Gebet während der Schlacht

Zweite Fassung

D 171 Nachlass

Theodor Körner 1791 - 1813

Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Holger Berndsen - Klavier

Aufnahme: Dienstag, 01. September 2015 | München

Liedtext

Vater, ich rufe dich!
Brüllend umwölkt mich der Dampf der Geschütze,
Sprühend umzucken mich rasselnde Blitze.
Lenker der Schlachten, ich rufe dich!
Vater du, führe mich!

Vater du, führe mich!
Führ' mich zum {S}Sieg{S Siege}, führ' mich zum Tode:
{S}Herr{S O Herr}, ich erkenne deine Gebothe,
Herr, wie du willst, so führe mich.
Gott, ich erkenne dich!

Gott, ich erkenne dich!
So im herbstlichen Rauschen der Blätter
Als im Schlachtendonnerwetter
Urquell der Gnade, erkenn' ich dich.
Vater du, segne mich!

Vater du, segne mich!
In deine Hand befehl' ich mein Leben,
Du kannst es nehmen, du hast es gegeben,
Zum Leben, zum Sterben segne mich.
Vater, ich preise dich!

Vater, ich preise dich!
{S}'S ist{S In alten Ausgaben fälschlicherweise S'ist} ja kein Kampf für die Güter der Erde;
Das Heiligste schützen wir mit dem Schwerte,
Drum fallend und siegend preis' ich dich,
Gott, dir ergeb' ich mich!

Gott, dir ergeb' ich mich!
Wenn mich die Donner des Todes begrüßen,
Wenn meine Adern geöffnet fließen,
Dir, mein Gott, dir ergeb' ich mich!
Vater, ich rufe dich!

Theodor Körner
Ölgemälde von Dora Stock
Wikimedia.org - Public domain

Zum Text

Theodor Körner war 22 Jahre alt, als er bei einem Gefecht als Mitglied des Lützowschen Freikorps fiel. Kurz vor seinem Tod verfasste er das vorliegende Gebet.
Es wurde von seinem Vater im 1814 erschienenen Gedichtband Leyer und Schwerdt veröffentlicht. 1.1

Das Gedicht Gebet während der Schlacht von Theodor Körner wurde veröffentlicht im Jahr 1814 in Leyer und Schwerdt von Theodor Körner Lieutenant im Lützow’schen Freikorps. Einzige rechtmäßige, von dem Vater des Dichters veranstaltete Ausgabe. Berlin, 1814. In der ­ Nicolaischen Buchhandlung.. Es findet sich auf Seite 55f.. -> Digitalisat online

Zur Musik

Komponiert:  12. März   1815
Veröffentlichung (angezeigt):  21. April   1831
Originaltonart:  B - Dur
Liedform:   Strophenlied mit Einleitung
Aufnahmetonart:  G - Dur

Schubert war 18 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Schubert schrieb das Lied 1815 im Alter von 18 Jahren - drei Monate bevor Napoleon bei Waterloo seine letzte Schlacht verlor und Europa durch den Wiener Kongress befriedet und neu geordnet wurde.

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 02 № 55
Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 08
Friedlaender Edition  Bd. 2 » 214
Bärenreiter Urtext Edition  Bd. 6 » 156

Link zum Manuskript

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Alte Gesamtausgabe

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Erstdruck

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Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Die Veröffentlichung besorgte 1831 A. Diabelli & Co. in Wien als Nachlass - 10 | Verlagsnummer 3707

Ein Manuskript liegt unter der Signatur MS Mus 99 in der Houghton Library, Harvard University. Leider kann es zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels noch nicht online abgerufen werden.

Die Erstausgabe der ersten Fassung geschah im Rahmen der Neuen Gesamtausgabe.

Zur Veröffentlichung

Nachlass 10 4.1
Wiener Zeitung 21. April 1831 4.2
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