Zum Punsche

D 492 Nachlass

Johann Baptist Mayrhofer 1787 - 1836

Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Boris Cepeda - Klavier

Aufnahme: Freitag, 22. Mai 2009 | Erfurt

Liedtext

Woget brausend, Harmonieen,
Kehre wieder, alte Zeit;
Punschgefüllte Becher, wandert
In des Kreises Heiterkeit!

Mich ergreifen schon die Wellen,
Bin der Erde weit entrückt;
Sterne winken, Lüfte säuseln,
Und die Seele ist beglückt!

Was das Leben aufgebürdet,
Liegt am Ufer nebelschwer;
Steu're fort, ein rascher Schwimmer,
In das hohe Friedensmeer.

Was des {S}Schwimmens Lust vermehrt{S Schwimmers Lust vermehret},
Ist das Plätschern hinterdrein;
Denn es folgen die Genossen, –
Keiner will der Letzte seyn.

Johann Baptist Mayrhofer
Ergänzte Fotografie nach der Sepiazeichnung in Schwinds 'Schubertabend'
Österreichische Nationalbibliothek - Public domain

Zum Text

Schubert erhielt die Gedichte Mayrhofer's üblicherweise als Handschrift.

Das Gedicht Zum Punsche von Johann Baptist Mayrhofer wurde veröffentlicht im Jahr 1840 in Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode. Es findet sich auf Seite 523. -> Digitalisat online

Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode

© Quelle: Österreichische Nationalbibliothek – Digitalisat eines gemeinfreien Werkes Nutzung des Digitalisats ausschließlich zu nicht-kommerziellen Zwecken (PPP)

Weitere Veröffentlichungen:

Gedichte von Johann Mayrhofer, 1843, Seite 84

Digitalisat online

Zur Musik

Komponiert:  Oktober   1816
Veröffentlichung (angezeigt):  1849
Originaltonart:  d - moll
Liedform:   Strophenlied
Aufnahmetonart:  d - moll
Schuberts Wohnort 1816 | Tuchlauben 20 Wien

Schubert war 19 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

Mein Verhältnis mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunst machten unser Verhältnis inniger; ich dichtete,er komponirte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt. 2.1

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Ort des Manuskripts: Österreichische Nationalbibliothek

Die Veröffentlichung besorgte 1849 A. Diabelli & Co. in Wien als Nachlass - 44 | Verlagsnummer 8821

Zur Veröffentlichung

Nachlass 44 4.1

Noten

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 04 № 270
Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 11
Friedlaender Edition  Bd. 6 » 42

Originalversion des Liedes PDF Thumbnail Erstdruck PDF Thumbnail
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