Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Christoph Schnackertz - Klavier

Aufnahme: Freitag, 18. April 2025 | Saarbrücken

Liedtext

Allein, nachdenklich, wie gelähmt vom Krampfe,
Durchmess' ich öde Felder, schleichend träge,
Und wend' umher den Blick, zu fliehn die Wege,
Wo eine Menschenspur den Sand nur stampfe.

Nicht andre Schutzwehr find' ich mir im Kampfe
Vor dem Erspähn des Volks in alle Wege,
Weil man im Thun, wo keine Freude rege,
Von außen lieset, wie ich innen dampfe.

So daß ich glaube jetzt, Berg und Gefilde,
Und Fluß und Waldung weiß, aus welchen Stoffen
Mein Leben sey, das sich verhehlt jedweden.

Doch find' ich nicht so rauhe Weg' und wilde,
Daß nicht der Liebesgott mich stets getroffen,
Und führt mit mir, und ich mit ihm dann Reden.

Allein, nachdenklich, wie gelähmt vom Krampfe,
Durchmess' ich öde Felder, schleichend träge,
Und wend' umher den Blick, zu fliehn die Wege,
Wo eine Menschenspur den Sand nur stampfe.

Nicht andre Schutzwehr find' ich mir im Kampfe
Vor dem Erspähn des Volks in alle Wege,
Weil man im Thun, wo keine Freude rege,
Von außen lieset, wie ich innen dampfe.

So daß ich glaube jetzt, Berg und Gefilde,
Und Fluß und Waldung weiß, aus welchen Stoffen
Mein Leben sey, das sich verhehlt jedweden.

Doch find' ich nicht so rauhe Weg' und wilde,
Daß nicht der Liebesgott mich stets getroffen,
Und führt mit mir, und ich mit ihm dann Reden.

Allein, nachdenklich, wie gelähmt vom Krampfe,
Durchmess' ich öde Felder, schleichend träge,
Und wend' umher den Blick, zu fliehn die Wege,
Wo eine Menschenspur den Sand nur stampfe.

Nicht andre Schutzwehr find' ich mir im Kampfe
Vor dem Erspähn des Volks in alle Wege,
Weil man im Thun, wo keine Freude rege,
Von außen lieset, wie ich innen dampfe.

So daß ich glaube jetzt, Berg und Gefilde,
Und Fluß und Waldung weiß, aus welchen Stoffen
Mein Leben sey, das sich verhehlt jedweden.

Doch find' ich nicht so rauhe Weg' und wilde,
Daß nicht der Liebesgott mich stets getroffen,
Und führt mit mir, und ich mit ihm dann Reden.

August Wilhelm Schlegel
Österreichische Nationalbibliothek - Public domain

Zum Text

August Wilhelm Schlegel war gemeinsam mit seiner Frau Caroline, Bruder Friedrich und seiner Frau Dorothea, Johann Gottlieb Fichte, Ludwig Tieck sowie Novalis der Begründer der romantischen Schule. Er galt als versierter Übersetzer.

Das vorliegende Sonett lautet in der Originalversion von Petrarca:

Solo e pensoso i più deserti campi
Vo misurando a passi tardi, e lenti;
E gli occhi porto per fuggire intenti
Dove vestigio uman l'arena stampi.

Altro schermo non trovo che mi scampi
Dal manifesto accorger de le genti;
Perchè ne gli atti d’allegrezza spenti
Di fuor si legge com’io dentro avvampi.

Sì ch’io mi credo omai che monti et piagge
E fiumi e selve sappian di che tempre
Sia la mia vita ch’è celata altrui.

Ma pur sì aspre vie, nè sì selvagge
Cercar non so, ch’Amor non venga sempre
Ragionando con meco, ed io con lui.

Das Gedicht Sonett II von August Wilhelm Schlegel wurde veröffentlicht im Jahr 1804 in Blumensträusse italiänischer, spanischer und portugiesischer Poesie. Es findet sich auf Seite 22. -> Digitalisat online

Blumensträusse italiänischer, spanischer und portugiesischer Poesie

© Quelle: Österreichische Nationalbibliothek – Digitalisat eines gemeinfreien Werkes Nutzung des Digitalisats ausschließlich zu nicht-kommerziellen Zwecken (PPP)

Weitere Veröffentlichungen:

Blumensträusse italiänischer, spanischer und portugiesischer Poesie, 1804, Seite 54

Digitalisat online

Zur Musik

Komponiert:  November   1818
Veröffentlichung (angezeigt):  1895
Originaltonart:  g - moll
Liedform:   durchkomponiert
Aufnahmetonart:  d - moll

Schubert war 21 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Franz Schubert vertonte zehn Gedichte von August Wilhelm Schlegel. Zählt man unterschiedliche Fassungen hinzu, sind insgesamt zwölf Kompositionen überliefert.

Als Schubert die drei Sonette (I–III) komponierte, lebte er gemeinsam mit seinem engen Freund Johann Mayrhofer in einer Wohnung in der Wipplingerstraße. In Mayrhofers literarischem Werk und seinen Briefen spiegeln sich eine tiefe Vertrautheit mit der griechischen Mythologie, Philosophie und Literatur wider. Die Ideale der Antike, die für Mayrhofer eine prägende Inspirationsquelle waren, scheinen in dieser Zeit auch auf Schubert abgefärbt und seine künstlerische Entwicklung beeinflusst zu haben.

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 05 № 346
Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 12

Link zum Manuskript

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Alte Gesamtausgabe

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Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Zur Veröffentlichung

4.1
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