Beim Winde

D 669 Nachlass

Johann Baptist Mayrhofer 1787 - 1836

Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Olga Monakh - Klavier

Aufnahme: Mittwoch, 15. Mai 2013 | Berlin

Liedtext

Es träumen die Wolken,
Die Sterne, der Mond,
Die Bäume, die Vögel,
Die Blumen, der Strom.
Sie wiegen,
Und schmiegen
Sich tiefer zurück,
Zum thauigen Bette,
Zur ruhigen Stätte,
Zum heimlichen Glück.
Doch Blättergesäusel
Und Wellengekräusel
Verkünden Erwachen.
Denn ewig geschwinde,
Unruhige Winde,
Sie {S}stören und{S stören, sie} fachen.

Erst schmeichelnde Regung,
Dann wilde Bewegung;
Und dehnende Räume
Verschlingen die Träume.

Im Busen, im reinen,
Bewahre die {S}deinen{S Deinen};
Es ströme dein Blut:
Vor rasenden Stürmen
Besonnen zu schirmen
Die heilige Gluth.

Johann Baptist Mayrhofer
Ergänzte Fotografie nach der Sepiazeichnung in Schwinds 'Schubertabend'
Österreichische Nationalbibliothek - Public domain

Zum Text

Schubert erhielt die Gedichte Mayrhofers in der Regel direkt als handschriftliche Vorlagen vom Autor selbst. Ein gedruckter Gedichtband Mayrhofers erschien erst 1824 in der kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien.1.1

Das Gedicht Beim Winde von Johann Baptist Mayrhofer wurde veröffentlicht im Jahr 1824 in Gedichte von Johann Mayrhofer.. Es findet sich auf Seite 118f.. -> Digitalisat online

Gedichte von Johann Mayrhofer.

© Quelle: Österreichische Nationalbibliothek – Digitalisat eines gemeinfreien Werkes Nutzung des Digitalisats ausschließlich zu nicht-kommerziellen Zwecken (PPP)

Zur Musik

Komponiert:  Oktober   1819
Veröffentlichung (angezeigt):  4. Juni   1829
Originaltonart:  g - moll
Liedform:   A-B-A′
Aufnahmetonart:  f - moll
Schuberts Wohnort 1819 | Wipplingerstr. 2 Wien

Schubert war 22 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 2.1

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Ort des Manuskripts: Staatsbibliothek zu Berlin, preußischer Kulturbesitz

Die Veröffentlichung besorgte 1829 Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode in Wien als Nachlass - 22

Die Erstveröffentlichung geschah in der Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode, 23. 6.1829, als Beilage 3.1

Zur Veröffentlichung

Nachlass 22 4.1
Wiener Zeitung 4. Juni 1829 4.2

Noten

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 06 № 365
Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 12
Friedlaender Edition  Bd. 5 » 129

Erstdruck PDF Thumbnail Originalversion des Liedes PDF Thumbnail
Zurück zu den Liedern