Composer: Franz Schubert (1797-1828)
Author: Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

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Artists: Peter Schöne - Bariton / Boris Cepeda - Piano
Recorded: Tuesday, 17 June 2008 - Berlin



Lyrics

Tiefe Stille herrscht im Wasser,
Ohne Regung ruht das Meer,
Und bekümmert sieht der Schiffer
Glatte Fläche rings umher.
Keine Luft von keiner Seite!
Todesstille fürchterlich!
In der ungeheuren Weite
Reget keine Welle sich.

Source & Alternative: www.lieder.net

Creation

Written: 21. Juni 1815

Published: 22. Mai 1821

Key: C-

Schema: durchkomponiert

Characteristic:

Schiller - Musenalmanach

Goethes Gedicht erscheint 1796 unter dem Titel "Meeresstille." gemeinsam mit dem Gedicht "Glückliche Fahrt." in Schillers Musen-Almanach für das Jahr 1796. Der biografische Anlaß für dieses Gedicht liegt in der Italienreise Goethes von 1786 bis 1788. Goethe erlebte Meeresstille und Glückliche Fahrt am eigenen Leib bei seiner Rückkehr aus Sizilien.

Das Lied von Schubert liegt uns in zwei Fassungen vor. Die erste Fassung wird schon am folgenden Tag durch die hier vorliegende zweite, endgültige, als op. 3 Nr. 2 erschienene Fassung ersetzt. Liegende, ganztaktige Akkorde (arpeggiert) verdeutlichen die "Tiefe Stille" und Regungslosigkeit des Meeres.
In der zweiten Verszeile entsteht leichte Wellenbewegung auf den F-Dur-Akkorden bei "Glatte Fläche". Die "fürchterliche Todesstille" der dritten Verszeile entfernt sich im Tonartenspektrum des Liedes am weitesten von der Grundtonart C-Dur und macht damit vielleicht das Grauen besonders deutlich. Über den Septakkord von H-Dur erfolgt die Rückmodulation nach C-Dur. Die Gesangsstimme schließt regungslos liegend auf einem Ton.

Eine Reinschrift des Autographs befindet sich in der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Berlin und ist dort online abrufbar.

Die Erstveröffentlichung besorgte in Kommission Cappi und Diabelli, VN 768, Wien gemeinsam mit
Schäfers Klagelied D.121
Heidenröslein D.257
Meeres Stille D.216 von Goethe.
Für eine Singstimme mit Begleitung des Piano=Forte in Musik gesetzt, und dem Wohl-gebohrnen Herrn Herrn Ignaz Edlen von Mosel hochachtungsvoll gewidmet von Franz Schubert. 3tes Werk. Diese Veröffentlichung kann online eingesehen werden.

Deckblatt opus 3

Aus der amtlichen Wiener Zeitung vom 29. Mai 1821

Wiener Zeitung 1821 05 29

"Bey Cappi und Diabelli,
Kunst- und Musikhändler, Am Graben 1133
ist neu erschienen und zu haben:
Der Wanderer
von
Schmidt v. Lübeck.
Morgenlied von Werner, und Wanderers Nachtlied von Goethe.
Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt von Franz Schubert.
4tes Werk. Preis 1fl.30fr. W.W.
Schäfers Klagelied, Heidenröslein, Jägers Abendlied und Meeresstille, von Goethe.
Für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte in Musik gesetzt von Franz Schubert. 3tes Werk. Pr. 1fl. 30fr.
Durch die so häufige Nachfrage findet sich die Verlagshandlung veranlaßt, den Freunden des deutschen Liedes auch diese zwey Hefte vorzulegen. Schon die Wahl der Gedichte beweist das poetische Gemüth des Tonsetzers; aber die Art, mit welcher er dichterische Meisterwerke auffaßt und musikalisch wiedergibt, verbürgt das ausgezeichnete Genie des jungen Künstlers."


Quelle(n):

Wiener Zeitung vom 29. Mai 1821

Deutsch, Otto Erich. Franz Schubert: Thematisches Verzeichnis seiner Werke in chronologischer Folge, Bärenreiter 1967, S.142

Geschrieben von: Peter Schöne

Score

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original version

Source of score imslp.org: Meeres Stille - Zweite Bearbeitung.pdf