Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Holger Berndsen - Klavier

Aufnahme: Montag, 25. März 2024 | Saarbrücken

Liedtext

Grüner wird die Au,
Und der Himmel blau;
Schwalben kehren wieder,
Und die Erstlingslieder
Kleiner Vögelein
Zwitschern durch den Hain.

Aus dem Blütenstrauch
Weht der Liebe Hauch:
Seit der Lenz erschienen,
Waltet sie im Grünen,
Malt die Blumen bunt,
Roth des Mädchens Mund.

Brüder, küsset ihn!
Denn die Jahre fliehn!
Einen Kuß in Ehren
Kann euch niemand wehren!
Küßt ihn, Brüder, küßt,
Weil er {S}kußlich{S küßlich} ist!

Seht, der Tauber girrt,
Seht, der Tauber schwirrt
Um sein liebes Täubchen!
Nehmt euch auch ein Weibchen,
Wie der Tauber thut,
Und seid wohlgemut!

Ludwig Christoph Heinrich Hölty
Stahlstich von Johann Christian Benjamin Gottschick
Österreichische Nationalbibliothek - Public domain

Zum Text

Ludwig Christoph Heinrich Hölty muss ein ungeheuer wissbegieriger Mensch gewesen sein. Schon als kleiner Junge las er alles, was er in die Hände bekam. Man sagt, er sei ein sehr hübscher Junge gewesen. Jedoch wurde er von Blattern entstellt genau in der Woche, in der auch seine Mutter an Schwindsucht starb. Er selbst durfte kaum 28 Jahre alt werden, als auch ihn die Schwindsucht hinweg raffte. 1.1

Das vorliegende Gedicht schrieb Hölty 1773. 

Das Gedicht Mailied von Ludwig Christoph Heinrich Hölty wurde veröffentlicht im Jahr 1779 in Poetische Blumenlese für das Jahr 1779.. Es findet sich auf Seite 7f.. -> Digitalisat online

Poetische Blumenlese für das Jahr 1779.

© Quelle: Österreichische Nationalbibliothek – Digitalisat eines gemeinfreien Werkes Nutzung des Digitalisats ausschließlich zu nicht-kommerziellen Zwecken (PPP)

Weitere Veröffentlichungen:

Poetische Blumenlese für das Jahr 1779., 1779, Seite 129f.

Digitalisat online

Zur Musik

Komponiert:  November   1816
Originaltonart:  G - Dur
Liedform:   Strophenlied
Aufnahmetonart:  E - Dur
Schuberts Wohnort 1816 | Säulengasse 3 Wien

Schubert war 19 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Schubert hat in seinen beiden produktivsten Jahren 1815 und 1816, zählt man alle laut Deutsch-Verzeichnis vorliegenden Lieder, Fassungen, Bearbeitungen und Entwürfe zusammen, insgesamt 40 mal Texte von Hölty vertont.
Unter diesen Vertonungen findet sich unter anderem eines der bekanntesten Schubertlieder - die Seligkeit D433.

Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Noten

Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 11

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