Die gefangenen Sänger

D 712 Estate

August Wilhelm Schlegel 1767 - 1845

Artists: Peter Schöne - Baritone | Holger Berndsen - Piano

Recording: Saturday, 26. August 2023 | Nürnberg

Lyrics

Hörst du von den Nachtigallen
Die Gebüsche wiederhallen?
Sieh, es kam der holde Mai.
Jedes buhlt um seine Traute,
Schmelzend sagen alle Laute,
Welche Wonn' im Lieben sey.

Andre, die im Käfig leben,
Hinter ihren Gitterstäben,
Hören draußen den Gesang;
Möchten in die Freyheit eilen,
Frühlingslust und Liebe theilen:
Ach! da hemmt sie enger Zwang.

Und es drängt sich in die Kehle
Aus der gramzerrißnen Seele
Schmetternd ihres Lieds Gewalt,
Wo es, statt im Wehn der Haine
Mitzuwallen, von der Steine
Hartem Bau zurücke prallt.

So, im Erdenthal gefangen,
Hört des Menschen Geist mit Bangen
Hoher Brüder Harmonie;
Strebtumsonst zu Himmelsheitern
Dieses Daseyn zu erweitern,
Und das nennt er Poesie.

Aber scheint er ihre Rhythmen
Jubelhymnen auch zu widmen,
Wie aus lebenstrunkner Brust:
Dennoch fühlen's zarte Herzen,
Aus der Wurzel tiefer Schmerzen
Stammt die Blüthe seiner Lust.

Hörst du von den Nachtigallen
Die Gebüsche wiederhallen?
Sieh, es kam der holde Mai.
Jedes buhlt um seine Traute,
Schmelzend sagen alle Laute,
Welche Wonn' im Lieben sey.

Andre, die im Käfig leben,
Hinter ihren Gitterstäben,
Hören draußen den Gesang;
Möchten in die Freyheit eilen,
Frühlingslust und Liebe theilen:
Ach! da hemmt sie enger Zwang.

Und es drängt sich in die Kehle
Aus der gramzerrißnen Seele
Schmetternd ihres Lieds Gewalt,
Wo es, statt im Wehn der Haine
Mitzuwallen, von der Steine
Hartem Bau zurücke prallt.

So, im Erdenthal gefangen,
Hört des Menschen Geist mit Bangen
Hoher Brüder Harmonie;
Strebtumsonst zu Himmelsheitern
Dieses Daseyn zu erweitern,
Und das nennt er Poesie.

Aber scheint er ihre Rhythmen
Jubelhymnen auch zu widmen,
Wie aus lebenstrunkner Brust:
Dennoch fühlen's zarte Herzen,
Aus der Wurzel tiefer Schmerzen
Stammt die Blüthe seiner Lust.

Hörst du von den Nachtigallen
Die Gebüsche wiederhallen?
Sieh, es kam der holde Mai.
Jedes buhlt um seine Traute,
Schmelzend sagen alle Laute,
Welche Wonn' im Lieben sey.

Andre, die im Käfig leben,
Hinter ihren Gitterstäben,
Hören draußen den Gesang;
Möchten in die Freyheit eilen,
Frühlingslust und Liebe theilen:
Ach! da hemmt sie enger Zwang.

Und es drängt sich in die Kehle
Aus der gramzerrißnen Seele
Schmetternd ihres Lieds Gewalt,
Wo es, statt im Wehn der Haine
Mitzuwallen, von der Steine
Hartem Bau zurücke prallt.

So, im Erdenthal gefangen,
Hört des Menschen Geist mit Bangen
Hoher Brüder Harmonie;
Strebtumsonst zu Himmelsheitern
Dieses Daseyn zu erweitern,
Und das nennt er Poesie.

Aber scheint er ihre Rhythmen
Jubelhymnen auch zu widmen,
Wie aus lebenstrunkner Brust:
Dennoch fühlen's zarte Herzen,
Aus der Wurzel tiefer Schmerzen
Stammt die Blüthe seiner Lust.

August Wilhelm Schlegel
Österreichische Nationalbibliothek - Public domain

About poem

1810 verfasste der 43jährige August Wilhelm Schlegel das vorliegende Gedicht.

The poem Die gefangenen Sänger by August Wilhelm Schlegel was published in the year 1811 in August Wilhelm Schlegels poetische Werke. Erster Theil. It can be found on page 264f.. -> Digital copy online

August Wilhelm Schlegels poetische Werke. Erster Theil

Bayerische Staatsbibliothek

About music

Written:  January   1821
Publishing (announced):  23. June   1842
Original key:  G   major
Songtype:   through-composed
Key recorded:  E   major
Old Schubert Edition, Series  XX, Vol. 06 № 389
New Schubert Edition  IV, Vol. 13
Friedlaender Edition  Bd. 5 » 193

Link to manuscript

Link to manuscriptLink to manuscript at schubert-online.at

First edition

PDF Thumbnail

Old Schubert Edition

PDF Thumbnail

Source situation

Here you can find some informations about sources: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

The publication procured 1842 A. Diabelli & Co. in Wien as Nachlass - 33 | Publisher Number 7411

About publishing

Estate 33 4.1
Wiener Zeitung 23. June 1842 4.2
Back to Lied-list