Punschlied

1. Fassung

D 253

Friedrich von Schiller 1759 - 1805

Artists: Peter Schöne - Baritone | Holger Berndsen - Piano

Recording: Saturday, 22. February 2025 | Saarbrücken

Lyrics

Auf der Berge freien Höhen,
In der Mittagsonne Schein,
An des warmen Strahles Kräften
Zeugt Natur den goldnen Wein.

Und noch Niemand hats erkundet,
Wie die große Mutter schafft;
Unergründlich ist das Wirken,
Unerforschlich ist die Kraft.

Funkelnd wie ein Sohn der Sonne,
Wie des Lichtes Feuerquell,
Springt er perlend aus der Tonne,
Purpurn und krystallenhell.

Und erfreuet alle Sinnen,
Und in jede bange Brust
Gießt er ein balsamisch Hoffen
Und des Lebens neue Lust.

Aber matt auf unsre Zonen
Fällt der Sonne schräges Licht,
Nur die Blätter kann sie färben,
Aber Früchte reift sie nicht.

Doch der Norden auch will leben,
Und was lebt will sich erfreun;
Darum schaffen wir erfindend
Ohne Weinstock uns den Wein.

Bleich nur ists, was wir bereiten
Auf dem häuslichen Altar;
Was Natur lebendig bildet,
Glänzend ist's und ewig klar.

Aber freudig aus der Schale
Schöpfen wir die trübe Fluth;
Auch die Kunst ist Himmelsgabe,
Borgt sie gleich von ird'scher Gluth.

Ihrem Wirken frei gegeben
Ist der Kräfte großes Reich;
Neues bildend aus dem Alten,
Stellt sie sich dem Schöpfer gleich.

Selbst das Band der Elemente
Trennt ihr herrschendes Gebot,
Und sie ahmt mit Heerdes Flammen
Nach den hohen Sonnengott.

Fernhin zu den sel'gen Inseln
Richtet sie der Schiffe Lauf,
Und des Südens goldne Früchte
Schüttet sie im Norden auf.

Drum ein Sinnbild und ein Zeichen
Sey uns dieser Feuersaft,
Was der Mensch sich kann erlangen
Mit dem Willen und der Kraft.

Auf der Berge freien Höhen,
In der Mittagsonne Schein,
An des warmen Strahles Kräften
Zeugt Natur den goldnen Wein.

Und noch Niemand hats erkundet,
Wie die große Mutter schafft;
Unergründlich ist das Wirken,
Unerforschlich ist die Kraft.

Funkelnd wie ein Sohn der Sonne,
Wie des Lichtes Feuerquell,
Springt er perlend aus der Tonne,
Purpurn und krystallenhell.

Und erfreuet alle Sinnen,
Und in jede bange Brust
Gießt er ein balsamisch Hoffen
Und des Lebens neue Lust.

Aber matt auf unsre Zonen
Fällt der Sonne schräges Licht,
Nur die Blätter kann sie färben,
Aber Früchte reift sie nicht.

Doch der Norden auch will leben,
Und was lebt will sich erfreun;
Darum schaffen wir erfindend
Ohne Weinstock uns den Wein.

Bleich nur ists, was wir bereiten
Auf dem häuslichen Altar;
Was Natur lebendig bildet,
Glänzend ist's und ewig klar.

Aber freudig aus der Schale
Schöpfen wir die trübe Fluth;
Auch die Kunst ist Himmelsgabe,
Borgt sie gleich von ird'scher Gluth.

Ihrem Wirken frei gegeben
Ist der Kräfte großes Reich;
Neues bildend aus dem Alten,
Stellt sie sich dem Schöpfer gleich.

Selbst das Band der Elemente
Trennt ihr herrschendes Gebot,
Und sie ahmt mit Heerdes Flammen
Nach den hohen Sonnengott.

Fernhin zu den sel'gen Inseln
Richtet sie der Schiffe Lauf,
Und des Südens goldne Früchte
Schüttet sie im Norden auf.

Drum ein Sinnbild und ein Zeichen
Sey uns dieser Feuersaft,
Was der Mensch sich kann erlangen
Mit dem Willen und der Kraft.

Auf der Berge freien Höhen,
In der Mittagsonne Schein,
An des warmen Strahles Kräften
Zeugt Natur den goldnen Wein.

Und noch Niemand hats erkundet,
Wie die große Mutter schafft;
Unergründlich ist das Wirken,
Unerforschlich ist die Kraft.

Funkelnd wie ein Sohn der Sonne,
Wie des Lichtes Feuerquell,
Springt er perlend aus der Tonne,
Purpurn und krystallenhell.

