Born,
Die Nerven erfrischend - o himmliche Lust!
Dem Sturme gebiethen mit männlicher Brust.

Im Winde, im Sturme befahr' ich den Fluß,
Die Kleider durchweichet der Regen im Guß;
Ich lenke – ich peitsche mit mächtigem Schlag
Die Wellen, erhoffend mir heiteren Tag.

Die Fluten, sie jagen das schwankende Schiff,
Es drohet der Strudel, es drohet der Riff,
Gesteine entkollern den felsigen Höh'n,
Und Fichten, sie sausen wie Geistergestöh'n.

So mußte es kommen – ich hab es gewollt,
Ich hasse ein Leben behäglich entrollt;
Und schlängen die Fluten den dröhnenden Kahn,
Ich priese doch immer die eigene Bahn.

Es tose des Wassers ohnmächtiger Zorn,
Dem Herzen entquillet ein seliger Born,
Die Nerven erfrischend - o himmliche Lust!
Dem Sturme gebiethen mit männlicher Brust.

Johann Baptist Mayrhofer
Ergänzte Fotografie nach der Sepiazeichnung in Schwinds 'Schubertabend'
Österreichische Nationalbibliothek - Public domain

About poem

Schubert erhielt Gedichte Mayrhofer's üblicherweise als Handschrift. Dadurch erklären sich auch die vielen Änderungen zur Druckversion des Textes.

The poem Der Schiffer by Johann Baptist Mayrhofer was published in the year 1818 in Beyträge zur Bildung für Jünglinge. Zweytes Bändchen.. It can be found on page 325. -> Digital copy online

Beyträge zur Bildung für Jünglinge. Zweytes Bändchen.

© Quelle: Österreichische Nationalbibliothek – Digitalisat eines gemeinfreien Werkes Nutzung des Digitalisats ausschließlich zu nicht-kommerziellen Zwecken (PPP)

Further publications:

Gedichte von Johann Mayrhofer., 1824, page 106

Digital copy online

About music

Written:  1817
Publishing (announced):  19. June   1823
Original key:  E♭   major
Songtype:   Strophic song
Key recorded:  F   major

Schubert was 20 years old when he wrote this song.

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 2.1

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

In der Leipziger "Allgemeinen musikalischen Zeitung" vom 24. Juni 1824 erscheint eine Rezension der Lieder op. 21 - op. 24.
Diese Rezension ist als Digitalisat ist im Münchener Digitalisierungszentrum der Bayerischen Staatsbibliothek online verfügbar.
Der Rezensent Gottfried Wilhelm Fink bemerkt, daß Schubert keine Lieder schreibt und auch keine schreiben will, sondern freie Gesänge, manche so frei, daß man sie allenfalls Kapricen oder Phantasien nennen kann. Er bemängelt bei Schubert die

ungebührlich heftige Neigung, nur immer fort und fort, ruh- und rastlos zu modulieren und wieder zu modulieren, die eine wahre Krankheit der Zeit und bald zur Modulationsmanie geworden ist. 2.2

Er führt dies an einigen Beispielen in op. 21, 22 und 23 aus und spart dabei auch nicht mit Verbesserungsvorschlägen.

Old Schubert Edition, Series  XX, Vol. 05 № 318
New Schubert Edition  IV, Vol. 01
Friedlaender Edition  Bd. 2 » 52
Bärenreiter Urtext Edition  Bd. 1 » 121

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Old Schubert Edition

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First edition

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Source situation

Here you can find some informations about sources: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

The publication procured 1823 Sauer & Leidesdorf in Wien as Opus 21 - 2 | Publisher Number 276

Das Manuskript in der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz ist zwar nur fragmentarisch erhalten, da lediglich die leicht veränderte Singstimme notiert ist. Dennoch ist dieses Autograph von besonderem Interesse, da sich auf dem Dokument neben Schuberts Notation auch Handschriften von Eusebius Mandyczewski, Otto Erich Deutsch und vermutlich Johann Mayrhofer finden. Die Eintragungen der beiden Musikwissenschaftler beziehen sich auf Fragen der Strophenverteilung.

 

About publishing

Opus 21 4.1
Wiener Zeitung 19. June 1823 4.2
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