Des Fräuleins Liebeslauschen

D 698 Domaine

Franz Xaver Schlechta von Wschehrd 1796 - 1875

Artistes: Peter Schöne - Baryton | Holger Berndsen - Piano

Enregistrement: samedi, 08. avril 2023 | Nürnberg

Paroles

Hier unten steht ein Ritter
Im hellenErstausgabe: weißen
 Mondenstrahl;AGA: Mondenstrahl,

Und singt zu seiner Zither
Ein Lied von süßerAutograph & Erstausgabe & AGA: süsser
Qual:

"LüfteAGA: "Lüfte,
spannt die blauen Schwingen
Sanft für meine BotschaftAutograph & Erstausgabe: Bothschaft
aus,
Rufet sie mit leisem KlingenErstausgabe: Wiegen

An diesAutograph: dieß
Erstausgabe: diess
 FensterleinErstausgabe: Fensterchen
 heraus!Erstausgabe: heraus.

Sagt ihr, daßErstausgabe & AGA: dass
im Blätterdache
Seufz ein wohlbekannter Laut;Autograph & AGA: Seufz' ein wohlbekannter Laut;
Erstausgabe: Seufz' ein wohl bekannter Laut;

Sagt ihr, daß noch EinerAutograph & Erstausgabe & AGA: einer
wache
Und die Nacht seiAutograph & Erstausgabe: sey
kühl und trautErstausgabe: traut;
AGA: traut.

Sagt ihr, wie des Mondes Welle
Sich an ihrem Fenster bricht;AGA: bricht,

Sagt ihr, wie der Wald, die Quelle
Heimlich und von Liebe spricht!!AGA: spricht!

LaßAutograph: Laßt
Erstausgabe & AGA: Lass'
ihn leuchten durch die Bäume
Deines Bildes süßenErstausgabe & AGA: süssen
 Schein;Erstausgabe: Schein,

Das sich hold in meine Träume
Und mein Wachen webet ein."Autograph & Erstausgabe: ein.

Doch drang die zarte Weise
Wohl nicht zu LiebchensErstausgabe: ihrem
 Ohr;Autograph: Ohr,
Erstausgabe: Ohr.

Der Sänger schwang sich leise
Zum Fensterlein empor.

Und oben zog der Ritter
Ein Kränzchen aus der Brust,Erstausgabe: Brust;

Das band er fest am Gitter
Und seufzte: "Blüht in Lust!Autograph: Und seufzte: "Blüht in Lust -
Erstausgabe: Und seufzte: »Blüht in Lust!

Und fragt sie, wer euch brachte,
Dann BlumenErstausgabe: Blumen,
 tutAutograph & Erstausgabe & AGA: thut
ihr kund –"Autograph: -"

Ein Stimmchen unten lachte:
"Dein Ritter Liebemund."

Hier unten steht ein Ritter
Im hellen Mondenstrahl;
Und singt zu seiner Zither
Ein Lied von süßer Qual:

"Lüfte spannt die blauen Schwingen
Sanft für meine Botschaft aus,
Rufet sie mit leisem Klingen
An dies Fensterlein heraus!

Sagt ihr, daß im Blätterdache
Seufz ein wohlbekannter Laut;
Sagt ihr, daß noch Einer wache
Und die Nacht sei kühl und traut

Sagt ihr, wie des Mondes Welle
Sich an ihrem Fenster bricht;
Sagt ihr, wie der Wald, die Quelle
Heimlich und von Liebe spricht!!

Laß ihn leuchten durch die Bäume
Deines Bildes süßen Schein;
Das sich hold in meine Träume
Und mein Wachen webet ein."

Doch drang die zarte Weise
Wohl nicht zu Liebchens Ohr;
Der Sänger schwang sich leise
Zum Fensterlein empor.

Und oben zog der Ritter
Ein Kränzchen aus der Brust,
Das band er fest am Gitter
Und seufzte: "Blüht in Lust!

Und fragt sie, wer euch brachte,
Dann Blumen tut ihr kund –"
Ein Stimmchen unten lachte:
"Dein Ritter Liebemund."

Da unten steht ein Ritter
Im weißen Mondenstrahl;
Es tönet seine Zitter
Von treuer Liebe Qual:
* * *

»Lüfte spannt die blauen Schwingen
Still für meine Botschaft aus,
Ruft sie mit dem leisen Klingen
An dieß Fensterchen heraus!

