Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Franz von Schober (1796-1882)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 14. Januar 2009 - Berlin



Liedtext

heutige Schreibweise

In tiefster Erde ruht ein alt Gesetz,
Dem treibt mich's, rastlos immer nachzuspüren;
Und grabend kann ich Andres [nicht]1.1 vollführen,
Wohl spannt auch mir die Welt ihr goldnes Netz,

Wohl tönt auch mir der Klugheit seicht Geschwätz:
»Du wirst die Müh und Zeit umsonst verlieren.«
[Das soll mich nicht in meiner Arbeit irren,]1.2
Ich grabe glühend fort, so nun, wie stets.

Und soll mich nie des Findens Wonne laben,
[Soll]1.3 ich mein Grab mit dieser Hoffnung graben:
[Es löscht die Flammen doch, die marternd brennen.]1.4

Drum lasset Ruhe mir in meinem Streben!
Ein Grab mag man [doch]1.5 jedem gerne geben,
Wollt ihr es [mir denn nicht]1.6, ihr Lieben, gönnen?

1.1 Schubert (Erstdruck 1823 und Erste Version): "nichts"
1.2 Schober (1865 Edition): "Das hemme nicht mein emsiges Hantiren,"
1.3 Schober (Manuskript, und 1865 Edition), and Schubert: "Sollt'"
1.4 Schubert: "Ich steige gern hinab, gestillt ist dann mein Sehnen."
1.5 Schubert: "wohl"
1.6 Schober (Manuskript), and Schubert: "denn nicht mir"

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: November 1822

Veröffentlichung (angezeigt): 04. August 1823

Originaltonart: d-Moll

Liedform: durchkomponiert

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild

Franz Schubert und Franz von Schober waren innigst miteinander befreundet. Sie wohnten ab 1818 mit einigen Unterbrechungen zusammen in Schobers Wohnung Tuchlauben 20, Landskrongasse 5 im ersten Wiener Bezirk (Ansicht vor 1905). Schober war mit vielen künstlerischen Persönlichkeiten bekannt und trug viel dazu bei, dass sich Schuberts Werk zu seinen Lebzeiten und darüber hinaus verbreitete.
Eine Ausgabe mit Gedichten Franz von Schobers erschien erst 1842 nach dem Tod von Franz Schubert bei der Cotta’schen Buchhandlung Tübingen. Ein Digitalisat dieser Ausgabe ist auf den Seiten der Österreichischen Nationalbibliothek online verfügbar. Das Gedicht steht dort auf S. 161 unter dem Titel Schatzgräbers Begehr. 2.1

Zur Musik

Von Schubert liegen uns heute 13 Vertonungen der Gedichte Schobers als Sololied vor. Schubert erhielt die Gedichte seines Freundes als Handschrift und setzte sie vermutlich sofort oder kurz nach ihrer Entstehung in Musik.
Das Lied Augenblicke im Elysium ging verloren, bevor es in den ersten allgemeinen Sammlungen Schubertscher Lieder Einzug halten konnte. Es findet sich lediglich ein Hinweis in der zweiten vermehrten Auflage der Gedichte Schobers (Leipzig, 1865). Dort heißt es im Untertitel zum Gedichte "Von Franz Schubert in Musik gesetzt".3.1

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung der Zweiten Fassung besorgte Sauer & Leidesdorf, Wien als op. 23 4.1

Die Liebe hat gelogen D 751
Die selige Welt D 743
Schwanengesang D 744
Schatzgräbers Begehr D 761

Vier Gedichte in Musick(sic!) gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Piano Forte von Franz Schubert.

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 04. August 1823 4.2


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 07, Nr. 412

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 02

Friedländer Bd. IV » 022

Bärenreiter Urtext I » 140

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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