Dem Unendlichen

Dritte Fassung

D 291

Friedrich Gottlob Klopstock 1724 - 1803

Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Holger Berndsen - Klavier

Aufnahme: Sonntag, 09. April 2023 | Nürnberg

Liedtext

Wie erhebt sich das Herz, wenn es dich,
Unendlicher, denkt! wie sinkt es,
{S}Wenns{S Wenn es} auf sich herunterschaut!
Elend schauts wehklagend dann, und Nacht und Tod!

Allein du rufst mich aus meiner Nacht, der im Elend, der im {S}Tod{S Tode} hilft!
Dann denk ich es ganz, daß du ewig mich schufst,
Herlicher! den kein Preis, unten am Grab', oben am Thron,
Herr {S-}Herr{S-} Gott, den dankend entflamt, kein Jubel genug besingt.

Weht, Bäume des Lebens, ins Harfengetön!
Rausche mit ihnen ins Harfengetön, krystallner Strom!
Ihr lispelt und rauscht, und, Harfen, ihr tönt
Nie es ganz! Gott ist es, den ihr preist!

{S}Donnert, Welten, in feyerlichem Gang, in der Posaunen Chor!
Du Orion, Wage, du auch!{S Welten, donnert, in feierlichem Gang, / Welten donnert in der Posaunen Chor}
Tönt all' ihr Sonnen auf der Straße voll Glanz,
In der Posaunen Chor!

Ihr Welten, {S}donnert{S ihr donnert}
{S}Und du{S Du}, der Posaunen Chor, hallest
Nie es ganz, Gott; nie es ganz, Gott,
Gott, Gott ist es, den ihr preist!

Friedrich Gottlob Klopstock
Ölgemälde ca. 1779
Wikimedia.org - Public domain

Zum Text

Klopstock schrieb seine Ode Dem Unendlichen im Jahr 1764 im Alter von 40 Jahren. 

Das Gedicht Dem Unendlichen von Friedrich Gottlob Klopstock wurde veröffentlicht im Jahr 1784 in Klopstock, Friedrich Gottlieb, Oden, gedruckt bey Joh. Thomas Edlen von Trattnern. Es findet sich auf Seite 58f.. -> Digitalisat online

Weitere Veröffentlichungen:

Klopstock, Friedrich Gottlieb, Oden, gedruckt bey Joh. Thomas Edlen von Trattnern, 1784, Seite 191f.

Digitalisat online

Zur Musik

Komponiert:  15. September   1815
Veröffentlichung (angezeigt):  1895
Originaltonart:  G - Dur
Liedform:   Kantate
Aufnahmetonart:  E - Dur
Schuberts Wohnort 1815 | Säulengasse 3 Wien

Schubert war 18 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Klopstock gilt als Erneuerer der deutschen Sprache und als Erschaffer neuer Versformen. Viele Komponisten haben Verse von ihm vertont. Dabei stellt Klopstock durch sein oftmals ungewöhnliches Versmaß auch ungewöhnliche Anforderungen an die Komponisten. In ihrem 2016 erschienenen, musikwissenschaftlichen Artikel geht Hanna Zühlke auf diese Besonderheit ein. 2.1

Franz Schubert vertonte insgesamt 16 Texte von Klopstock. Manche Stücke sind für Chor, die meisten jedoch sind Lieder. Zählt man alle Fassungen zusammen kommt man auf insgesamt 21 Klopstock-Vertonungen, die uns heute von Schubert vorliegen. 

18 Jahre alt war er, als er dieses Lied schrieb.

Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Ort des Manuskripts: Staatsbibliothek zu Berlin, preußischer Kulturbesitz

Die Veröffentlichung besorgte 1895 Eusebius Mandyczewski in Alte Gesamtausgabe (Breitkopf&Härtel) in Leipzig | Verlagsnummer F.S.464

Zur Veröffentlichung

Alte Gesamtausgabe 4.1

Noten

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 03 № 145
Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 09

Originalversion des Liedes PDF Thumbnail
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