Die Sterne

D 684 Nachlass

Klamer Schmidt 1970 - 1970

Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Olga Monakh - Klavier

Aufnahme: Mittwoch, 28. August 2013 | Berlin

Liedtext

Du staunest, o Mensch, was heilig wir strahlen?
O folgtest du nur den himmlischen [Winken{Schubert Erstdruck: Mächten}],
Vernähmest du besser, was freundlich wir [blinken{Schubert Erstdruck: winken}],
Wie wären verschwunden die irdischen Qualen!
Dann flösse die Liebe aus ewigen Schalen,
Es athmeten alle in reinen Azuren,
Das lichtblaue Meer umschwebte die Fluren,
Und funkelten [Stern'{Schubert Erstdruck: Sterne}] auf den heimischen Thalen.

Aus göttlicher Quelle sind alle genommen.
Ist jegliches Wesen nicht eines im Chore?
Nun sind ja geöffnet die himmlischen Thore,
Was soll denn das bange Verzagen noch frommen?
O wäret ihr schon zur Tiefe geklommen,
So sähet das Haupt ihr von Sternen umflogen
Und spielend ums Herz die kindlichen Wogen,
Zu denen die Stürme des Lebens nicht kommen.

Erstdruck Musen-Almanach 1802

Klamer Schmidt
Ölgemälde Klamer Eberhard Karl Schmidt 1774
Wikimedia.org - Public domain

Zum Text

Friedrich von Schlegels Gedicht erschien 1802 im Musen-Almanach für das Jahr 1802. Herausgegeben von August Wilhelm Schlegel und Ludwig Tieck in der Cotta’schen Buchhandlung Tübingen.

Das Gedicht steht im zweiten Teil der 2 x 10 Gedichte und 2 Prologe umfassenden Sammlung Abendröte.

Digitalisat auf books.google.com Seite 155

Weitere Ausgabe:

Friedrich Schlegel's sämmtliche Werke. Erster Band. Gedichte. Berlin, bei Julius Eduard Hitzig, 1809, Seite 32.

Zur Musik

Komponiert: 1820
Veröffentlichung (angezeigt): 1850
Originaltonart:  Es - Dur
Liedform: Strophenlied
Aufnahmetonart:  Es - Dur
Schuberts Wohnort 1820

Schubert vertonte 16 Gedichte von Schlegel. Die frühesten Kompositionen entstanden 1818, die letzte sieben Jahre später 1825. 11 Vertonungen sind Gedichte aus der Sammlung Abendröte, die zyklischen Charakter haben, auch wenn es keine eigentliche Handlung gibt. 2.1
Schubert setzte offenbar keine Wiederholungszeichen in sein Manuskript, weshalb im Erstdruck nur eine Strophe des Gedichtes abgedruckt erscheint. Wir haben uns daher auch entschlossen, nur eine Strophe aufzunehmen.

Schlegel stellt den beiden Teilen seiner Sammlung Abendröte jeweils ein Motto voraus. Diese beiden Gedichte tragen keinen eigenen Titel. Schubert wählte für die Vertonung des Gedichts Tiefer sinket schon die Sonne die Überschrift des schlegelschen Zyklus - Abendröte.
Dies mag ein weiterer Hinweis darauf sein, dass Schubert hier zyklisch dachte.

Erster Teil
[Tiefer sinket schon die Sonne] D 690
Die Berge D 634
Die Vögel D 691
Der Knabe D 692
Der Fluß D 693
Der Hirt
Die Rose D 745
Der Schmetterling D 633
Die Sonne
Die Lüfte
Der Dichter

Zweiter Teil
[Als die Sonne nun versunken]
Der Wanderer D 649
Der Mond
Zwei Nachtigallen
Das Mädchen D 652
Der Wasserfall
Die Blumen
Der Sänger
Die Sterne D 684
Die Gebüsche D 646
Der Dichter

Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Die Veröffentlichung besorgte 1850 A. Diabelli & Co. in Wien als Nachlass - 48 | Verlagsnummer 8837

Die Erstveröffentlichung besorgte A. Diabelli et Comp. als Nachlass-Lieferung 48, VN 8837

Zur Veröffentlichung

Deckblatt Nachlass 48 4.1

Noten

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 06 № 378
Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 12
Friedlaender Edition  Bd. 6 » 58

Originalversion des Liedes PDF Thumbnail Erstdruck PDF Thumbnail
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