Daß sie hier gewesen

D 775 Opus 59 - 2

Friedrich Rückert 1970 - 1970

Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Holger Berndsen - Klavier

Aufnahme: Samstag, 04. August 2018 | Nürnberg

Liedtext

Daß der Ostwind Düfte
Hauchet in die Lüfte,
Dadurch tut er kund,
Daß du hier gewesen.

Daß hier Tränen rinnen,
Dadurch wirst du innen,
Wär's dir sonst nicht kund,
Daß ich hier gewesen.

Schönheit oder Liebe,
Ob versteckt sie bliebe?
Düfte tun es und
Tränen kund,
Daß sie hier gewesen.

Friedrich Rückert
Stahlstich von seinem "lieben Freund und Kupferstecher" Carl Barth
Wikimedia.org - Public domain

Zum Text

Rückert veröffentlichte seine Östlichen Rosen im Jahr 1822 mit dem Hinweis "zu Goethes west-östlichem Diwan." Er nimmt also direkten Bezug auf die nur 3 Jahre zuvor von dem 39 Jahre Älteren veröffentlichte Sammlung. Das vorliegende Gedicht findet sich auf Seite 368. 

Digitalisat online

Zur Musik

Komponiert: 1823
Veröffentlichung (angezeigt): 21. September 1826
Originaltonart:  C - Dur
Liedform: Strophenlied
Aufnahmetonart:  A - Dur
Schuberts Wohnort 1823

Schubert vertonte 6 der 365 Gedichte als Lieder, sowie eines als Männerchor. Alle Lieder entstanden in den Jahren 1822-23.

Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Die Veröffentlichung besorgte 1826 Sauer & Leidesdorf in Wien als Opus 59 - 2 | Verlagsnummer 932

Die Erstveröffentlichung besorgte Sauer & Leidesdorf, Wien

Kritik zur Veröffentlichung aus der Allgemeinen musikalischen Zeitung Leipzig Jhg. 1827, Ausgabe vom 27. April 4.0

Dass in den besseren der zahlreichen Lieder oder liedermässigen Gesänge des Hrn. Sch. Geist und Seele ist, und dass sich beyde oftmals (wie auch hier, in allen vier Nummern) auf eine eigenthümliche Weise äussern: das ist wohl von Allen, die sich damit bekannt gemacht haben, anerkannt; auch von denen, welche gegen diese seine Weise Vieles einzuwenden haben. Wahr wenigstens das, und erweiset sich den zwey ersten Nummern dieses Heftes von neuem: Hr. Schubert sucht und künstelt – nicht der Melodie, aber der Harmonie, gar sehr, und besonders modulirt befremdlich und oft urplötzlich nach dem Entlegesten hin, wie, wenigstens in Liedern und anderen kleinen Gesängen, kein Componist auf dem ganzen Erdboden: (so wird z. B. hier, im ersten Liede, die ganz kurze und sehr einfache Melodie ziemlich durch alle Tonarten der gesammten Leiter und mehrmals nur durch zwey Griffe beynahe von einem Aeussersten zum andern gerissen; aber eben so wahr ist, dass er (wie hier auch) nicht vergebens sucht; dass er wirklich etwas herauskünstelt, das, wird es dann mit vollkommener Sicherheit und Zwanglosigkeit vorgetragen, der Phantasie und der Empfindung wirklich Etwas sagt, und etwas Bedeutendes. Möge man darum sich an ihnen, und sie an sich versuchen ! – No. 5 und 4 dagegen sind weit einfacher, ohne darum weniger eigenthümlich zu seyn. Diesen glauben wir allgemeinen Beyfall zusichern zu können; und auch uns sind diese beyden Lieder die liebsten. Sie nehmen wir, zumal da sie auch so anmuthige, noch wenig bekannte Texte haben, mit Danke gegen den Dichter (Rückert) und den Componisten in unsere auserwählten Sammlungen auf; und gewiss werden nicht Wenige es eben so machen.

 

Zur Veröffentlichung

Deckblatt Opus 59 4.1
Deckblatt Wiener Zeitung 21. September 1826 4.2

Noten

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 08 № 453
Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 03
Friedlaender Edition  Bd. 3 » 90
Bärenreiter Urtext Edition  Bd. 2 » 128

Originalversion des Liedes PDF Thumbnail Erstdruck PDF Thumbnail
Zurück zu den Liedern