Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Holger Berndsen - Klavier

Aufnahme: Freitag, 26. August 2016 | Würzburg

Liedtext

Freunde, deren Grüfte sich schon bemoosten!
Wann der Vollmond über dem Walde dämmert,
Schweben eure Schatten empor vom stillen
Ufer der Lethe.

Seid mir, Unvergeßliche, froh gesegnet!
Du vor Allen, welcher im Buch' der Menschheit
Mir der Hieroglyphen so viel gedeutet,
Redlicher Bonnet!

Längst verschlürft im Strudel der Brandung wäre
Wohl mein Fahrzeug oder am Riff zerschmettert,
Hättet ihr nicht, Genien gleich, im Sturme
Schirmend gewaltet.

Wiedersehn der Liebenden! wo der Heimat
Goldne Sterne leuchten, o du der armen
Psyche, die gebunden im Grabtal schmachtet,
Heiligste Sehnsucht!

Freunde, deren Grüfte sich schon bemoosten!
Wann der Vollmond über dem Walde dämmert,
Schweben eure Schatten empor vom stillen
Ufer der Lethe.

Seid mir, Unvergeßliche, froh gesegnet!
Du vor Allen, welcher im Buch' der Menschheit
Mir der Hieroglyphen so viel gedeutet,
Redlicher Bonnet!

Längst verschlürft im Strudel der Brandung wäre
Wohl mein Fahrzeug oder am Riff zerschmettert,
Hättet ihr nicht, Genien gleich, im Sturme
Schirmend gewaltet.

Wiedersehn der Liebenden! wo der Heimat
Goldne Sterne leuchten, o du der armen
Psyche, die gebunden im Grabtal schmachtet,
Heiligste Sehnsucht!

Freunde, deren Grüfte sich schon bemoosten!
Wann der Vollmond über dem Walde dämmert,
Schweben eure Schatten empor vom stillen
Ufer der Lethe.

Seid mir, Unvergeßliche, froh gesegnet!
Du vor Allen, welcher im Buch' der Menschheit
Mir der Hieroglyphen so viel gedeutet,
Redlicher Bonnet!

Längst verschlürft im Strudel der Brandung wäre
Wohl mein Fahrzeug oder am Riff zerschmettert,
Hättet ihr nicht, Genien gleich, im Sturme
Schirmend gewaltet.

Wiedersehn der Liebenden! wo der Heimat
Goldne Sterne leuchten, o du der armen
Psyche, die gebunden im Grabtal schmachtet,
Heiligste Sehnsucht!

Friedrich von Matthisson
Portrait von Christian Ferdinand Hartmann
Gleimhaus Halberstadt - CC BY-NC-SA

Zum Text

Friedrich von Matthisson schrieb sein Gedicht Die Schatten im Jahr 1797 im Alter von 36 Jahren. Es wurde zuerst im Musenalmanach für das Jahr 1799 von Johann Heinrich Voß veröffentlicht.

Digitalisat online. S. 143 1.1

Weitere Ausgaben dieses Gedichtes:
1802 Matthisson, Gedichte, Seite 64f. 1.2
1811 Matthisson, Gedichte. Zweiter Theil, Vollständige Ausgabe, Seite 103 1.3

Confirmed with Gedichte von Matthisson. Fünfte vermehrte Auflage. Zürich, bei Orell, Füssli und Compagnie. 1802, pages 64-65; and with Gedichte von Friedrich von Matthisson. Zweiter Theil. Tübingen, bei Cotta, 1811, page 103.

First published in Musen-Almanach für das Jahr 1799, herausgegeben von Schiller, Tübingen, in der J.G.Cottaischen Buchhandlung, page 143 (only stanza 1-3).

Lethe = Vergessen = Fluß der Unterwelt (griechische Mythologie)

Bonnet = Charles Bonnet = Anwalt, Philosoph, Naturwissenschaftler (Genf)

Zur Musik

Komponiert:  12. April   1813
Veröffentlichung (angezeigt):  1894
Originaltonart:  A - Dur
Liedform:   durchkomponiert
Aufnahmetonart:  E - Dur

Schubert war 16 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Im April 1814 begann Schubert eine ganze Reihe von Gedichten Matthissons zu vertonen. Fast alle Kompositionen stammen aus der Zeit zwischen 1814 und 1816. Am Ende werden es 32 Gedichte sein, die Schubert in Musik setzte, einige von ihnen mehrfach.

Die Schatten schrieb er bereits 1813 im Alter von 16 Jahren.

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 01 № 8
Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 06
Bärenreiter Urtext Edition  Bd. 5 » 56

Link zum Manuskript

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Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Die Veröffentlichung besorgte 1894 Eusebius Mandyczewski in Alte Gesamtausgabe (Breitkopf&Härtel) in Leipzig

 

 

Zur Veröffentlichung

Alte Gesamtausgabe 4.1
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