Pilgerweise

D 789 Estate

Franz von Schober 1796 - 1882

Artists: Peter Schöne - Baritone | Holger Berndsen - Piano

Recording: Saturday, 26. August 2023 | Nürnberg

Lyrics

Ich bin ein Waller auf der Erde
Und gehe still von Haus zu Haus,
O reicht mit freundlicher Geberde
Der Liebe Gaben mir heraus!

Mit offnen theilnahmsvollen Blicken,
Mit einem warmen Händedruck
Könnt ihr dieß arme Herz erquicken,
Und es befrei'n von langem Druck.

Doch rechnet nicht, daß ich euch's lohnen,
Mit Gegendienst vergelten soll;
Ich streue nur mit Blumenkronen,
Mit blauen, eure Schwelle voll;

Und sing ein stilles Lied zur Zither,
Das stammelnd mit dem Seufzer ringt,
Das euch wohl gar wie leichter Flitter,
Wie überflüss'ges Spielwerk klingt –

Mir klingt es süß, ich kann's nicht missen,
Und jedem Pilger ist es werth;
Doch freilich ihr – ihr könnt nicht wissen,
Was den beseligt, der entbehrt.

Vom Ueberfluß seyd ihr erfreuet,
Und findet tausendfach Ersatz;
Ein Tag dem andern angereihet
Vergrößert euren Liebesschatz.

Doch mir – so wie ich weiter strebe
An meinem harten Wanderstab,
Reißt in des Glückes Lustgewebe
Ein Faden nach dem andern ab.

Drum kann ich nur von Gaben leben,
Von Augenblick zu Augenblick,
O wollet vorwurfslos sie geben,
Zu eurer Lust – zu meinem Glück.

Ich bin ein Waller auf der Erde,
Und gehe still von Haus zu Haus,
O reicht mit freundlicher Geberde
Der Liebe Gaben mir heraus!

Ich bin ein Waller auf der Erde
Und gehe still von Haus zu Haus,
O reicht mit freundlicher Geberde
Der Liebe Gaben mir heraus!

Mit offnen theilnahmsvollen Blicken,
Mit einem warmen Händedruck
Könnt ihr dieß arme Herz erquicken,
Und es befrei'n von langem Druck.

Doch rechnet nicht, daß ich euch's lohnen,
Mit Gegendienst vergelten soll;
Ich streue nur mit Blumenkronen,
Mit blauen, eure Schwelle voll;

Und sing ein stilles Lied zur Zither,
Das stammelnd mit dem Seufzer ringt,
Das euch wohl gar wie leichter Flitter,
Wie überflüss'ges Spielwerk klingt –

Mir klingt es süß, ich kann's nicht missen,
Und jedem Pilger ist es werth;
Doch freilich ihr – ihr könnt nicht wissen,
Was den beseligt, der entbehrt.

Vom Ueberfluß seyd ihr erfreuet,
Und findet tausendfach Ersatz;
Ein Tag dem andern angereihet
Vergrößert euren Liebesschatz.

Doch mir – so wie ich weiter strebe
An meinem harten Wanderstab,
Reißt in des Glückes Lustgewebe
Ein Faden nach dem andern ab.

Drum kann ich nur von Gaben leben,
Von Augenblick zu Augenblick,
O wollet vorwurfslos sie geben,
Zu eurer Lust – zu meinem Glück.

Ich bin ein Waller auf der Erde,
Und gehe still von Haus zu Haus,
O reicht mit freundlicher Geberde
Der Liebe Gaben mir heraus!

Ich bin ein Waller auf der Erde
Und gehe still von Haus zu Haus,
O reicht mit freundlicher Geberde
Der Liebe Gaben mir heraus!

Mit offnen theilnahmsvollen Blicken,
Mit einem warmen Händedruck
Könnt ihr dieß arme Herz erquicken,
Und es befrei'n von langem Druck.

Doch rechnet nicht, daß ich euch's lohnen,
Mit Gegendienst vergelten soll;
Ich streue nur mit Blumenkronen,
Mit blauen, eure Schwelle voll;

Und sing ein stilles Lied zur Zither,
Das stammelnd mit dem Seufzer ringt,
Das euch wohl gar wie leichter Flitter,
Wie überflüss'ges Spielwerk klingt –

Mir klingt es süß, ich kann's nicht missen,
Und jedem Pilger ist es werth;
Doch freilich ihr – ihr könnt nicht wissen,
Was den beseligt, der entbehrt.

Vom Ueberfluß seyd ihr erfreuet,
Und findet tausendfach Ersatz;
Ein Tag dem andern angereihet
Vergrößert euren Liebesschatz.

Doch mir – so wie ich weiter strebe
An meinem harten Wanderstab,
Reißt in des Glückes Lustgewebe
Ein Faden nach dem andern ab.

Drum kann ich nur von Gaben leben,
Von Augenblick zu Augenblick,
O wollet vorwurfslos sie geben,
Zu eurer Lust – zu meinem Glück.

Ich bin ein Waller auf der Erde,
Und gehe still von Haus zu Haus,
O reicht mit freundlicher Geberde
Der Liebe Gaben mir heraus!

Franz von Schober
vor Schloss Torup - Ölgemälde von Leopold Kupelwieser
Wikimedia.org - CC-BY-SA-3.0

About music

Written:  April   1823
Publishing (announced):  12. July   1832
Original key:  F♯   minor
Songtype:   through-composed
Key recorded:  D   minor

Schubert was 26 years old when he wrote this song.

Franz Schubert und Franz von Schober waren innigst miteinander befreundet. Sie wohnten ab 1818 mit einigen Unterbrechungen zusammen in Schobers Wohnung Tuchlauben 20, Landskrongasse 5 im ersten Wiener Bezirk (Ansicht vor 1905). Schober war mit vielen künstlerischen Persönlichkeiten bekannt und trug viel dazu bei, dass sich Schuberts Werk zu seinen Lebzeiten und darüber hinaus verbreitete.
Heute liegen uns 13 Vertonungen der Gedichte Schobers als Sololied vor. Vermutlich setzte Schubert die Gedichte sofort oder kurz nach ihrer Entstehung in Musik.
Ein weiteres Lied Augenblicke im Elysium ging verloren, bevor es in den ersten allgemeinen Sammlungen Schubertscher Lieder Einzug halten konnte. Es findet sich lediglich ein Hinweis in der zweiten vermehrten Auflage der Gedichte Schobers (Leipzig, 1865). Dort heißt es im Untertitel zum Gedicht "Von Franz Schubert in Musik gesetzt".2.1

Old Schubert Edition, Series  XX, Vol. 07 № 429
New Schubert Edition  IV, Vol. 13
Friedlaender Edition  Bd. 3 » 175

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Old Schubert Edition

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First edition

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Source situation

Here you can find some informations about sources: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

The publication procured 1832 A. Diabelli & Co. in Wien as Nachlass - 18 | Publisher Number 4018

About publishing

Estate 18 4.1
Wiener Zeitung 12. July 1832 4.2
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