Nähe des Geliebten

Erste Fassung

D 162

Johann Wolfgang von Goethe 1970 - 1970

Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Boris Cepeda - Klavier

Aufnahme: Mittwoch, 14. Januar 2009 | Berlin

Liedtext

Ich denke dein, wenn mir der Sonne Schimmer
Vom Meere strahlt;
Ich denke dein, wenn sich des Mondes [Flimmer]1.1
In Quellen mahlt.

Ich sehe dich, wenn auf dem fernen Wege
Der Staub sich hebt;
In tiefer Nacht, wenn auf dem schmalen [Stege]1.2
Der Wandrer bebt.

Ich höre dich, wenn dort mit dumpfem Rauschen
Die Welle steigt.
Im stillen [Haine]1.3 geh' ich oft zu lauschen,
Wenn alles schweigt.

Ich bin bei dir, du seyst auch noch so ferne,
Du bist mir nah!
Die Sonne sinkt, [bald]1.4 leuchten mir die Sterne.
O wärst du da!

1.1 Schubert (Neue Gesamtausgabe): "Schimmer"
1.2 Schubert: "Wege"
1.3 Schubert: "Hain, da"
1.4 Schubert (Neue Gesamtausgabe): "es"

Johann Wolfgang von Goethe
Ölgemälde 1834 von Johann Josef Schmeller
Wikimedia.org - Public domain

Zum Text

Goethes schrieb sein Gedicht Nähe des Geliebten 1775 im Alter von 26 Jahren.

Zur Erstausgabe erscheint eine Komposition von Johann Friedrich Reichardt.

Das Gedicht Nähe des Geliebten von Johann Wolfgang von Goethe wurde veröffentlicht im Jahr 1796 in Musen-Almanach für das Jahr 1796, herausgegeben von Schiller, Neustrelitz, Hofbuchhändler Michaelis. Es findet sich auf Seite 5.

Digitalisat online

Zur Musik

Komponiert: 27. Februar 1815
Veröffentlichung (angezeigt): 1894
Originaltonart:  Ges - Dur
Liedform: Strophenlied
Aufnahmetonart:  Des - Dur
Schuberts Wohnort 1815

Das Verhältnis zwischen Schubert und Goethe war ambivalent. Während Schubert den 48 Jahre älteren Meister verehrte, hat Letzterer ihn kaum beachtet. Obwohl Goethe einige seiner vertonten Gedichte durch eine Sendung Joseph von Spauns erhielt, gelang es Schubert nicht, mit seinen Kompositionen bis zu Goethe durchzudringen. Zu fremd waren den Ohren des alten Meisters der Klassik die neuen Klänge. 2.1
1830, zwei Jahre nach Schuberts Tod, soll Goethe den Erlkönig, gesungen von Wilhelmine Schröder-Devrient gehört haben. Ob ihm tatsächlich die Komposition, oder das junge Mädchen gefallen hat, bleibt dahingestellt. 2.2

Schubert vertonte 62 Texte von Goethe, manche sogar mehrmals. Am Ende liegen uns heute fast 80 Kompositionen vor. Viele davon sind Lieder. Einige für mehrere Stimmen und Instrumente.

Schubert war 18 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Ort des Manuskripts: Staatsbibliothek zu Berlin, preussischer Kulturbesitz

Die Veröffentlichung besorgte 1894 Eusebius Mandyczewski in Alte Gesamtausgabe (Breitkopf&Härtel) in Leipzig

Schubert strich das Manuskript mehrfach durch und vermerkte darunter: "GILT NICHT"

Zur Veröffentlichung

Deckblatt Alte Gesamtausgabe 4.1

Noten

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 02 № 49
Friedlaender Edition  Bd. 1 » 243
Bärenreiter Urtext Edition  Bd. 1 » 32

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