Und erfreuet alle Sinnen,
Und in jede bange Brust
Gießt er ein balsamisch Hoffen
Und des Lebens neue Lust.

Aber matt auf unsre Zonen
Fällt der Sonne schräges Licht,
Nur die Blätter kann sie färben,
Aber Früchte reift sie nicht.

Doch der Norden auch will leben,
Und was lebt will sich erfreun;
Darum schaffen wir erfindend
Ohne Weinstock uns den Wein.

Bleich nur ists, was wir bereiten
Auf dem häuslichen Altar;
Was Natur lebendig bildet,
Glänzend ist's und ewig klar.

Aber freudig aus der Schale
Schöpfen wir die trübe Fluth;
Auch die Kunst ist Himmelsgabe,
Borgt sie gleich von ird'scher Gluth.

Ihrem Wirken frei gegeben
Ist der Kräfte großes Reich;
Neues bildend aus dem Alten,
Stellt sie sich dem Schöpfer gleich.

Selbst das Band der Elemente
Trennt ihr herrschendes Gebot,
Und sie ahmt mit Heerdes Flammen
Nach den hohen Sonnengott.

Fernhin zu den sel'gen Inseln
Richtet sie der Schiffe Lauf,
Und des Südens goldne Früchte
Schüttet sie im Norden auf.

Drum ein Sinnbild und ein Zeichen
Sey uns dieser Feuersaft,
Was der Mensch sich kann erlangen
Mit dem Willen und der Kraft.

Friedrich von Schiller
Ölgemälde ca. 1794 Ludovike Simanowiz
Wikimedia.org - Public domain

About poem

Bei der Veröffentlichung des Gedichtes wurde im Taschenbuch zum geselligen Vergnügen sogleich eine Vertonung Zelters  für drei Stimmen beigelegt.

The poem Punschlied by Friedrich von Schiller was published in the year 1804 in Taschenbuch zum geselligen Vergnügen.. It can be found on page 163f.. -> Digital copy online

Taschenbuch zum geselligen Vergnügen.

© Quelle: Österreichische Nationalbibliothek – Digitalisat eines gemeinfreien Werkes

Further publications:

Taschenbuch zum geselligen Vergnügen., 1804, page 205f.

Digital copy online

About music

Written:  18. August   1815
Publishing (announced):  1887
Original key:  B♭   major
Songtype:   Strophic song
Key recorded:  G   major

Schubert was 18 years old when he wrote this song.

Schubert und Schiller sind sich nie begegnet, denn Schubert war erst 8 Jahre und 3 Monate alt, als Schiller starb. Dennoch prägten die Ideale Schillers auf vielfältige Weise Schuberts Entwicklung zu einem genialen Tonsetzer und inspirierten ihn immer wieder zu Vertonungen.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass Schubert fast 40 Texte von Schiller in Musik fasste. Dazu zählen die ersten uns bekannten Vertonungen ebenso wie einige der letzten, die er schrieb.
Zählt man alle Fragmente und Entwürfe zusammen, die heute laut Deutschverzeichnis bekannt sind, so kommt man auf nicht weniger als 77 Werke, die uns vorliegen. Die meisten entstanden in der Jugend Schuberts. Allein 66 Kompositionen in der Zeit zwischen 1811 und 1817. In dieser Zeit war Schubert zwischen 14 und 20 Jahre alt. Darunter finden sich so herrliche Stücke wie Gruppe aus dem Tartarus, Der Taucher, Sehnsucht, Die Götter Griechenlands oder Der Pilgrim.

Schubert schrieb am  31. März 1824 einen Brief an Leopold Kupelwieser, der zu dieser Zeit eine Reise nach Italien unternahm. Vielleicht entspringt das folgende Zitat aus diesem Brief der frühen Begeisterung Schuberts und seines Freundeskreises für Schillers Ideen zu ästhetischen Erziehung des Menschen.

Eine Schönheit soll den Menschen durch das ganze Leben begeistern – wahr ist es – doch soll der Schimmer dieser Begeisterung alles andere erhellen. 2.1

Die vorliegende Vertonung schrieb Schubert im Alter von 18 Jahren.

Old Schubert Edition, Series  XX, Vol. 03 № 110
New Schubert Edition  IV, Vol. 08
Friedlaender Edition  Bd. 7 » 93
Bärenreiter Urtext Edition  Bd. 7 » 142

First edition

PDF Thumbnail

Transposition

PDF Thumbnail

Source situation

Here you can find some informations about sources: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

The publication procured 1887 Max Friedlaender (C.F.Peters) in Leipzig as Opus 1887 - 42

About publishing

Friedlaender Edition 4.1
Back to Lied-list