Komponist: Franz Schubert (1797-1828)
Textdichter: Therdor Körner (1791-1813)

Wir empfehlen Ihnen, die Lieder mit einem Kopfhörer anzuhören!

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Interpreten: Peter Schöne - Bariton / Holger Berndsen - Piano
Aufnahme: Dienstag, 01. September 2015 - München



Liedtext

    Vater, ich rufe dich!
Brüllend umwölkt mich der Dampf der Geschütze,
Sprühend umzucken mich rasselnde Blitze.
 Lenker der Schlachten, ich rufe dich!
    Vater du, führe mich!

    Vater du, führe mich!
Führ' mich zum [Sieg]1, führ' mich zum Tode:
[Herr]2, ich erkenne deine Gebote,
 Herr, wie du willst, so führe mich.
    Gott, ich erkenne dich!

    Gott, ich erkenne dich!
So im herbstlichen Rauschen der Blätter
Als im Schlachtendonnerwetter
 Urquell der Gnade, erkenn' ich dich.
    Vater du, segne mich!

    Vater du, segne mich!
In deine Hand befehl' ich mein Leben,
Du kannst es nehmen, du hast es gegeben,
 Zum Leben, zum Sterben segne mich.
    Vater, ich preise dich!

    Vater, ich preise dich!
['S ist]3 ja kein Kampf für die Güter der Erde;
Das Heiligste schützen wir mit dem Schwerte,
 Drum fallend und siegend preis' ich dich,
    Gott, dir ergeb' ich mich!

    Gott, dir ergeb' ich mich!
Wenn mich die Donner des Todes begrüßen,
Wenn meine Adern geöffnet fließen,
 Dir, mein Gott, [dir]4 ergeb' ich mich!
    Vater, [ich rufe dich]5!

1 Schubert (Zweite Version): "Siege"
2 Schubert (Zweite Version): "O Herr"
3 In alten Ausgaben fälschlicherweise "S'ist"
4 ausgelassen von Schubert (Erste Version)
5 Schubert (Erste Version): "du führe mich"

Quelle(n) & alternative Kompositionen: www.lieder.net

Entstehung

komponiert: 12. März 1815

Veröffentlichung (angezeigt): 21. April 1831

Originaltonart: G

Liedform: Strophenlied mit Einleitung

Besonderheiten:

Zum Text

Textbild
Theodor Körner 1814 Dora Stock

Theodor Körner war 22 Jahre alt, als er bei einem Gefecht als Mitglied des Lützowschen Freikorps fiel. Kurz vor seinem Tod verfasste er das vorliegende Gebet.
Es wurde von seinem Vater im 1814 erschienenen Gedichtband Leyer und Schwerdt veröffentlicht. Ein Digitalisat des Gedichtbandes findet sich in der Österreichischen Nationalbibliothek6. Es findet sich auf Seite 55 und kann online studiert werden.

Zur Musik

Schubert schrieb das Lied 1815 im Alter von 18 Jahren - drei Monate bevor Napoleon bei Waterloo seine letzte Schlacht verlor und Europa durch den Wiener Kongress befriedet und neu geordnet wurde.

Zur Veröffentlichung

Zur Quellenlage (Manuskripte etc.) kann man sich im thematischen Verzeichnis von O.E.Deutsch informieren.

Ein Manuskript liegt unter der Signatur MS Mus 99 in der Houghton Library, Harvard University. Leider kann es zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels noch nicht online abgerufen werden.

Die Erstausgabe der ersten Fassung geschah im Rahmen der Neuen Gesamtausgabe.

Die Erstausgabe der zweiten Fassung besorgte A.Diabelli&Co. als Nachlaß-Lieferung Nr. 10 7

Dem Unendlichen D 291
Die Gestirne D 444
Das Marienbild D 623
Vom Mitleiden Mariä D 632
Pax Vobiscum D 551
Gebet während der Schlacht D 171
Himmelsfunken D 651

In Musik gesetzt für eine Singstimme mit Pianoforte-Begleitung von Franz Schubert.

Deckblatt Nachlass 10

Aus der k.k. Wiener Zeitung vom 21. April 1831 8
Wiener Zeitung 1831 04 21


Geschrieben von: Peter Schöne

Noten

Alte Gesamtausgabe Serie XX, Bd. 02 , Nr. 55

Neue Gesamtausgabe IV, Bd. 08

Friedländer Bd. II, 214

Bärenreiter Urtext VI-156

Erstdruck

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Originalversion des Liedes

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