Zum Punsche

D 492 Nachlass

Johann Baptist Mayrhofer 1970 - 1970

Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Boris Cepeda - Klavier

Aufnahme: Freitag, 22. Mai 2009 | Erfurt

Liedtext

Woget brausend, Harmonieen,
Kehre wieder, alte Zeit;
Punschgefüllte Becher, wandert
In des Kreises Heiterkeit!

Mich ergreifen schon die Wellen,
Bin der Erde weit entrückt;
Sterne winken, Lüfte säuseln,
Und die Seele ist beglückt!

Was das Leben aufgebürdet,
Liegt am Ufer nebelschwer;
Steu're fort, ein rascher Schwimmer,
In das hohe Friedensmeer.

Was des [Schwimmens Lust vermehrt{Schubert Autograph: Schwimmers Lust vermehret}],
Ist das Plätschern hinterdrein;
Denn es folgen die Genossen, –
Keiner will der Letzte seyn.

Wiener Zeitschrift 1840

Johann Baptist Mayrhofer
Ergänzte Fotografie nach der Sepiazeichnung in Schwinds 'Schubertabend'
Österreichische Nationalbibliothek - Public domain

Zum Text

Schubert erhielt die Gedichte Mayrhofer's üblicherweise als Handschrift.

Das Gedicht Zum Punsche von Johann Baptist Mayrhofer wurde veröffentlicht im Jahr 1840 in Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode 1840 Zweytes Quartal Auf Kosten des Herausgebers Friedrich Ditthauer Gedruckt bey Anton Strauß’s sel Witwe. Es findet sich auf Seite 523.

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Weitere Veröffentlichungen:

Gedichte von Johann Mayrhofer Neue Sammlung Aus dessen Nachlasse mit Biographie und Vorwort herausgegeben von Ernst Freih v Feuchtersleben Wien, 1843, Seite 84

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Zur Musik

Komponiert: Oktober 1816
Veröffentlichung (angezeigt): 1849
Originaltonart:  d - moll
Liedform: Strophenlied
Aufnahmetonart:  d - moll
Schuberts Wohnort 1816

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

Mein Verhältnis mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunst machten unser Verhältnis inniger; ich dichtete,er komponirte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt. 2.1

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

Schubert war 19 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Ort des Manuskripts: Österreichische Nationalbibliothek

Die Veröffentlichung besorgte 1849 A. Diabelli & Co. in Wien als Nachlass - 44 | Verlagsnummer 8821

Das Manuskript liegt in der Österreichischen Nationalbibliothek. Es kann auf der Seite schubert-online.at online studiert werden.

Die Erstveröffentlichung besorgte Cappi & Diabelli als Nachlass-Lieferung 44, VN 8821

Zur Veröffentlichung

Deckblatt Nachlass 44 4.1

Noten

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 04 № 270
Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 11
Friedlaender Edition  Bd. 6 » 42

Originalversion des Liedes PDF Thumbnail Erstdruck PDF Thumbnail
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