Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Holger Berndsen - Klavier
Aufnahme: Samstag, 26. August 2023 | Nürnberg
Liedtext
Hörst du von den Nachtigallen
Die Gebüsche wiederhallen?
Sieh, es kam der holde Mai.
Jedes buhlt um seine Traute,
Schmelzend sagen alle Laute,
Welche Wonn' im Lieben sey.
Andre, die im Käfig leben,
Hinter ihren Gitterstäben,
Hören draußen den Gesang;
Möchten in die Freyheit eilen,
Frühlingslust und Liebe theilen:
Ach! da hemmt sie enger Zwang.
Und {S}es{S nun} drängt sich in die Kehle
Aus der gramzerrißnen Seele
Schmetternd ihres Lieds Gewalt,
Wo es, statt im Wehn der Haine
Mitzuwallen, {S}von{S an} der Steine
Hartem Bau zurücke prallt.
So, im Erdenthal gefangen,
Hört {S}des{S AGA der} Menschen Geist mit Bangen
{S}Hoher Brüder Harmonie{S Hehrer Brüder Melodie};
{S}Strebt{S Sucht}umsonst zu Himmelsheitern
Dieses Daseyn zu erweitern,
Und das nennt er Poesie.
Aber scheint er ihre Rhythmen
Jubelhymnen auch zu widmen,
Wie aus lebenstrunkner Brust:
Dennoch fühlen's zarte Herzen,
Aus der Wurzel tiefer Schmerzen
Stammt die Blüthe seiner Lust.
Zum Text
1810 verfasste der 43jährige August Wilhelm Schlegel das vorliegende Gedicht.
Das Gedicht Die gefangenen Sänger von August Wilhelm Schlegel wurde veröffentlicht im Jahr 1811 in August Wilhelm Schlegels poetische Werke. Erster Theil. Es findet sich auf Seite 264f.. -> Digitalisat online
Zur Musik
Quellenlage
Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch
Die Veröffentlichung besorgte 1842 A. Diabelli & Co. in Wien als Nachlass - 33 | Verlagsnummer 7411
Quellen
5.1Noten-Quelle auf imslp.org o.ä.: Die gefangenen Sänger
6.1Textquelle und alternative Kompositionen: www.lieder.net
Geschrieben von: Peter Schöne






