Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Alexander Fleischer - Klavier
Aufnahme: Montag, 22. Juni 2020 | Hirschberg
Liedtext
Es rauschen die Winde
So herbstlich und kalt;
Verödet die Fluren,
Entblättert der Wald.
Ihr blumigen Auen!
Du sonniges Grün!
So welken die Blüthen
Des Lebens dahin.
Es ziehen die Wolken
So finster und grau;
Verschwunden die Sterne
Am himmlischen Blau!
Ach, wie die Gestirne
Am Himmel entfliehn,
So sinket die Hoffnung
Des Lebens dahin!
Ihr Tage des Lenzes
Mit Rosen geschmückt,
Wo ich [den Geliebten]1
An's Herze gedrückt!
Kalt über den Hügel
Rauscht, Winde, dahin!
So sterben die Rosen
Der Liebe dahin.
Zum Text
Ludwig Rellstab weilte im Frühjahr 1825 in Wien, um Beethoven kennenzulernen. Er legte ihm auch seine Gedichte zur Vertonung vor.
Zur Musik
Schubert war 31 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.
Rellstab und Schubert sind sich nicht begegnet, aber Rellstab schildert in seinen Memoiren Aus meinem Leben Band 2 auf S. 245, wie seine Gedichte in Schuberts Hände gelangten:
Diese Blättchen [die er Beethoven eigenhändig in dessen Wohnung in Wien brachte - Anm. d. Verf.] sind nicht verloren gegangen; Herr Professor Schindler hat sie mir vor Jahren aus Beethoven's Nachlaß zurück gestellt. Einige waren mit Bleistiftzeichen versehen, von Beethoven's eigener Hand; es waren diejenigen, welche ihm am besten gefielen, und die er damals an Schubert zur Composition gegeben, weil er selbst sich zu unwohl fühlte. In dessen Gesangscompositionen finden sie sich auch, und einige davon sind ganz allgemein bekannt geworden. Mit Rührung empfing ich die Blättchen zurück, die einen so eigenthümlichen, aber der Kunst fruchtbar gewordenen Weg gemacht hatten, bis sie wieder zu mir zurückkehrten. 2.1
10 Gedichte von Rellstab hat Schubert vertont. Alle kurz vor Ende seines viel zu kurzen Lebens.
Quellenlage
Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch
Quellen
5.1Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Herbst
6.1Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net
Geschrieben von: Peter Schöne



