Artists: Peter Schöne - Baritone | Holger Berndsen - Piano
Recording: Saturday, 26. August 2023 | Nürnberg
Lyrics
Hörst du von den Nachtigallen
Die Gebüsche wiederhallen?
Sieh, es kam der holde Mai.
Jedes buhlt um seine Traute,
Schmelzend sagen alle Laute,
Welche Wonn' im Lieben sey.
Andre, die im Käfig leben,
Hinter ihren Gitterstäben,
Hören draußen den Gesang;
Möchten in die Freyheit eilen,
Frühlingslust und Liebe theilen:
Ach! da hemmt sie enger Zwang.
Und es drängt sich in die Kehle
Aus der gramzerrißnen Seele
Schmetternd ihres Lieds Gewalt,
Wo es, statt im Wehn der Haine
Mitzuwallen, von der Steine
Hartem Bau zurücke prallt.
So, im Erdenthal gefangen,
Hört des Menschen Geist mit Bangen
Hoher Brüder Harmonie;
Strebtumsonst zu Himmelsheitern
Dieses Daseyn zu erweitern,
Und das nennt er Poesie.
Aber scheint er ihre Rhythmen
Jubelhymnen auch zu widmen,
Wie aus lebenstrunkner Brust:
Dennoch fühlen's zarte Herzen,
Aus der Wurzel tiefer Schmerzen
Stammt die Blüthe seiner Lust.
Hörst du von den Nachtigallen
Die Gebüsche wiederhallen?
Sieh, es kam der holde Mai.
Jedes buhlt um seine Traute,
Schmelzend sagen alle Laute,
Welche Wonn' im Lieben sey.
Andre, die im Käfig leben,
Hinter ihren Gitterstäben,
Hören draußen den Gesang;
Möchten in die Freyheit eilen,
Frühlingslust und Liebe theilen:
Ach! da hemmt sie enger Zwang.
Und es drängt sich in die Kehle
Aus der gramzerrißnen Seele
Schmetternd ihres Lieds Gewalt,
Wo es, statt im Wehn der Haine
Mitzuwallen, von der Steine
Hartem Bau zurücke prallt.
So, im Erdenthal gefangen,
Hört des Menschen Geist mit Bangen
Hoher Brüder Harmonie;
Strebtumsonst zu Himmelsheitern
Dieses Daseyn zu erweitern,
Und das nennt er Poesie.
Aber scheint er ihre Rhythmen
Jubelhymnen auch zu widmen,
Wie aus lebenstrunkner Brust:
Dennoch fühlen's zarte Herzen,
Aus der Wurzel tiefer Schmerzen
Stammt die Blüthe seiner Lust.
Hörst du von den Nachtigallen
Die Gebüsche wiederhallen?
Sieh, es kam der holde Mai.
Jedes buhlt um seine Traute,
Schmelzend sagen alle Laute,
Welche Wonn' im Lieben sey.
Andre, die im Käfig leben,
Hinter ihren Gitterstäben,
Hören draußen den Gesang;
Möchten in die Freyheit eilen,
Frühlingslust und Liebe theilen:
Ach! da hemmt sie enger Zwang.
Und es drängt sich in die Kehle
Aus der gramzerrißnen Seele
Schmetternd ihres Lieds Gewalt,
Wo es, statt im Wehn der Haine
Mitzuwallen, von der Steine
Hartem Bau zurücke prallt.
So, im Erdenthal gefangen,
Hört des Menschen Geist mit Bangen
Hoher Brüder Harmonie;
Strebtumsonst zu Himmelsheitern
Dieses Daseyn zu erweitern,
Und das nennt er Poesie.
Aber scheint er ihre Rhythmen
Jubelhymnen auch zu widmen,
Wie aus lebenstrunkner Brust:
Dennoch fühlen's zarte Herzen,
Aus der Wurzel tiefer Schmerzen
Stammt die Blüthe seiner Lust.
About poem
1810 verfasste der 43jährige August Wilhelm Schlegel das vorliegende Gedicht.
The poem Die gefangenen Sänger by August Wilhelm Schlegel was published in the year 1811 in August Wilhelm Schlegels poetische Werke. Erster Theil. It can be found on page 264f.. -> Digital copy online
About music
Source situation
Here you can find some informations about sources: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch
The publication procured 1842 A. Diabelli & Co. in Wien as Nachlass - 33 | Publisher Number 7411