Sagt ihr, daß im Blätterdache
Seufze ein bekannter Laut;
Sagt ihr, daß noch Einer wache
Und die Nacht sey kühl und traut

Sagt ihr, wie der Mond so helle
Auf ihr Fenster streut sein Licht;
Sagt ihr, wie der Wald, die Quelle
Heimlich und von Liebe spricht!!

Laß ihn leuchten durch die Bäume
Deines Bildes süßen Schein;
Das sich hold in meine Träume
Und mein Wachen webet ein! -«
* * *

Doch drang die zarte Weise
Wohl nicht zu ihrem Ohr;
Der Sänger schwang sich leise
Zum Fensterlein empor.

Und oben zog der Ritter
Ein Kränzchen aus der Brust,
Das band er fest an's Gitter
Und seufzte: »Blüh' in Lust –

Und fragt sie, wer euch brachte,
Dann Blumen thut ihr kund –«
Ein Stimmchen unten lachte:
»»Dein Ritter Liebemund!«« –

Da unten steht ein Ritter
Im weißen Mondenstrahl;
Es tönet seine Zitter
Von treuer Liebe Qual:
* * *

»Lüfte spannt die blauen Schwingen
Still für meine Botschaft aus,
Ruft sie mit dem leisen Klingen
An dieß Fensterchen heraus!

Sagt ihr, daß im Blätterdache
Seufze ein bekannter Laut;
Sagt ihr, daß noch Einer wache
Und die Nacht sey kühl und traut

Sagt ihr, wie der Mond so helle
Auf ihr Fenster streut sein Licht;
Sagt ihr, wie der Wald, die Quelle
Heimlich und von Liebe spricht!!

Laß ihn leuchten durch die Bäume
Deines Bildes süßen Schein;
Das sich hold in meine Träume
Und mein Wachen webet ein! -«
* * *

Doch drang die zarte Weise
Wohl nicht zu ihrem Ohr;
Der Sänger schwang sich leise
Zum Fensterlein empor.

Und oben zog der Ritter
Ein Kränzchen aus der Brust,
Das band er fest an's Gitter
Und seufzte: »Blüh' in Lust –

Und fragt sie, wer euch brachte,
Dann Blumen thut ihr kund –«
Ein Stimmchen unten lachte:
»»Dein Ritter Liebemund!«« –

Hier unten steht ein Ritter
Im hellen Mondenstrahl;
Und singt zu seiner Zither
Ein Lied von süßer Qual:

"Lüfte spannt die blauen Schwingen
Sanft für meine Botschaft aus,
Rufet sie mit leisem Klingen
An dies Fensterlein heraus!

Sagt ihr, daß im Blätterdache
Seufz ein wohlbekannter Laut;
Sagt ihr, daß noch Einer wache
Und die Nacht sei kühl und traut

Sagt ihr, wie des Mondes Welle
Sich an ihrem Fenster bricht;
Sagt ihr, wie der Wald, die Quelle
Heimlich und von Liebe spricht!!

Laß ihn leuchten durch die Bäume
Deines Bildes süßen Schein;
Das sich hold in meine Träume
Und mein Wachen webet ein."

Doch drang die zarte Weise
Wohl nicht zu Liebchens Ohr;
Der Sänger schwang sich leise
Zum Fensterlein empor.

Und oben zog der Ritter
Ein Kränzchen aus der Brust,
Das band er fest am Gitter
Und seufzte: "Blüht in Lust!

Und fragt sie, wer euch brachte,
Dann Blumen tut ihr kund –"
Ein Stimmchen unten lachte:
"Dein Ritter Liebemund."

Franz Xaver Schlechta von Wschehrd
Lithografie Appel & Comp. Wien
Österreichische Nationalbibliothek - Public domain

À propos du poème

Die Entstehungsgeschichte zu diesem Gedicht ist kurios.
Sie geht zurück auf das Gemälde Des ritterlichen Jägers Liebeslauschen von Ludwig Ferdinand Schnorr von Carolsfeld, welches im Mai 1820 in einer Kunstausstellung in Wien gezeigt wurde.
Das Gemälde ging leider durch einen Brand des Münchner Glaspalastes am 6. Juni 1931 verloren, aber es existiert ein Druck davon in schwarzweiß in Verlorene Meisterwerke deutscher Romantiker.

Nachkolorierte Version:

Dieses Gedicht inspirierte Franz Xaver Schlechta von Wschehrd zu folgendem Gedicht, das in Conversationsblatt. Zeitschrift für wissenschaftliche Unterhaltung Nr. 53 Jhg 1820. Hrsg. von Franz Gräffer veröffentlicht wurde.
Diese Veröffentlichung wiederum zog eine weitere im Conversationsblatt zu Beginn des Jahres 1821 nach sich, in dem eine mit dem Gemälde korrespondierende Lithografie von Schnorr gemeinsam mit dem hier von Franz Schubert vertonten Gedicht von Schlechta v Wschehrd gebracht wurde.

