Das Geheimnis

Zweite Bearbeitung

D 793 Domaine 1872

Friedrich von Schiller 1759 - 1805

Artistes: Peter Schöne - Baryton | Christoph Schnackertz - Piano

Enregistrement: vendredi, 18. avril 2025 | Saarbrücken

Paroles

Sie konnte mir kein Wörtchen sagen,
Zu viele Lauscher waren wach,
Den Blick nur {S}durft{S durft'} ich schüchtern fragen,
Und wohl verstand ich was er sprach.
{S}Leis{S Leis'} {S}schleich{S  komm} ich her in deine Stille,
Du schön belaubtes Buchenzelt,
Verbirg in deiner grünen Hülle
Die Liebenden dem {S}Aug{S Aug'} der Welt.

Von Ferne mit {S}verworrnem{S verworr'nem} Sausen
Arbeitet der {S}geschäftge{S geschäft'ge} Tag,
Und durch der Stimmen hohles Brausen
{S}Erkenn{S Erkenn'} ich schwerer Hämmer Schlag.
So sauer ringt die kargen Loose
Der Mensch dem harten Himmel ab;
Doch leicht erworben, aus dem {S}Schoose{S Schoosse}
Der Götter fällt das Glück herab.

{S}Daß{S Dass} ja die Menschen nie es hören,
Wie treue {S}Lieb' uns{S Liebe} still beglückt!
Sie können nur die Freude stören,
Weil Freude nie sie selbst {S}entzückt{S entzieht}.
Die Welt wird nie das Glück erlauben,
Als Beute {S}wird es nur{S nur wird es} gehascht,
Entwenden musst du's oder rauben,
{S}Eh{S Eh'} dich die {S}Mißgunst{S Missgunst} überrascht.

{S}Leis{S Leis'} auf den {S}Zähen kommts{S Zehen kommt's} geschlichen,
Die Stille liebt es und die Nacht,
Mit schnellen Füßen {S}ists{S ist's} entwichen,
Wo des Verräthers Auge wacht.
O schlinge dich, du sanfte Quelle,
Ein breiter Strom um uns herum,
Und drohend mit empörter Welle
Vertheidige {S}dieß{S dies} Heiligthum.

Friedrich von Schiller
Ölgemälde ca. 1794 Ludovike Simanowiz
Wikimedia.org - Public domain

À propos du poème

Schiller veröffentlichte sein 1797 verfasstes Gedicht Geheimniß zum ersten Mal im von ihm selbst herausgegebenen Musen-Almanach für das Jahr 1798 auf S. 299f. 1.1

Le poème Das Geheimnis par Friedrich von Schiller a été publié en l'année 1798 in Musen-Almanach für das Jahr 1798. Il se trouve à la page 299f..

Copie numérique en ligne

À propos de la musique

Écrit:  mai   1823
Publication (annoncée):  1867
Tonalité originale :  G   majeur
Type de chanson :   Chanson strophique avec variation
Tonalité enregistrée :  D   majeur
Résidence de Schubert 1823 | Spiegelgasse 9 Wien

Schubert und Schiller sind sich nie begegnet, denn Schubert war erst 8 Jahre und 3 Monate alt, als Schiller starb. Dennoch prägten die Ideale Schillers auf vielfältige Weise Schuberts Entwicklung zu einem genialen Tonsetzer und inspirierten ihn immer wieder zu Vertonungen.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Schubert fast 40 Texte von Schiller in Musik fasste. Dazu zählen die ersten uns bekannten Vertonungen ebenso wie einige der letzten, die er schrieb.
Zählt man alle Fragmente und Entwürfe zusammen, die heute laut Deutschverzeichnis bekannt sind, so kommt man auf nicht weniger als 77 Werke, die uns vorliegen. Die meisten entstanden in der Jugend Schuberts. Allein 66 Kompositionen in der Zeit zwischen 1811 und 1817. In dieser Zeit war Schubert zwischen 14 und 20 Jahre alt. Darunter finden sich so herrliche Stücke wie Gruppe aus dem Tartarus, Der Taucher, Sehnsucht, Die Götter Griechenlands oder Der Pilgrim.

Schubert schrieb am  31. März 1824 einen Brief an Leopold Kupelwieser, der zu dieser Zeit eine Reise nach Italien unternahm. Vielleicht entspringt das folgende Zitat aus diesem Brief der frühen Begeisterung Schuberts und seines Freundeskreises für Schillers Ideen zu ästhetischen Erziehung des Menschen.

Eine Schönheit soll den Menschen durch das ganze Leben begeistern – wahr ist es – doch soll der Schimmer dieser Begeisterung alles andere erhellen. 2.1

Die vorliegende Vertonung schrieb Schubert im Alter von 26 Jahren. Die erste Bearbeitung dieses Textes entstand 1815 D 250.

Situation de la source

Vous trouverez ici quelques informations sur les sources : Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Emplacement du manuscrit : Staatsbibliothek zu Berlin, preußischer Kulturbesitz

La publication obtenue 1867 Spina in Wien comme Nachlass 1872 - 28 | Numéro de l'éditeur 19178

À propos de la publication

Couverture 4.1

Partitions

Ancienne édition Schubert, série  XX, Vol. 07 № 431
Nouvelle édition Schubert  IV, Vol. 13

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