Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Baptist Mayrhofer (1787-1836)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Holger Berndsen - Piano
Aufnahme: Samstag, 07. März 2015 - Würzburg



Liedtext

heutige Schreibweise

O unbewölktes Leben!
So rein und tief und klar.
Uralte Träume schweben
Auf Blumen wunderbar.

Der Geist zerbrach die Schranken,
Des Körpers träges Blei;
Er waltet groß und frei.
Es laben die Gedanken
An Edens Früchten sich;
Der alte Fluch entwich.
Was ich auch je gelitten,
Die Palme ist erstritten,
Gestillet mein Verlangen.
Die Musen selber sangen
Die [Schlang']1 in Todesschlaf,
Und meine Hand - sie traf.

O unbewölktes Leben!
So rein und tief und klar.
Uralte Träume schweben
Auf Blumen wunderbar.

1 Schubert: "Sphinx"

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: März 1824

Veröffentlichung (angezeigt): 04. Juni 1833

Originaltonart: F-Dur

Liedform: A-B-A'

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Johann Mayrhofer

Johann Mayrhofer veröffentlichte seine Gedichte 1824 bei der eher kleinen Verlagsbuchhandlung Friedrich Volke in Wien. Diese Veröffentlichung ist als Digitalisat in der Österreichischen Nationalbibliothek online studierbar. Das Gedicht Der Sieg findet sich auf Seite 64ff. 2

Zur Musik

Mayrhofer war ein enger Freund Franz Schuberts und wohnte drei Jahre von 1819-1821 gemeinsam mit ihm in einer Wohngemeinschaft. Er schreibt am 23. Februar 1829 im Neuen Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst in seinen Erinnerungen an Franz Schubert:

"Mein Verhältniß mit Franz Schubert wurde dadurch eingeleitet, daß ihm ein Jugendfreund das Gedicht „am See" – es ist das vierte in dem bei Volke 1824 erschienenen Bändchen – zur Komposition übergab. An des Freundes Hand betrat 1814 Schubert das Zimmer, welches wir 5 Jahre später gemeinsam bewohnen sollten. Es befindet sich in der Wipplingerstraße (heute Nr.2).
(...)
Dieses Grundgefühl, und die Liebe für Dichtung und Tonkunſt machten unser Verhältniß inniger; ich dichtete,er komponierte, was ich gedichtet, und wovon Vieles seinen Melodien Entstehung, Fortbildung und Verbreitung verdankt." 3

Dieser engen Beziehung verdanken wir 47 Gedichtvertonungen durch Schubert.

Franz Schubert war 25 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung besorgte Ant. Diabelli und Comp. Wien, VN 4270 als Nachlass-Lieferung 22 4

Der Sieg D 805
Atys D 585
Beim Winde D 669
Abendstern D 806
Gedichte von Mayrhofer

In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Piano-Forte von Franz Schubert.

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 04. Juni 1833: 5


Quelle(n)

2 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Gedichte von Johann Mayrhofer, Wien, Verlag Friedrich Volke, 1824, Sig. 71.Bb.5.(Vol.1)

3 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Neues Archiv für Geschichte, Staatenkunde, Literatur und Kunst, Sig. 392789-C.20.21 

4 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Ant. Diabelli und Comp. Wien, 1833 Erstdruck Nachlass 22, Sig. SH.Schubert.546

5 Österreichische Nationalbibliothek - Digitalisierte Sammlungen, Österreichische Nationalbibliothek, ANNO, Digitalisierte Zeitungen und Zeitschriften,, Österreichisch-kaiserliche privilegierte Wiener Zeitung Jhg. 1833, Ausgabe vom 4. Juni, Seite 4

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.505


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 08, Nr. 458

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 13

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Der Sieg.pdf