Beide Gedichte erscheinen 3 Jahre später 1824 in einer abgewandelten Form als I und II unter dem Titel Liebeslauschen - I Der Ritter und II Das Fräulein

Le poème Des Fräuleins Liebeslauschen par Franz Xaver Schlechta von Wschehrd a été publié en l'année 1821 in Conversationblatt. Zeitschrift für wissenschaftliche Unterhaltung. Dritter Jahrgang. 1821. Erster Band. Wien. Im Verlage der Gerold’schen Buchhandlung. [1. (Wien, Mittwoch den 3. Jänner.)]. Il se trouve à la page 7f.. -> Copie numérique en ligne

Autres publications:

Conversationblatt. Zeitschrift für wissenschaftliche Unterhaltung. Dritter Jahrgang. 1821. Erster Band. Wien. Im Verlage der Gerold’schen Buchhandlung. [1. (Wien, Mittwoch den 3. Jänner.)], 1821, page 9f.

Copie numérique en ligne

À propos de la musique

Écrit:  septembre   1820
Publication (annoncée):  1895
Tonalité originale :  A   majeur
Type de chanson :   composition continue
Tonalité enregistrée :  G   majeur

Schubert was 23 years old when he wrote this song.

Franz Xaver Schlechta von Wschehrd war als junger Mann Schüler im gleichen Konvikt wie Franz Schubert. Beide kannten sich und Franz Schlechta war beteiligt, als Schuberts erste Auftragskomposition, eine Kantate mit dem Namen Prometeus am 24. Juli 1816 uraufgeführt wurde. In der Wiener Allgemeinen Theaterzeitung vom 27. September 1817 erschien ein Lob-Gedicht Schlechtas auf Franz Schubert zu dieser Aufführung. Es handelt sich dabei um die erste Würdigung des Komponisten in der Öffentlichkeit.

Wiener Allgemeine Theaterzeitung, 27.09.1817, S. 3

An Herrn Franz Schubert.
(Als seine Cantate »Prometheus« aufgeführt ward.)
In der Töne tiefem Beben
Wie die Saiten jubelnd klangen,
Ist ein unbekanntes Leben
In der Brust mir aufgegangen.

In dem Sturmeston der Lieder
Klagt der Menschheit jammernd Ach – 
Kämpfend steigt Prometheus nieder.
Und das schwere Dunkel brach!

Mich hats wunderbar erhoben
Und der Wehmuth neue Lust,
Wie ein schimmernd Licht von oben,
Kam in die bewegte Brust!

Und in Thränen und Entzücken
Fühlte ich mein Herz zerstücken.
Jauchzend hätte ich mein Leben
Wie Prometheus hingegeben!

Franz v. Schlechta.

Im Zusammenhang mit dem Namen Schlechta muss der Name Ludlamshöhle fallen. Unter den Mitgliedern dieser "Unsinnsgesellschaft" finden sich, was nicht weiter verwundert, etliche Persönlichkeiten, die ebenfalls dem Freundeskreis angehörten, der sich um Franz Schubert bildete.1.1

Franz Xaver Schlechta trug den Ludlamsnamen – Gutauch mit dem grünen Mantel

Franz Schubert vertonte sieben Gedichte von Schlechta. Das hier vorliegende hat eine so ausladende Entstehungsgeschichte, dass davon auszugehen ist, dass jeder Bild und Gedicht kannte. Schubert erhielt das Gedicht sicher handschriftlich von Schlechta von Wschehrd oder durch einen seiner Freunde. Auch ist davon auszugehen, dass Schlechta selbst möglicherweise die Textänderungen im Autograph, das als Stichvorlage diente vorgenommen hat.

Ancienne édition Schubert, série  XX, Vol. 06 № 381
Nouvelle édition Schubert  IV, Vol. 12
Édition Friedlaender  Bd. 3 » 151

Lien vers le manuscrit

Ancienne édition complète

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Première édition

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Situation de la source

Vous trouverez ici quelques informations sur les sources : Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

La publication obtenue 1895 A. Diabelli & Co. in Wien comme Nachlass - 15 | Numéro de l'éditeur 4015

À propos de la publication

Domaine 15 4.1
Wiener Zeitung 1830 4.2
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