Der Jüngling auf dem Hügel

D 702 Opus 8 - 1

Heinrich Hüttenbrenner 1799 - 1830

Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Boris Cepeda - Klavier

Aufnahme: Mittwoch, 14. Januar 2009 | Berlin

Liedtext

Ein Jüngling auf dem Hügel
Mit seinem Kummer saß,
Wohl ward der Augen Spiegel
Ihm trüb' und tränennaß.

Sah frohe Lämmer spielen
Am grünen Felsenhang,
Sah frohe Bächlein quillen
Das bunte Tal entlang;

Die Schmetterlinge sogen
Am roten Blütenmund,
Wie Morgenträume flogen
Die Wolken in dem Rund;

Und alles war so munter,
Und alles schwamm in Glück,
Nur in sein Herz hinunter
Sah nicht der Freude Blick.

Ach, dumpfes Grabgeläute
Im Dorfe nun erklang,
Schon tönte aus der Weite
Ein klagender Gesang;

Sah nun die Lichter scheinen,
Den schwarzen Leichenzug,
Fing bitter an zu weinen,
Weil man sein Röschen trug.

Jetzt ließ den Sarg man nieder,
Der Totengräber kam,
Und gab der Erde wieder,
Was Gott aus selber nahm.

Da schwieg des Jünglings Klage,
Und betend ward sein Blick,
Sah schon am schönern Tage
Des Wiedersehens Glück.

Und wie die Sterne kamen,
Der Mond heraufgeschifft,
Da las er in den Sternen
Der Hoffnung hohe Schrift.

Ein Jüngling auf dem Hügel
Mit seinem Kummer saß,
Wohl ward der Augen Spiegel
Ihm trüb' und tränennaß.

Sah frohe Lämmer spielen
Am grünen Felsenhang,
Sah frohe Bächlein quillen
Das bunte Tal entlang;

Die Schmetterlinge sogen
Am roten Blütenmund,
Wie Morgenträume flogen
Die Wolken in dem Rund;

Und alles war so munter,
Und alles schwamm in Glück,
Nur in sein Herz hinunter
Sah nicht der Freude Blick.

Ach, dumpfes Grabgeläute
Im Dorfe nun erklang,
Schon tönte aus der Weite
Ein klagender Gesang;

Sah nun die Lichter scheinen,
Den schwarzen Leichenzug,
Fing bitter an zu weinen,
Weil man sein Röschen trug.

Jetzt ließ den Sarg man nieder,
Der Totengräber kam,
Und gab der Erde wieder,
Was Gott aus selber nahm.

Da schwieg des Jünglings Klage,
Und betend ward sein Blick,
Sah schon am schönern Tage
Des Wiedersehens Glück.

Und wie die Sterne kamen,
Der Mond heraufgeschifft,
Da las er in den Sternen
Der Hoffnung hohe Schrift.

Ein Jüngling auf dem Hügel
Mit seinem Kummer saß,
Wohl ward der Augen Spiegel
Ihm trüb' und tränennaß.

Sah frohe Lämmer spielen
Am grünen Felsenhang,
Sah frohe Bächlein quillen
Das bunte Tal entlang;

Die Schmetterlinge sogen
Am roten Blütenmund,
Wie Morgenträume flogen
Die Wolken in dem Rund;

Und alles war so munter,
Und alles schwamm in Glück,
Nur in sein Herz hinunter
Sah nicht der Freude Blick.

Ach, dumpfes Grabgeläute
Im Dorfe nun erklang,
Schon tönte aus der Weite
Ein klagender Gesang;

Sah nun die Lichter scheinen,
Den schwarzen Leichenzug,
Fing bitter an zu weinen,
Weil man sein Röschen trug.

Jetzt ließ den Sarg man nieder,
Der Totengräber kam,
Und gab der Erde wieder,
Was Gott aus selber nahm.

Da schwieg des Jünglings Klage,
Und betend ward sein Blick,
Sah schon am schönern Tage
Des Wiedersehens Glück.

Und wie die Sterne kamen,
Der Mond heraufgeschifft,
Da las er in den Sternen
Der Hoffnung hohe Schrift.

Zum Text

Heinrich Hüttenbrenners Gedicht Der Jüngling auf dem Hügel erhielt Schubert als Manuskript. Es wurde nicht veröffentlicht.

Zur Musik

Komponiert:  November   1820
Veröffentlichung (angezeigt):  9. Mai   1822
Originaltonart:  G - Dur
Liedform:   durchkomponiert
Aufnahmetonart:  F - Dur

Schubert war 23 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Schubert war mit Anselm Hüttenbrenner, dem älteren Bruder Heinrichs eng befreundet.

Der Jüngling auf dem Hügel war das einzige Lied, das Schubert von Heinrich Hüttenbrenner vertonte.
Es wurde laut Helmut Deutsch vermutlich am 2. Dezember 1821 zum ersten Mal aufgeführt.

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 06 № 385
Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 01
Friedlaender Edition  Bd. 2 » 16
Bärenreiter Urtext Edition  Bd. 1 » 56

Link zum Manuskript

Alte Gesamtausgabe

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Erstdruck

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Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Die Veröffentlichung besorgte 1822 Cappi & Diabelli in Wien als Opus 8 - 1 | Verlagsnummer 872

Zur Veröffentlichung

Opus 8 4.1
Wiener Zeitung 24. Januar 1818 4.2
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