Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Christoph Schnackertz - Klavier
Aufnahme: Mittwoch, 20. Juli 2011 | Erfurt
Liedtext
Fels auf Felsen hingewälzet,
Fester Grund und treuer Halt;
Wasserfälle, Windesschauer,
Unbegriffene Gewalt -
Einsam auf Gebirges Zinne
Kloster- wie auch Burg-Ruine:
Grab' sie der Erinn'rung ein!
Denn der Dichter lebt vom Seyn.
Athme du den heil'gen Aether,
Schling' die Arme um die Welt;
{S}Und{S Nur} dem Würdigen, dem Großen
Bleibe muthig zugesellt.
Laß die Leidenschaften sausen
Im metallenen Accord;
Wenn die starken Stürme brausen,
Findest du das rechte Wort.
Zum Text
Das Gedicht Im Hochgebirge steht als Nr. 2 in einer Sammlung mit der Überschrift An Franz. 1.1
Das Gedicht Heliopolis, sowie die Vertonung desselben unter dem Titel Aus Heliopolis I kann hier ebenfalls angehört werden. Beide sind inhaltlich miteinander verbunden.
Das Gedicht Heliopolis II von Johann Baptist Mayrhofer wurde veröffentlicht im Jahr 1843 in Gedichte von Johann Mayrhofer. Es findet sich auf Seite 43. -> Digitalisat online
Zur Musik
Schubert war 25 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.
Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:
"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 2.1
Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.
- Abendlied der Fürstin D 495
- Abendstern D 806
- Abschied D 475
- Alte Liebe rostet nie D 477
- Am See – Friedländer-Version D 124
- Am Strome D 539 – Opus 8 - 4
- An die Freunde D 654
- Antigone und Oedip D 542 – Opus 6 - 2
- Auf der Donau D 553 – Opus 21 - 1
- Auflösung D 807
- Augenlied – Zweite Fassung D 297
- Beim Winde D 669
- Der Alpenjäger – Zweite Fassung D 524
- Der Alpenjäger – Dritte Fassung D 524 – Opus 13 - 3
- Der entsühnte Orest D 699
- Der Hirt D 490
- Der Schiffer – Zweite Fassung D 536 – Opus 21 - 2
- Der Sieg D 805
- Der zürnenden Diana – Zweite Fassung D 707 – Opus 36 - 1
- Die Einsamkeit D 620
- Die Sternennächte D 670 – Opus 165 - 2
- Erlafsee D 586 – Opus 8 - 3
- Fahrt zum Hades D 526
- Freiwilliges Versinken D 700
- Geheimnis. An Franz Schubert D 491
- Gondelfahrer – Erste Bearbeitung D 808
- Heliopolis I D 753 – Opus 65 - 3
- Liane D 298
- Lied eines Schiffers an die Dioskuren D 360 – Opus 65 - 1
- Liedesend – Zweite Fassung D 473
- Memnon D 541 – Opus 6 - 1
- Nach einem Gewitter D 561
- Nachtstück – Zweite Fassung D 672 – Opus 36 - 2
- Nachtviolen D 752
- Orest auf Tauris D 548
- Philoktet D 540
- Rückweg D 476
- Schlaflied/Schlummerlied – Zweite Fassung D 527 – Opus 24 - 2
- Sehnsucht D 516 – Opus 8 - 2
- Trost D 671
- Uraniens Flucht D 554
- Wie Ulfru fischt – Zweite Fassung D 525 – Opus 21 - 3
- Zum Punsche D 492
Quellenlage
Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch
Ort des Manuskripts: Staatsbibliothek zu Berlin, preußischer Kulturbesitz
Die Veröffentlichung besorgte 1842 A. Diabelli & Co. in Wien als Nachlass - 37 | Verlagsnummer 7415
Das Arbeitsmanuskript ist hier zu finden, eine Reinschrift hier.
Noten
Originalversion des Liedes
Quellen
5.1 Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Heliopolis II
6.1Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net
Geschrieben von: Peter Schöne
