Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Gabriel Seidl (1804-1875)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Montag, 15. Dezember 2008 - Berlin



Liedtext

heutige Schreibweise

  Ich auf der Erd', am Himmel du
Wir wandern beide rüstig zu: –
Ich ernst und trüb, du mild und rein,
Was mag der Unterschied wohl sein?

  Ich wandre fremd von Land zu Land,
So heimatlos, so unbekannt;
Bergauf, bergab, waldein, waldaus,
Doch [nirgend bin ich ach !]1.1 zu Haus.

  Du aber wanderst auf und ab
Aus [Westens Wieg' in Ostens]1.2 Grab,
Wallst Länder ein und Länder aus,
Und bist doch, wo du bist, zu Haus.

  Der Himmel, endlos ausgespannt,
Ist dein geliebtes Heimatland:
O glücklich, wer, wohin er geht,
Doch auf der Heimat Boden steht!

1.1 Schubert: "bin ich irgend, ach!"
1.2 Schubert (AGA): "Ostens Wieg' in Westens"

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: 1826

Veröffentlichung (angezeigt): 25. Mai 1827

Originaltonart: G-Dur

Liedform: Strophenlied Moll-Dur

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Johann Gabriel Seidl

Johann Gabriel Seidls Gedicht erschien 1826 in Wien beim Verlag Sollinger. Ein Digitalisat des Druckes ist auf den Seiten der Österreichischen Nationalbibliothek verfügbar und kann online recherchiert werden. Das Gedicht steht auf Seite 24.

Zur Musik

Schubert vertonte insgesamt 15 Gedichte von Seidl. 11 davon sind Lieder für eine Singstimme mit Klavierbegleitung:

Die Unterscheidung D 866
Bei dir allein D 866
Die Männer sind méchant D 866
Irdisches Glück D 866
Wiegenlied D 867
Der Wanderer an den Mond D 870
Das Zügenglöcklein D 871
Am Fenster D 878
Sehnsucht D 879
Im Freien D 880
Die Taubenpost D 965A

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte Tobias Haslinger VN 5028 als op. 80 4.1

Der Wanderer an den Mond
Das Zügenglöcklein
Im Freyen

Gedichte von J.G.Seidl in Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte und
Herrn Joseph Witteczek freundschaftlich gewidmet von Franz Schubert.

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 25. Mai 1827: 4.2


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 08, Nr. 506

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 04

Friedländer Bd. IV » 059

Bärenreiter Urtext III » 2

Link zum Manuskript
schubertmanu

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Der Wanderer an den Mond.pdf