Morgenlied

D 685 Opus 4 - 2

Zacharias Werner 1768 - 1823

Artists: Peter Schöne - Baritone | Boris Cepeda - Piano

Recording: Wednesday, 14. January 2009 | Berlin

Lyrics

Eh' die Sonne früh aufersteht,
Wenn aus dem dampfenden Meer
Herauf und herunter das Morgenroth weht,
Voranfährt mit dem leuchtenden Speer ­–
Flattern Vöglein dahin und daher,
Singen fröhlich die Kreuz und die Quer,
Ein Lied, ein jubelndes Lied.

Was freut, ihr Vöglein euch allzumal
So herzig im wärmenden Sonnenstrahl?
»Wir freu'n uns, daß wir leben und sind,
Und daß wir luft'ge Gesellen sind.
Nach löblichem Brauch
Durchflattern wir fröhlich den Strauch;
Umweht vom lieblichen Morgenwind
Ergetzet die Sonne sich auch.«

Was sitzt ihr Vöglein stumm und geduckt
Am Dach im moosigen Nest? –
»Wir sitzen, weil uns die Sonn' nicht bekuckt;
Schon hat sie die Nacht in die Wellen geduckt:
Der Mond allein,
Der liebliche Schein,
Der Sonne lieblicher Widerschein,
Uns in der Dunkelheit nicht verläßt,
Darob wir im Stillen uns freu'n.«

O Jugend, kühlige Morgenzeit!
Wo wir, die Herzen geöffnet und weit,
Mit raschem und erwachendem Sinn
Der Lebens-Frische uns erfreut,
Wohl flohst du dahin! – dahin! –
Wir Alten sitzen geduckt im Nest! –
Allein der liebliche Widerschein
Der Jugendzeit,
Wo wir im Frühroth uns erfreut,
Uns auch im Alter nicht verläßt –
Die stille sinnige Fröhlichkeit! –

Eh' die Sonne früh aufersteht,
Wenn aus dem dampfenden Meer
Herauf und herunter das Morgenroth weht,
Voranfährt mit dem leuchtenden Speer ­–
Flattern Vöglein dahin und daher,
Singen fröhlich die Kreuz und die Quer,
Ein Lied, ein jubelndes Lied.

Was freut, ihr Vöglein euch allzumal
So herzig im wärmenden Sonnenstrahl?
»Wir freu'n uns, daß wir leben und sind,
Und daß wir luft'ge Gesellen sind.
Nach löblichem Brauch
Durchflattern wir fröhlich den Strauch;
Umweht vom lieblichen Morgenwind
Ergetzet die Sonne sich auch.«

Was sitzt ihr Vöglein stumm und geduckt
Am Dach im moosigen Nest? –
»Wir sitzen, weil uns die Sonn' nicht bekuckt;
Schon hat sie die Nacht in die Wellen geduckt:
Der Mond allein,
Der liebliche Schein,
Der Sonne lieblicher Widerschein,
Uns in der Dunkelheit nicht verläßt,
Darob wir im Stillen uns freu'n.«

O Jugend, kühlige Morgenzeit!
Wo wir, die Herzen geöffnet und weit,
Mit raschem und erwachendem Sinn
Der Lebens-Frische uns erfreut,
Wohl flohst du dahin! – dahin! –
Wir Alten sitzen geduckt im Nest! –
Allein der liebliche Widerschein
Der Jugendzeit,
Wo wir im Frühroth uns erfreut,
Uns auch im Alter nicht verläßt –
Die stille sinnige Fröhlichkeit! –

Eh' die Sonne früh aufersteht,
Wenn aus dem dampfenden Meer
Herauf und herunter das Morgenroth weht,
Voranfährt mit dem leuchtenden Speer ­–
Flattern Vöglein dahin und daher,
Singen fröhlich die Kreuz und die Quer,
Ein Lied, ein jubelndes Lied.

Was freut, ihr Vöglein euch allzumal
So herzig im wärmenden Sonnenstrahl?
»Wir freu'n uns, daß wir leben und sind,
Und daß wir luft'ge Gesellen sind.
Nach löblichem Brauch
Durchflattern wir fröhlich den Strauch;
Umweht vom lieblichen Morgenwind
Ergetzet die Sonne sich auch.«

Was sitzt ihr Vöglein stumm und geduckt
Am Dach im moosigen Nest? –
»Wir sitzen, weil uns die Sonn' nicht bekuckt;
Schon hat sie die Nacht in die Wellen geduckt:
Der Mond allein,
Der liebliche Schein,
Der Sonne lieblicher Widerschein,
Uns in der Dunkelheit nicht verläßt,
Darob wir im Stillen uns freu'n.«

O Jugend, kühlige Morgenzeit!
Wo wir, die Herzen geöffnet und weit,
Mit raschem und erwachendem Sinn
Der Lebens-Frische uns erfreut,
Wohl flohst du dahin! – dahin! –
Wir Alten sitzen geduckt im Nest! –
Allein der liebliche Widerschein
Der Jugendzeit,
Wo wir im Frühroth uns erfreut,
Uns auch im Alter nicht verläßt –
Die stille sinnige Fröhlichkeit! –

Zacharias Werner
Österreichische Nationalbibliothek - Public domain

About poem

Friedrich Ludwig Zacharias Werner veröffentlichte 1803 im Verlag bei Johann Daniel Sander, Berlin 1803 sein dramatisches Gedicht Die Söhne des Thales veröffentlicht. Im ersten Teil Die Templer auf Cypern steht das hier vertonte Gedicht im fünften Auftritt auf Seite 30, gesungen von Philipp (mit Gartenarbeit beschäftigt, – singt. (sic!))
In der Österreichischen Nationalbibliothek kann ein Digitalisat dieses Drucks angesehen werden.1.1

About music

Written:  1820
Publishing (announced):  29. May   1821
Original key:  A   minor
Songtype:   Strophic song
Key recorded:  G   minor
Old Schubert Edition, Series  XX, Vol. 06 № 379
New Schubert Edition  IV, Vol. 01
Friedlaender Edition  Bd. 2 » 4

Link to manuscript

First edition

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Old Schubert Edition

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Source situation

Here you can find some informations about sources: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

The publication procured 1821 Cappi und Diabelli in Wien as Opus 4 - 2 | Publisher Number 773

About publishing

Opus 4 4.1
Wiener Zeitung 22. May 1821 4.2
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