Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Samstag, 25. Juni 2011 - Berlin



Liedtext

heutige Schreibweise

Voll Locken kraus ein Haupt so rund! –
Und darf ich dann in solchen reichen Haaren,
Mit vollen Händen hin und wider fahren
Da fühl' ich mich von Herzensgrund gesund.
Und küß ich Stirne, Bogen, Auge, Mund,
Dann bin ich frisch und immer wieder wund.
Der fünfgezackte Kamm wo [sollt']1.1 er stocken?
Er kehrt schon wieder zu den Locken.
Das Ohr versagt sich nicht dem Spiel,
[Hier ist nicht Fleisch, hier ist nicht Haut,]1.2
So zart zum Scherz so liebeviel!
Doch wie man auf dem Köpfchen kraut,
Man wird in solchen reichen Haaren
Für ewig auf und nieder fahren.
[So hast du Hafis auch gethan,
Wir fangen es von vornen an.]1.2

1.1 Schubert: soll
1.2 ausgelassen von Schubert

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: Februar 1821

Veröffentlichung (angezeigt): 1845

Originaltonart: As-Dur

Liedform: durchkomponiert

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
West-östlicher Divan
Deutsches Text-Archiv

Johann Wolfgang von Goethe veröffentlichte sein Gedicht Versunken im Jahr 1819 als Teil der Gedichtsammlung West-östlicher Divan auf Seite 52. Ein Digitalisat der Veröffentlichung findet man im Deutschen Text-Archiv (DTA).

Zur Musik

Das Verhältnis zwischen Schubert und Goethe war ambivalent. Während Schubert den 47 Jahre älteren Meister verehrte, hat Letzterer ihn kaum beachtet. Obwohl Goethe einige von Schuberts vertonten Gedichte durch eine Sendung Joseph von Spauns erhielt, gelang es dem Jüngeren nicht, mit seinen Kompositionen bis zu Goethe durchzudringen. Zu fremd waren den Ohren des alten Meisters der Klassik die neuen Klänge. 3.1
1830, zwei Jahre nach Schuberts Tod, soll Goethe den Erlkönig, gesungen von Wilhelmine Schröder-Devrient gehört haben. Ob ihm tatsächlich die Komposition, oder das junge Mädchen gefallen hat, bleibt dahingestellt. 3.2

Schubert vertonte 62 Texte von Goethe, manche sogar mehrmals. Am Ende liegen uns heute fast 80 Kompositionen vor. Viele davon sind Lieder. Einige für mehrere Stimmen und Instrumente.

Schubert war 24 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Ein Autograph befindet sich in der Österreichischen Nationalbibliothek. Ein weiteres in der Wienbibliothek im Rathaus. Letzteres kann als Digitalisat online studiert werden.

Die Erstveröffentlichung besorgte Ant. Diabelli Und Comp. 1845 als Nachlass-Lieferung Nr. 38 4.1

Die Einsiedeley. D 393 Gedicht Von Salis.
Lebenslied. D 508 Gedicht Von Matthisson.
Versunken. D 715 Gedicht Von Göthe.
In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Piano-Forte von Franz Schubert.


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 06, Nr. 391

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 13

Friedländer Bd. III » 207

Link zum Manuskript
schubertmanu

Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Versunken.pdf