Am Bach im Frühlinge

D 361 Opus 109 - 1

Franz von Schober 1796 - 1882

Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Boris Cepeda - Klavier

Aufnahme: Mittwoch, 22. Juli 2009 | Erfurt

Liedtext

Du brachst sie nun die kalte Rinde,
Und rieselst [froh und frei{Schober (Manuskript): "frey und froh"}] dahin;
Die Lüfte wehen wieder linde,
Und Moos und Gras wird [frisch{Schubert: "neu"}] und grün.

[Doch ich -{Schober (Manuskript) & Schubert: "Allein"}] mit traurigem Gemüthe
Tret' ich wie sonst zu deiner Fluth,
Der Erde allgemeine Blüthe
Kommt meinem Herzen nicht zu gut.

Hier treiben immer gleiche Winde,
Kein Hoffen kommt in meinen Sinn -
Als daß ich hier ein Blümchen finde,
Blau, wie sie der Erinnrung blühn.

Franz von Schober
vor Schloss Torup - Ölgemälde von Leopold Kupelwieser
Wikimedia.org - CC-BY-SA-3.0

Zum Text

Franz Schubert und Franz von Schober waren innigst miteinander befreundet. Sie wohnten ab 1818 mit einigen Unterbrechungen zusammen in Schobers Wohnung Tuchlauben 20, Landskrongasse 5 im ersten Wiener Bezirk (Ansicht vor 1905). Schober war mit vielen künstlerischen Persönlichkeiten bekannt und trug viel dazu bei, dass sich Schuberts Werk zu seinen Lebzeiten und darüber hinaus verbreitete.
Eine Ausgabe mit Gedichten Franz von Schobers erschien erst 1842 nach dem Tod von Franz Schubert bei der Cotta’schen Buchhandlung Tübingen. Ein Digitalisat dieser Ausgabe ist auf den Seiten der Österreichischen Nationalbibliothek online verfügbar. Das Gedicht steht dort auf S. 9 unter dem Titel Am Bache in der Sammlung Frühlingslieder. 1.1

Die blaue Blume ist eine Chiffre der Romantik. Über ihre Bedeutung kann man sich auf wikipedia.org informieren. 1.2

Zur Musik

Komponiert: 1816
Veröffentlichung (angezeigt): 10. Juli 1829
Originaltonart:  Des - Dur
Liedform: A-B-A'
Aufnahmetonart:  Des - Dur
Schuberts Wohnort 1816

Heute liegen uns 13 Vertonungen der Gedichte Schobers als Sololied vor. Schubert erhielt die Gedichte seines Freundes als Handschrift und setzte sie vermutlich sofort oder kurz nach ihrer Entstehung in Musik.
Das Lied Augenblicke im Elysium ging verloren, bevor es in den ersten allgemeinen Sammlungen Schubertscher Lieder Einzug halten konnte. Es findet sich lediglich ein Hinweis in der zweiten vermehrten Auflage der Gedichte Schobers (Leipzig, 1865). Dort heißt es im Untertitel zum Gedichte "Von Franz Schubert in Musik gesetzt".2.1

Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Ort des Manuskripts: Österreichische Nationalbibliothek

Die Veröffentlichung besorgte 1829 A. Diabelli & Co. in Wien als Opus 109 - 1 | Verlagsnummer 3317

Zur Veröffentlichung

Deckblatt Opus 109 4.1
Deckblatt Wiener Zeitung 10. Juli 1829 4.2

Noten

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 04 № 272
Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 10
Friedlaender Edition  Bd. 4 » 120

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