Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Theodor Körner (1791-1813)

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Olga Monakh - Piano
Aufnahme: Mittwoch, 17. April 2013 - Berlin



Liedtext

Jüngst träumte mir, ich sah auf lichten Höhen
Ein Mädchen sich im jungen Tag ergehen,
  So hold, so süß, daß es dir völlig glich.
Und vor ihr lag ein Jüngling auf den Knien,
Er schien sie sanft an seine Brust zu ziehen,
   Und das war ich!

Doch bald verändert hatte sich die Szene.
In tiefen Fluten sah ich jetzt die Schöne,
  Wie ihr die letzte schwache Kraft entwich.
Da kam ein Jüngling hülfreich ihr geflogen,
Er sprang ihr nach, und trug sie aus den Wogen,
  Und das war ich!

So malte sich der Traum in bunten Zügen,
Und überall sah' ich die Liebe siegen,
  Und alles, alles drehte sich um Dich!
Du flogst voran in ungebund'ner Freie,
Der Jüngling zog dir nach mit stiller Treue,
  Und das war ich!

Und als ich endlich aus dem Traum erwachte,
Der neue Tag die neue Sehnsucht brachte,
  Da blieb Dein liebes, süßes Bild um mich.
Ich sah Dich von der Küsse Glut erwarmen,
Ich sah Dich selig in des Jünglings Armen,
  Und das war ich!

Da trat'st Du endlich auf des Lebens Wegen
Mit holder Anmut freundlich mir entgegen,
  Und tiefe, heiße Sehnsucht faßte mich.
Sah'st Du den Jüngling nicht mit trunknen Blicken?
Es schlug sein Herz im seligen Entzücken!
  Und das war ich!

Du zogst mich in den Kreis des höhern Lebens,
In Dir vermählt sich alle Kraft des Strebens,
  Und alle meine Wünsche rufen Dich.
Hat einer einst Dein Herz davon getragen,
Dürft' ich nur dann mit lautem Munde sagen:
  Ja, das war ich!

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: 26. März 1815

Veröffentlichung (angezeigt): 1845

Originaltonart: G-Dur

Liedform: Strophenlied

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Dora Stock
Theodor Körner 1814

Theodor Körners Gedicht Das war ich erschien erstmals 1810 in seinem Gedichtband Knospen.

Weitere Ausgaben seiner Gedichte:

Körner, Theodor, Gedichte Band 1, Wien Bauer, 1815, S.74f.

Band 1 von Theodor Körners sämmtliche Werke, Christoph August Tiedge, Verlag A.F. Macklot, 1818, S. 127f.

Zur Musik

Schubert vertonte 15 Gedichte von Körner (einige mehrfach) sowie das Singspiel Der vierjährige Posten D 190. 

Vermutlich wurde Schubert unmittelbar durch den 1815 in Wien frisch erschienenen Gedichtband mit den Gedichten Körners zu seinen Kompositionen inspiriert. Denn alle Lieder bis auf eine Ausnahme sind in der Zeit zwischen 27. Februar 1815 und 15. Oktober 1815 entstanden. 

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Das Manuskript befindet sich in The Morgan Library New York und beinhaltet ebenfalls das Lied Liebesrausch D 164 auf ein Gedicht von Körner. Das Digitalisat kann online recherchiert werden.

Die Erstveröffentlichung besorgte 1845 in Wien Ant. Diabelli und Comp. als Nachlaß 39, VN 7417 4.1

Als ich sie erröthen sah. Gedicht von Ehrlich. D 153
Das war ich. Gedicht von Th. Körner. D 174
Ins stille Land. Gedicht von Salis. D 403

In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Begleitung des Piano-Forte von Franz Schubert. 


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 02, Nr. 56

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 08

Friedländer Bd. VI » 022

Bärenreiter Urtext VI » 118

Link zum Manuskript
schubertmanu

Originalversion des Liedes

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Quelle imslp.org o.a.: Das war ich.pdf