Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Friedrich Leopold zu Stolberg-Stolberg (1750-1819)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Freitag, 24. Juni 2011 - Berlin



Liedtext

Süße, heilige Natur,
Laß mich gehn auf deiner Spur!
Leite mich an deiner Hand,
Wie ein Kind am Gängelband!

Wenn ich dann ermüdet bin,
[Rück]1.1 ich dir am Busen hin,
Atme süsse [Himmelslust]1.2,
Hangend an der [Mutter Brust]1.3.

[Ach, mir ist so wohl bei dir]!1.4
Will dich lieben für und für.
Laß mich gehn auf deiner Spur,
Süsse, heilige Natur!

1.1 Schubert: "Sink'"
1.2 Schubert (Neue Gesamtausgabe): "Herzenslust"
1.3 Schubert: "Mutterbrust"
1.4 Schubert: "Ach! wie wohl ist mir bei dir"

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: 15. Januar 1816

Veröffentlichung (angezeigt): 1895

Originaltonart: F-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Anton Graff
1785
Friedrich Leopold Graf zu Stolberg

In der Deutschen Chronik auf das Jahr 1775, herausgegeben von Christian Friedrich Daniel Schubart in Ulm, erschien das 1775 entstandene Gedicht An die Natur von Friedrich Leopold Graf zu Stolberg. Die Erstveröffentlichung kann als Digitalisat bei hathitrust.org online recherchiert werden. Das Gedicht findet sich auf Seite 733. 2.1

Zur Musik

Schubert scheint bei seiner Vertonung auf den Gedichtband Gedichte der Brüder Christian und Friedrich Leopold Grafen zu Stolberg, Erster Theil zurückgegriffen zu haben, denn in der zweiten Strophe finden sich 4 Abweichungen im Text, die sich ebenfalls in dem 1821 in Wien im Verlage bei J.B. Wallishausser erschienenen Band finden lassen. Ein Digitalisat dieser Ausgabe ist in der Österreichischen Nationalbibliothek online recherchierbar. Dort steht das Gedicht auf S. 113. 3.1

Insgesamt 9 Vertonungen schuf Franz Schubert auf die Gedichte Stolbergs. Eines wurde nicht vollendet, eines liegt nur noch als Fragment vor. Die Vertonung Auf dem Wasser zu singen D 774, ebenfalls ein Text Stolbergs, gehört jedoch unzweifelhaft zu den schönsten Liedern, die Schubert jemals komponiert hat.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Heinrich Hollpein nach 1830

Ein Autograph des Liedes mit der Überschrift Edone findet sich im Liederalbum der Therese Grob. Der 17jährige Schubert verehrte die ein Jahr jüngere Therese, die in der Uraufführung seiner ersten Messe in F so schön den Solo-Sopran sang. So gelangten einige seiner Lieder in ihr Liederalbum. Pater Reinhard van Hoorickx erstellte 1969 ein Facsimile, welches sich in Kopie in verschiedenen Bibliotheken finden lässt.

Das Manuskript des Liedes findet sich in der Wienbibliothek am Rathaus. Es kann als Digitalisat online recherchiert werden.

Die Erstveröffentlichung besorgte Breitkopf & Härtel in der Alten Gesamtausgabe AGA im Jahr 1895.


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 04, Nr. 183

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 10

Link zum Manuskript
schubertmanu

Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: An die Natur.pdf