Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Franz von Schober (1796-1882)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 17. April 2013 - Berlin



Liedtext

heutige Schreibweise

Braust des Unglücks Sturm empor:
Halt' ich meine Harfe vor.
Schützen können Saiten nicht,
Die er [schnell und leicht]1.1 durchbricht;
Aber durch des Sanges Thor
Schlägt er milder an mein Ohr.
Sanfte Laute hör ich klingen,
Die mir [in]1.2 die Seele dringen,
Die mir auf des Wohllauts Schwingen
Wunderbare Tröstung bringen;
Und ob Klagen mir entschweben,
Ob ich still und schmerzlich weine,
Fühl ich mich doch so ergeben,
Daß ich fest und gläubig meine:
Es gehört zu meinem Leben,
Daß sich Schmerz und Freude eine.

1.1 Schubert: "leicht und schnell"
1.2 Schober (1832 Edition): "an"

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: März 1817

Veröffentlichung (angezeigt): 23. Juni 1827

Originaltonart: F-Dur

Liedform: durchkomponiert

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Franz von Schober

Franz Schubert und Franz von Schober waren innigst miteinander befreundet. Sie wohnten ab 1818 mit einigen Unterbrechungen zusammen in Schobers Wohnung Tuchlauben 20, Landskrongasse 5 im ersten Wiener Bezirk (Ansicht vor 1905). Schober war mit vielen künstlerischen Persönlichkeiten bekannt und trug viel dazu bei, dass sich Schuberts Werk zu seinen Lebzeiten und darüber hinaus verbreitete.
Eine Ausgabe mit Gedichten Franz von Schobers erschien erst 1842 nach dem Tod von Franz Schubert bei der Cotta’schen Buchhandlung Tübingen. Ein Digitalisat dieser Ausgabe ist auf den Seiten der Österreichischen Nationalbibliothek online verfügbar. Das Gedicht steht dort auf S. 6 unter dem Titel Trost im Liede. 2.1

Zuvor erschien es bereits in Huldigung den Frauen. Ein Taschenbuch für das Jahr 1832. Herausgegeben von Ignaz Franz Castelli, 10. Jhg. Wien bey Fr. Tendler, Seite 195.

Zur Musik

Von Schubert liegen uns heute 13 Vertonungen der Gedichte Schobers als Sololied vor. Schubert erhielt die Gedichte seines Freundes als Handschrift und setzte sie vermutlich sofort oder kurz nach ihrer Entstehung in Musik.
Das Lied Augenblicke im Elysium ging verloren, bevor es in den ersten allgemeinen Sammlungen Schubertscher Lieder Einzug halten konnte. Es findet sich lediglich ein Hinweis in der zweiten vermehrten Auflage der Gedichte Schobers (Leipzig, 1865). Dort heißt es im Untertitel zum Gedichte "Von Franz Schubert in Musik gesetzt".3.1

Revisionsbericht der Alten Gesamtausgabe (AGA)

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Die Erstveröffentlichung geschah am 23.06.1827 gemeinsam mit Wandrers Nachtlied (Über allen Gipfeln ist Ruh) D 768 als Beilage in der Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode. Ein Digitalisat dieser Zeitung findet man in der Österreichischen Nationalbibliothek. Das Digitalisat der Liedblattseite findet ma auf den Seiten der Harvard Library, oder ebenfalls auf den Seiten der Österreichischen Nationalbibliothek. 4.1

Ein weiteres Mal wurde es veröffentlicht als op. 101,4 in: Vier Lieder. 4.3

Im Frühling D 882,
Trost im Liede D 546,
Der blinde Knabe D 833,
Wanderers Nachtlied "Ueber allen Gipfeln ist Ruh" D 768,

mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt von Franz Schubert. Op. H. A. Probst, Leipzig, angezeigt 12.12.1828

 


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 05, Nr. 313

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 05

Friedländer Bd. VI » 083

Bärenreiter Urtext VI » 56

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Trost im Liede.pdf