Am Flusse

Zweite Bearbeitung

D 766 Nachlass 1872

Johann Wolfgang von Goethe 1749 - 1832

Interpreten: Peter Schöne - Bariton | Boris Cepeda - Klavier

Aufnahme: Montag, 15. Dezember 2008 | Berlin

Liedtext

Verfließet, vielgeliebte Lieder,
Zum Meere der Vergessenheit!
Kein Mädchen sing euch lieblich wieder, wieder,
Kein Jüngling in der Blüthenzeit.

Ihr sanget nur zu meiner Lieben;
Nun spricht sie meiner Treue Hohn.
Ihr war't in's Wasser eingeschrieben;
So fließt denn auch mit ihm davon.

Verfließet, vielgeliebte Lieder,
Zum Meere der Vergessenheit!
Kein Mädchen sing euch lieblich wieder, wieder,
Kein Jüngling in der Blüthenzeit.

Ihr sanget nur zu meiner Lieben;
Nun spricht sie meiner Treue Hohn.
Ihr war't in's Wasser eingeschrieben;
So fließt denn auch mit ihm davon.

Verfließet, vielgeliebte Lieder,
Zum Meere der Vergessenheit!
Kein Mädchen sing euch lieblich wieder, wieder,
Kein Jüngling in der Blüthenzeit.

Ihr sanget nur zu meiner Lieben;
Nun spricht sie meiner Treue Hohn.
Ihr war't in's Wasser eingeschrieben;
So fließt denn auch mit ihm davon.

Johann Wolfgang von Goethe
Ölgemälde 1834 von Johann Josef Schmeller
Wikimedia.org - Public domain

Zum Text

Das Gedicht Am Flusse ist insofern besonders interessant, weil Goethe dieses, ebenso wie die beiden Gedichte Die Musageten und Sängerwürde unter dem Pseudonym Justus Amman veröffentlichen ließ. 1.1
Original-Titel des Gedichts: An meine Lieder.1.2

Das Gedicht Am Flusse von Johann Wolfgang von Goethe wurde veröffentlicht im Jahr 1799 in Musen-Almanach für das Jahr 1799.. Es findet sich auf Seite 231. -> Digitalisat online

Musen-Almanach für das Jahr 1799.

© Quelle: Österreichische Nationalbibliothek – Digitalisat eines gemeinfreien Werkes Nutzung des Digitalisats ausschließlich zu nicht-kommerziellen Zwecken (PPP)

Zur Musik

Komponiert:  Dezember   1822
Veröffentlichung (angezeigt):  23. November   1872
Originaltonart:  F - Dur
Liedform:   Strophenlied
Aufnahmetonart:  Es - Dur
Schuberts Wohnort 1822 | Grünentorgasse 11 Wien

Schubert war 25 Jahre alt, als er dieses Lied schrieb.

Das Verhältnis zwischen Schubert und Goethe war ambivalent. Während Schubert den 47 Jahre älteren Meister verehrte, hat Letzterer ihn kaum beachtet. Obwohl Goethe einige von Schuberts vertonten Gedichte durch eine Sendung Joseph von Spauns erhielt, gelang es dem Jüngeren nicht, mit seinen Kompositionen bis zu Goethe durchzudringen. Zu fremd waren den Ohren des alten Meisters der Klassik die neuen Klänge. 2.1
1830, zwei Jahre nach Schuberts Tod, soll Goethe den Erlkönig, gesungen von Wilhelmine Schröder-Devrient gehört haben. Ob ihm tatsächlich die Komposition, oder das junge Mädchen gefallen hat, bleibt dahingestellt. 2.2

Schubert vertonte 62 Texte von Goethe, manche sogar mehrmals. Am Ende liegen uns heute fast 80 Kompositionen vor. Viele davon sind Lieder. Einige für mehrere Stimmen und Instrumente.

Quellenlage

Informationen zur Quellenlage (Manuskripte etc.) finden Sie hier: Thematisches Verzeichnis von Otto Erich Deutsch

Ort des Manuskripts: Staatsbibliothek zu Berlin, preußischer Kulturbesitz

Die Veröffentlichung besorgte 1872 J. P. Gotthard in Wien als Nachlass 1872 - 3 | Verlagsnummer 328

Johann Peter Gotthard schrieb folgende Worte zu seiner Veröffentlichung:

Zur Veröffentlichung

4.1
Österreichische Buchhändler-Correspondenz 23. November 1872 4.2

Noten

Alte Gesamtausgabe, Serie  XX, Bd. 07 № 418
Neue Schubert-Ausgabe  IV, Bd. 07

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