Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Boris Cepeda - Klavier
Aufnahme: Mittwoch, 19. August 2009 | Erfurt
Liedtext
Es mahnt der Wald, es ruft der Strom:
"Du holdes Bübchen zu uns komm!"
Der Knabe naht, und staunt, und weilt,
Und ist von allem Schmerz geheilt.
Aus Saaten flötet Wachtelschlag,
Mit irren Lichtern spielt der Tag;
Und auf den Blümlein in der Au
Erglänzt des Himmels feuchter Thau.
Ins hohe Gras legt er sich hin:
Läßt über sich die Wolken zieh'n -
An Mutter Erde angeschmiegt,
Hat ihn der Traumgott eingewiegt.
Es mahnt der Wald, es ruft der Strom:
"Du holdes Bübchen zu uns komm!"
Der Knabe naht, und staunt, und weilt,
Und ist von allem Schmerz geheilt.
Aus Saaten flötet Wachtelschlag,
Mit irren Lichtern spielt der Tag;
Und auf den Blümlein in der Au
Erglänzt des Himmels feuchter Thau.
Ins hohe Gras legt er sich hin:
Läßt über sich die Wolken zieh'n -
An Mutter Erde angeschmiegt,
Hat ihn der Traumgott eingewiegt.
Es mahnt der Wald, es ruft der Strom:
"Du holdes Bübchen zu uns komm!"
Der Knabe naht, und staunt, und weilt,
Und ist von allem Schmerz geheilt.
Aus Saaten flötet Wachtelschlag,
Mit irren Lichtern spielt der Tag;
Und auf den Blümlein in der Au
Erglänzt des Himmels feuchter Thau.
Ins hohe Gras legt er sich hin:
Läßt über sich die Wolken zieh'n -
An Mutter Erde angeschmiegt,
Hat ihn der Traumgott eingewiegt.
Zum Text
Schubert erhielt die Gedichte Mayrhofers in der Regel direkt als handschriftliche Vorlagen vom Autor selbst. Ein gedruckter Gedichtband Mayrhofers erschien erst 1824 in der kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien.
Das Gedicht Schlaflied/Schlummerlied von Johann Baptist Mayrhofer wurde veröffentlicht im Jahr 1824 in Gedichte von Johann Mayrhofer.. Es findet sich auf Seite 47. -> Digitalisat online
Zur Musik
Schubert war 19 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.
Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:
"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 10
Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.
In der Leipziger "Allgemeinen musikalischen Zeitung" vom 24. Juni 1824 erscheint eine Rezension der Lieder op. 21 - op. 24.
Diese Rezension ist als Digitalisat ist im Münchener Digitalisierungszentrum der Bayerischen Staatsbibliothek online verfügbar.
Der Rezensent G. W. Fink bemerkt, daß Schubert keine Lieder schreibt und auch keine schreiben will, sondern freie Gesänge, manche so frei, daß man sie allenfalls Kapricen oder Phantasien nennen kann. Er bemängelt bei Schubert die
ungebührlich heftige Neigung, nur immer fort und fort, ruh- und rastlos zu modulieren und wieder zu modulieren, die eine wahre Krankheit der Zeit und bald zur Modulationsmanie geworden ist. 11
Er führt dies an einigen Beispielen in op. 21, 22 und 23 aus, spart dabei auch nicht mit Verbesserungsvorschlägen und meint dann zum hier behandelten Op. 24 Nr. 2:
Das einfache Schlaflied muß der Konsequenz halber nach der Mitte usw. einige desperate Modulationen erdulden.
Quellenlage
Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch
Die Veröffentlichung besorgte 1823 Sauer & Leidesdorf in Wien als Opus 24 - 2 | Verlagsnummer 429
Das Manuskript der ersten Fassung liegt in der Sibley Music Library.
Quellen
5.1Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Schlaflied/Schlummerlied
6.1Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net
Geschrieben von: Peter Schöne






