Artistes: Peter Schöne - Baryton | Christoph Schnackertz - Piano
Enregistrement: mercredi, 15. décembre 2021 | Saarbrücken
Paroles
Wie hat der Sturm zerrissen
Des Himmels graues Kleid!
Die Wolkenfetzen flattern
Umher im mattem Streit.
Und rothe Feuerflammen
Ziehn zwischen ihnen hin.
Das nenn' ich einen Morgen
So recht nach meinem Sinn!
Mein Herz sieht an dem Himmel
Gemahlt sein eignes Bild -
Es ist nichts als der Winter,
Der Winter kalt und wild!
À propos du poème
Le poème Der stürmische Morgen par Wilhelm Müller a été publié en l'année 1823 in Deutsche Blätter für Poesie, Litteratur, Kunst und Theater.. Il se trouve à la page 162. -> Copie numérique en ligne
Autres publications:
Deutsche Blätter für Poesie, Litteratur, Kunst und Theater., 1823, page 95
À propos de la musique
Schubert was 30 years old when he wrote this song.
Franz Schubert, Wilhelm Müller und die "Winterreise" - eine schaurige Kombination. Es scheint, als hätten sie beschlossen, den einsamen Wanderer im Winter auf eine Reise mitzunehmen, und jeder, der ihnen begegnet, sollte in Depressionen versinken. Helle Seiten findet man nur selten. Es überwiegt die Melancholie.
Schubert vertonte zuerst nur die 12 Gedichte, die in Urania erschienen waren und setzte ein großes Fine hinter den abschließenden Taktstrich. Offenbar gelangten die Gedichte des zweiten Teils erst später in seine Hand, denn er vertonte diese ab Oktober 1827.
Am 7. Oktober 1829 erschien eine umfangreiche Rezension in der Allgemeinen musikalischen Zeitung Leipzig (in der auch bereits zu Lebzeiten Schuberts einige Rezensionen anderer Lieder erschienen waren), 31. Jhg.
Historischer Hintergrund – Metternichs Überwachungsstaat
Nach dem Wiener Kongress (1815) und den Karlsbader Beschlüssen (1819) etablierte Fürst Metternich ein rigides System der Zensur und Überwachung. Intellektuelle Aktivitäten wurden streng kontrolliert; Zensurbehörden, Spitzelnetzwerke und Aufsichtspersonen waren allgegenwärtig. In Wien gab es zeitweise rund 2.000 intellektuelle Agenten, die den Kulturbetrieb überwachten. Wilhelm Müllers Texte – darunter auch jene der Winterreise – gerieten zunehmend ins Visier.
Der stürmische Morgen bietet mit seinen knappen, kraftvollen Naturbildern eine Projektionsfläche für das innere Erleben eines Individuums unter dem Druck eines autoritären Systems. Die tosende Wetterlandschaft – „Wie hat der Sturm zerrissen des Himmels graues Kleid!“ – kann als Spiegelbild eines gesellschaftlichen Klimas gelesen werden, in dem Unruhe, Gewalt und Bedrohung allgegenwärtig sind. Die „Wolkenfetzen“ und der „rote Feuerbrand“, der „durch die Luft gejagt“ wird, evozieren ein Bild von Chaos und Bedrohung, das über das rein Meteorologische hinausweist. In einer politischen Deutung ließen sich diese Bilder als Ausdruck eines latent gewaltbereiten Systems lesen, das mit Einschüchterung und Zersetzung arbeitet.
Situation de la source
Vous trouverez ici quelques informations sur les sources : Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch
Emplacement du manuscrit : The Morgan Library New York
La publication obtenue 1828 Tobias Haslinger in Wien comme Opus 89 - 18 | Numéro de l'éditeur 5118
Erschien posthum kurz nach Schuberts Tod.
Partitions
Première édition


Sources
5.1Source de partition @ imslp.org : Der stürmische Morgen
6.1Source des paroles et autres compositions : www.lieder.net
Écrit par : Peter Schöne



