Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Boris Cepeda - Klavier

Aufnahme: Mittwoch, 22. Juli 2009 | Erfurt

Liedtext

Lebensfunke, vom Himmel entglüht*,
Der sich loszuwinden müht!
Zitternd-kühn, vor Sehnen leidend,
Gern und doch mit Schmerzen scheidend –
End' o end' den Kampf, Natur!
Sanft ins Leben
Aufwärts schweben,
Sanft hinschwinden laß mich nur.

Horch!, mir lispeln Geister zu:
"Schwester-Seele, komm zur Ruh!"
Ziehet was mich sanft von hinnen?
Was ists, das mir meine Sinnen,
Mir den Hauch zu rauben droht?
Seele sprich, ist das der Tod?

Die Welt entweicht! Sie ist nicht mehr!
Harmonieen um mich her!
Ich schwimm' im Morgenroth –
Leiht, o leiht mir eure Schwingen,
Ihr Brüder-Geister! helft mir singen:
"O Grab, wo ist dein Sieg? wo ist dein Pfeil, o Tod?"

* Popens sterbender Christ an seine Seele.

Lebensfunke, vom Himmel entglüht*,
Der sich loszuwinden müht!
Zitternd-kühn, vor Sehnen leidend,
Gern und doch mit Schmerzen scheidend –
End' o end' den Kampf, Natur!
Sanft ins Leben
Aufwärts schweben,
Sanft hinschwinden laß mich nur.

Horch!, mir lispeln Geister zu:
"Schwester-Seele, komm zur Ruh!"
Ziehet was mich sanft von hinnen?
Was ists, das mir meine Sinnen,
Mir den Hauch zu rauben droht?
Seele sprich, ist das der Tod?

Die Welt entweicht! Sie ist nicht mehr!
Harmonieen um mich her!
Ich schwimm' im Morgenroth –
Leiht, o leiht mir eure Schwingen,
Ihr Brüder-Geister! helft mir singen:
"O Grab, wo ist dein Sieg? wo ist dein Pfeil, o Tod?"

* Popens sterbender Christ an seine Seele.

Lebensfunke, vom Himmel entglüht*,
Der sich loszuwinden müht!
Zitternd-kühn, vor Sehnen leidend,
Gern und doch mit Schmerzen scheidend –
End' o end' den Kampf, Natur!
Sanft ins Leben
Aufwärts schweben,
Sanft hinschwinden laß mich nur.

Horch!, mir lispeln Geister zu:
"Schwester-Seele, komm zur Ruh!"
Ziehet was mich sanft von hinnen?
Was ists, das mir meine Sinnen,
Mir den Hauch zu rauben droht?
Seele sprich, ist das der Tod?

Die Welt entweicht! Sie ist nicht mehr!
Harmonieen um mich her!
Ich schwimm' im Morgenroth –
Leiht, o leiht mir eure Schwingen,
Ihr Brüder-Geister! helft mir singen:
"O Grab, wo ist dein Sieg? wo ist dein Pfeil, o Tod?"

* Popens sterbender Christ an seine Seele.

Johann Gottfried Herder
Portrait von Anton Graff
Wikimedia.org - Public domain

Zum Text

Herder war ein Theologe, der u.a. als bedeutender Übersetzer der Literatur seiner Zeit und gleichzeitig als Sprachwissenschaftler tätig war.

Im Jahr 1774 übersetzte er Popes Ode The dying Christian to his Soul.

Daraus stammt das vorligende Gedicht.

Es erschien ebenso wie weitere Übersetzungen in den Zerstreuten Blättern von J.G.Herder. Zweite Sammlung. Gotha 1786, bey Carl Wilhelm Ertinger, S. 375f.

Digitalisat online

Trivia: Die letzte Zeile des Gedichtes ist eine Abwandlung des berühmten Ausspruchs aus der Bibel 1. Korinther 15 Vers 55-58
"Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?"

Zur Musik

Komponiert:  4. Mai   1813
Veröffentlichung (angezeigt):  5. Mai   1832
Originaltonart:  a - moll
Liedform:   Kantate
Aufnahmetonart:  a - moll

Schubert war 16 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Schubert wählte den Titel vermutlich selbst. Er vertonten nur zwei Texte von Herder. Beides Übersetzungen.
 

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 01 № 10
Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 06
Friedlaender Edition  Bd. 5 » 86
Bärenreiter Urtext Edition  Bd. 5 » 60

Alte Gesamtausgabe

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Erstdruck

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Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Die Veröffentlichung besorgte 1832 A. Diabelli & Co. in Wien als Nachlass - 17 | Verlagsnummer 4017

Zur Veröffentlichung

Nachlass 17 4.1
Wiener Zeitung 5. Mai 1832 4.2
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