Komponist: Franz Schubert (1797-1828) Textdichter: Johann Gabriel Seidl (1804-1875)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

download

Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Dienstag, 03. Februar 2009 - Erfurt


Liedtext

heutige Schreibweise

Du sagtest mir es, Mutter:
Er ist ein Springinsfeld!
Ich würd' es dir nicht glauben,
Bis ich mich krank gequält!
Ja, ja, nun ist er's wirklich;
Ich hatt' ihn nur verkannt!
Du sagtest mir's, o Mutter:
»Die Männer sind mechant!«

Vor'm Dorf im Busch, als gestern
Die stille Dämm'rung sank,
Da rauscht' es: »Guten Abend!«
Da rauscht' es: »Schönen Dank!«
Ich schlich hinzu, ich horchte;
Ich stand wie festgebannt:
Er war's, mit einer Andern
»Die Männer sind mechant!«

O Mutter, welche Qualen!
Es muß heraus, es muß!
Es blieb nicht bloß beim Rauschen,
Es blieb nicht bloß beim Gruß!
Vom Gruße kam's zum Kusse,
Vom Kuß zum Druck der Hand,
Vom Druck, ach liebe Mutter!
»Die Männer sind mechant!«

Zum Text

Johann Gabriel Seidls Gedicht erhielt Schubert in handschriftlicher Form.

Es erschien jedoch nicht in der gedruckten Ausgabe seiner Gedichte 1826 in Wien beim Verlag Sollinger.

Textbild
Johann Gabriel Seidl
Zeichnung von M. Grillhofer

Zur Musik

komponiert: 1828

Veröffentlichung (angezeigt): 13. August 1828

Originaltonart: a-Moll

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Schubert vertonte insgesamt fünfzehn Gedichte von Seidl. Elf davon sind Lieder für eine Singstimme mit Klavierbegleitung:

Die Unterscheidung D 866
Bei dir allein D 866
Die Männer sind méchant D 866
Irdisches Glück D 866
Wiegenlied D 867
Der Wanderer an den Mond D 870
Das Zügenglöcklein D 871
Am Fenster D 878
Sehnsucht D 879
Im Freien D 880
Die Taubenpost D 965A

Er war 31 Jahr alt, als er Die Männer sind méchant schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstausgabe besorgte Thaddäus Weigl als op. 95 - VN 2794 in Wien 4.1

Die Unterscheidung. 
Bey dir allein!
Die Männer sind mechant!
Irdisches Glück!

Refrain-Lieder von Joh. Gab. Seidl. In Musik gesetzt für Eine Singstimme mit Pianoforte-Begleitung und dem Dichter freundschäftlichst gewidmet von Franz Schubert.

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 13. August 1828 4.2

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 08, Nr. 510

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 05

Friedländer Bd. IV » 088

Bärenreiter Urtext III » 180

Erstdruck

PDF laden

Originalversion des Liedes

PDF laden



Quelle(n)

4.1 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, Erstdruck op. 95, Graz: I. A. Kienreich, 1828, Sig.:SH.Schubert.348

4.2 Österreichische Nationalbibliothek, Digitalisierte Sammlungen, ANNO, Digitalisierte Zeitungen und Zeitschriften, Wiener Zeitung, Jhg. 1828, Ausgabe vom 13. August, S. 3

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.545

Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Die Männer sind mechant.pdf

Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net

Geschrieben von: Peter Schöne

Auf unserer Webseite haben Sie die Möglichkeit, Künstler direkt zu fördern.
Ihre finanzielle Unterstützung kommt zu 100% bei uns Künstlern an und unserem Schubertlied-Projekt zugute.
Wir würden uns freuen, wenn Sie uns helfen!

Diese Webseite verwendet Cookies.
Wir verwenden Cookies, um unsere Seite benutzerfreundlich zu gestalten und Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.