Das Wandern

D 795 Opus 25 - 1

Wilhelm Müller 1970 - 1970

Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Jan Philip Schulze - Klavier

Aufnahme: Mittwoch, 03. Juni 2020 | Saarbrücken

Diese Aufnahme ist meinem Gesangslehrer dem Bariton Dietrich Fischer-Dieskau gewidmet.

Liedtext

Das Wandern ist des Müllers Lust,
  Das Wandern!
Das muß ein schlechter Müller sein,
Dem niemals fiel das Wandern ein,
  Das Wandern.

Vom Wasser haben wir's gelernt,
  Vom Wasser!
Das hat nicht Rast bei Tag und Nacht,
Ist stets auf Wanderschaft bedacht,
  Das Wasser.

Das sehn wir auch den Rädern ab,
  Den Rädern!
Die gar nicht gerne stille stehn,
Die sich mein Tag nicht müde [drehn{Schubert: gehn}],
  Die Räder.

Die Steine selbst, so schwer sie sind,
  Die Steine!
Sie tanzen mit den muntern Reihn
Und wollen gar noch schneller sein,
  Die Steine.

O Wandern, Wandern, meine Lust,
  O Wandern!
Herr Meister und Frau Meisterin,
Laßt mich in Frieden weiter ziehn
  Und wandern.
 

Wilhelm Müller
Portrait von Johann Friedrich Schröter
Wikimedia.org - Public domain

Zum Text

Das Gedicht Das Wandern wurde zusammen mit der Sammlung der Gedichte aus der schönen Müllerin erstmals 1821 in den Sieben und siebzig Gedichte aus den hinterlassenen Papieren eines reisenden Waldhornisten herausgegeben von Wilhelm Müller bei Christian Georg Ackermann in Dessau veröffentlicht.
Digitalisat online S.7f.

Bereits drei Jahre zuvor veröffentlichte Müller das vorliegende Gedicht Wanderlust in Gaben der Milde, viertes Bändchen, mit Beiträgen von Ludwig Achim von Arnim, Friedrich Wilhelm Gubitz, Heraklius, Carl Friedrich Ernst Ludwig, Wilhelm Müller, L. Velhar und Julius von Voß. Für die Bücher-Verloosung "zum Vortheil hülfloser Krieger" herausgegeben von Friedrich Wilhelm Gubitz. Berlin, 1818
Digitalisat online S.214f.

Zur Musik

Komponiert: Oktober 1823
Veröffentlichung (angezeigt): 17. Februar 1824
Originaltonart:  B - Dur
Liedform: Strophenlied
Aufnahmetonart:  As - Dur
Schuberts Wohnort 1823

Mit der schönen Müllerin schuf Schubert seinen ersten geschlossenen Liederzyklus. Ihm diente höchstwahrscheinlich die 1821 erschienene Gedichtsammlung von Wilhelm Müller als Vorlage.

Müllers Zyklus enthält drei weitere Gedichte, die Schubert nicht vertont hat (Das Mühlenleben nach Nr.6; Erster Schmerz, letzter Scherz nach Nr. 15; Blümlein Vergißmein nach Nr. 17). Den Gedichten ist außerdem ein Prolog und ein Epilog beigegeben, in denen der Dichter das Geschehen in den Texten kommentiert und ironisiert.

Bei unserem Live-Mitschnitt des Liederabends aus dem Jahr 2020 wurden diese Texte vom Schauspieler Raimund Widra gesprochen. Sie können hier mit freundlicher Genehmigung des Künstlers angehört werden.

Erste Aufführung des Zyklus: in Wien im Mai 1856 durch Julius Stockhausen.

Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Die Veröffentlichung besorgte 1824 Sauer & Leidesdorf in Wien als Opus 25 - 1 | Verlagsnummer 502

Die Veröffentlichung geschah als Fortsetzung in 5 Heften.
Das erste Heft erschien am 17. 2. 1824.
Das zweite Heft erschien am 24. 3. 1824
Heft 3-5 erschienen gemeinsam am 12. 8. 1824

Noten

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 07 № 433
Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 02
Bärenreiter Urtext Edition  Bd. 1 » 147

Originalversion des Liedes PDF Thumbnail Erstdruck PDF Thumbnail
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